
Nominiert für das Spiel des Jahres 2026
Cozy Sticker Ville
von Corey Konieczka
Illustration: Jonathan Aucomte, Olivier Fagnère, Damien Mammoliti, Tomasz Morano
Unexpected Games
für 1 bis 6 Personen
ab 8 Jahren
30 - 60 Minuten

Friedliche Auszeit mit vielen bunten Aufklebern
Eine freundliche kleine Welt wartet auf uns: Ein grünes Fleckchen, auf dem wir uns gemeinsam gut planen wollen. Wir bauen über zehn Jahreszyklen unser Dorf auf, errichten Gebäude, siedeln Leute, Tiere und Pflanzen an und verändern dabei mit den mehr als 800 Aufklebern individuell unseren Spielplan. Die hübschen Sticker sind spielmechanisch bedeutsam und verändert, wie sich die Geschichte unserer Siedlung weiterentwickelt. Wir erfüllen Aufgabenkarten, treffen Entscheidungen und müssen mit deren Konsequenzen leben - dabei können wir nicht verlieren, sondern erleben nur eine andere Geschichte. Dank des Wendeplans lässt sich „Cozy Sticker Ville“ zweimal durchspielen.
Begründung der Jury:
Beim gemeinsamen Planen entsteht eine konstruktive Atmosphäre, die alle Mitspielenden in den Bann zieht. Das Platzieren der Aufkleber macht Spaß und gewährt schnelle Erfolgserlebnisse. Der fröhliche Dorfbau bietet eine spannende Auszeit, die nicht antreibt, sondern einlädt und dank einer niedrigen Regelschwelle leicht zugänglich ist. Dabei stellt das Spiel ganz nebenbei gesellschaftliche Fragen unserer Zeit, über welche die Gruppe ins Gespräch kommt.
Dito!
von Martin Ang
Illustration: Untai Studio Surabaya
Game Factory
für 3 bis 7 Personen
ab 10 Jahren
30 Minuten
Fröhliches Begriffesuchen mit Einfühlungsvermögen
Drei Dinge, die man im Gesicht trägt: Ganz klar: Bart, Brille - und Hochmut. Oder? Bei „Dito!” versuchen wir, die Assoziationen unserer Mitspielenden zu erahnen. Übereinstimmungen werden belohnt; Extrapunkte gibt es, wenn genau eine andere Person denselben Begriff notiert hat. Die gefundenen Begriffe wollen wir in ein neun Felder großes Raster eintragen und dort Reihen und Spalten abhaken. In jeder Runde wird eine von zwei Kategorien auf der Aufgabenkarte gewählt - von „Länder mit guter Küche“ bis zu „Dafür würden Menschen ihre Seele verkaufen“. Obwohl gegeneinander gespielt wird, kann nur gewinnen, wer sich gut auf die Assoziationswelten der anderen einlassen kann.
Begründung der Jury:
Auf den ersten Blick ist „Dito!“ ein Wettkampf um die meisten Punkte. Im Kern verbindet es uns aber als Gruppe, denn nur über das richtige Erahnen von Gemeinsamkeiten sind wir selbst erfolgreich. Nebenbei lernen wir unsere Mitspielenden besser kennen. Wissen ist nicht gefragt, sondern Verständnis für die Sicht der anderen - und ein taktisches Gespür für die beste Platzierung der Begriffe.
Morty Sorty Magic Shop
von Markus Slawitscheck
Illustration: David Cochard
Schmidt
für 2 bis 4 Personen
ab 8 Jahren
30 Minuten

Ordnung ist das halbe Spiel
Wir haben endlich einen Ausbildungsplatz im weltberühmten Magic Shop von Morty Sorty ergattert und widmen uns dort unserer ersten Aufgabe: Hereinkommende Zutaten sinnvoll in drei Regale einzuordnen. Dabei müssen wir lediglich die aufsteigende Zahlenfolge auf den Gläsern beachten und haben ansonsten freie Hand. Allerdings wollen wir dabei durch eine wohldurchdachte Anordnung glänzen und kräftig Prestige erlangen.
Die Grundaufgabe ist einfach, erweckt aber schnell erste Zwänge. Ständig müssen wir uns entscheiden, ob wir nun lieber diese oder jene Zutat in unsere Regale stellen und welche Optionen wir uns damit für die Zukunft offen lassen wollen. Unterschiedliche Wertungsvorgaben erzeugen dabei eine wohltuende Varianz.
Begründung der Jury:
Die klare Aufgabenstellung von „Morty Sorty Magic Shop“ ist schnell erfasst. Im Spielverlauf üben die vorhandenen Verlockungen - in Kombination mit den bestehenden Zwängen - einen besonderen Reiz aus. Ob die Zutaten mit Vorder- oder Rückseite in der Auslage landen, ist Zufall und fügt ein interessantes Glückselement hinzu. Das spielerische Gesamtpaket überzeugt ebenso wie die liebevolle Gestaltung des Materials.
Nominiert für das Kinderspiel des Jahres 2026:
Buh Party
von Florian Sirieix und Benoit Turpin
Illustration: Benedetta Capriotti
Loki, Vertrieb: Hutter
für 2 bis 6 Kinder
ab 5 Jahren
10 Minuten

