Seit einem Jahrhundert schreibt BRUDER Spielzeuggeschichte – und ist dabei dem
Standort Fürth-Burgfarrnbach treu geblieben. Anlässlich dieses besonderen Jubiläums
zeigt das Stadtmuseum in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen BRUDER Spielwaren GmbH + Co. KG eine Schau zu dessen Geschichte und seiner Produkte.
Originale Exponate, spannende Geschichten und zahlreiche Modelle geben Einblicke
in die Entwicklung der Marke. Für große und kleine Museumsgäste gibt es viel zu
entdecken – eine große Spielfläche lädt zum Ausprobieren und Mitspielen ein.
Die Werkbank
1926 wird der Elektriker Paul Bruder aus dem Fürther Stadtteil Burgfarrnbach
arbeitslos. Mit einer Handstanze, die er von einem Onkel erhält, beginnt er, Metall-Stimmenplättchen für die Spielwarenindustrie zu fertigen. Schnell gewinnt er Kunden
bei Herstellern in Fürth und Zirndorf, die seine Metallplättchen unter anderem in
Spielzeugtrompeten einsetzen.
In den 1950er Jahren tritt Sohn Heinz, ein Werkzeugmachermeister, ins
Unternehmen ein. Er erkennt früh das Potenzial des neuen Werkstoffs Kunststoff,
investiert in Spritzgussmaschinen und stellt die Produktion um. Neben verschiedenen
Stimmenvarianten entwickelt Heinz Bruder erste eigene Spielzeuge. Diese finden
großen Absatz bei Schaustellern und in der Süßwarenindustrie. 1975 präsentiert sich
das Familienunternehmen BRUDER erstmals als eigenständige Marke auf der
Nürnberger Spielwarenmesse – mit großem Erfolg. Kleinspielzeuge, Wasserpistolen,
Mundharmonikas, Traktoren und Kräne begeistern zu dieser Zeit Kinder im In- und
Ausland.

Die Weltmarke
1987 steigt mit Diplom-Ingenieur Paul Heinz Bruder die dritte Generation in das
Familienunternehmen ein. Das erfolgreiche Konzept modellmäßiger Spielfahrzeuge im
Maßstab 1:16 entwickelt er weiter und ergänzt es durch Lizenzkooperationen. Das
Unternehmen wächst stetig: 2000 eröffnet BRUDER ein Vertriebsbüro in den USA,
2014 folgt ein weiterer Produktionsstandort in Pilsen (Tschechien).
Heute sind BRUDER-Spielzeuge auf der ganzen Welt zu Hause. Rund 500
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln und produzieren am Stammsitz in
Burgfarrnbach Spielzeug, das Kinder seit Generationen begeistert.
„Zunächst möchte ich Oberbürgermeister Thomas Jung für die Initiative zu dieser
Ausstellung danken sowie dem Team des Stadtmuseums, das die Sonderausstellung
ermöglicht hat“, sagte Paul Heinz Bruder bei der offiziellen Präsentation der
Ausstellung. „100 Jahre Familienunternehmen – das ist Tradition, aber auch
Herausforderung für die Zukunft, weiterhin als produzierendes Unternehmen die
Spielwarenindustrie in der Region am Leben zu erhalten.“ Oberbürgermeister
Thomas Jung zeigte sich von der „eindrucksvollen Schau“ begeistert und hob die
bewegende Familiengeschichte von der regionalen Werkbank bis zum Globalplayer
hervor: „Gleichzeitig ist die Familie Bruder immer bescheiden und stark verwurzelt
geblieben in Fürth, das bewegt mich sehr.“