Eine Kostümparty, die niemand vergisst
Ein Werwolf im Feenkostüm und ein als Einhorn verkleideter Vampir? Da muss die Buh-Party im Gange sein! Doch die Monster sind gar nicht eingeladen. Um die ungebetenen Gäste zu enttarnen, blickt die Wahrsagerin jede Nacht in ihre Kristallkugel, um herauszufinden, wie sich die Monster verkleiden. Dann schließt sie die Augen. Nur wenige Sekunden bleiben den Eindringlingen, um ein passendes Kostüm zu finden - und am besten eines, das die Hellseherin noch nicht in ihren Visionen gesehen hat. So verringern sich von Runde zu Runde die Kostüme, die die Monster sicher auf die Party bringen. Aber wenn die Seherin eine bekannte Verkleidung entdeckt, platzt die Party für die Monster…
Begründung der Jury:
Dank der bezaubernden Kostüme sitzen die Kinder bei „Buh Party” sofort am Tisch - bereit, in den Gedächtnis-Wettkampf einzutauchen. Das Spiel besticht aber nicht nur aufgrund des außergewöhnlichen Themas und der stimmungsvollen Gestaltung, sondern auch durch die herausfordernde Merkaufgabe. Kostüm für Kostüm spitzt sich die Spannung zu - Nervenkitzel vom ersten bis zum letzten Blick der Seherin.
Die Insel der Mookies
von Florian Sirieix
Illustration: Mélanie Bardin
Kosmos / Scorpion Masqué
für 2 Kinder
ab 4 Jahren
15 Minuten

Bezauberndes Insel-Duell
Zwei Kartenstapel - zwei Spielende. Zug für Zug zwei Entscheidungen: Die linke oder die rechte Karte? Die Vorder- oder die Rückseite? Auf jeder Karte finden die Kinder traumhaft illustrierte Mookies aus einer von fünf Familien. Wählen sie das Pflanzen-Mookie, das Fossil-Mookie oder das Sonnen-Mookie? Die gewählte Karte kommt auf den eigenen Stapel - mit dem gewählten Mookie nach oben. So geht es hin und her, bis einer der Stapel leer ist. Wer nun von einer Familie die meisten Wesen gesammelt hat, erhält deren Trophäe. Doch Vorsicht - in der Auslage lauern auch Spinnen, die auf den gegnerischen Stapel gespielt werden. Wer von diesen am Ende die Mehrheit hat, verliert eine Trophäe. Ein flotter und stimmiger Wettstreit, mit der richtigen Prise Taktik.
Begründung der Jury:
Mit wenig Regeln entsteht bei „Die Insel der Mookies“ am Spieltisch ein spannendes Duell, von dem Kinder nicht genug kriegen können. Die Aufgabe ist elegant auf das Wesentliche reduziert und wächst dabei aber taktisch mit den Kindern mit. Durch die liebevolle Aufmachung entspringt der kleinen Schachtel in wenigen Minuten nicht nur eine Insel, sondern eine kleine Welt.
Verflixt verzaubert
von Thomas Dagenais-Lespérance
Illustration: Maïa Zeidan
Game Factory, Vertrieb: Carletto
für 2 bis 4 Kinder
ab 6 Jahren
20 Minuten
Asymmetrischer Wettlauf für Zauberlehrlinge
Vier magische Gegenstände wurden aus der Zauberschule gestohlen und liegen nun im Reich verstreut. Doch wer hat sie genommen? Als Zauberlehrlinge bemühen sich die Kinder, den diebischen Geist zu entlarven. Dieser führt jedoch selbst etwas im Schilde und versucht die magischen Gegenstände einzusammeln. Aber mit jedem Objekt, das er einsammelt, ermöglicht er den Zauberlehrlingen, neue Informationen über seine Identität zu sammeln. Ist der Dieb gelb? Eine Fee? Oder trägt er eine Brille? Mit drei Würfeln bewegen sich die Figuren über den Spielplan, um so schnell wie möglich ihre Aufgabe zu erfüllen - der Geist will alle Gegenstände ergattern, die Kinder wollen ihn enttarnen. Wer zuerst erfolgreich ist, gewinnt in diesem asymmetrischen Wettrennen. Abgerundet wird das Paket durch eine Spielanleitung, die der magischen Welt Leben einhaucht.
Begründung der Jury:
Die Aufgaben der zwei Teams in „Verflixt verzaubert“ sind unterschiedlich, aber trotzdem gleichermaßen spannend. Auf der einen Seite erfordern sie von den Kindern Bluffen, Taktik und ein bisschen Mut, auf der anderen Seite Deduktion und Kommunikation. So entsteht am Spieltisch ein aufregender Wettlauf.
Nominiert für das Kennerspiel des Jahres 2026
Boss Fighters QR
von Michael Palm und Lukas Zach
Illustration: Bartłomiej Kordowski, Krass Kollektiv
Pegasus Spiele
für 2 bis 4 Personen
ab 10 Jahren
40 - 60 Minuten
Kooperatives Monsterverkloppen
Der fiese Boss will uns fertigmachen – aber wir halten zusammen und versuchen, die Oberhand zu behalten. Bei „Boss Fighters QR“ haben alle ihr eigenes Kartendeck, mit dem sie als Troll, Halbling, Elfe oder Zwerg zum Kampf antreten. Die gewählte Karte wird über einen QR-Code eingescannt; der Gegner reagiert dann in Echtzeit auf dem Tablet oder Handy in der Tischmitte. Zusammen versuchen wir die Schwächen der insgesamt zehn Bosse herauszufinden und klug zu planen. Von Level zu Level bekommen wir dabei bessere Karten, neue Fähigkeiten, aber auch größere Herausforderungen. Das digitale Element stellt sich in den Dienst des Spielerlebnisses und übernimmt alle Verwaltungsfunktionen, sodass trotz anspruchsvoller Aufgaben der Einstieg leichtfällt.
Begründung der Jury:
Als Heldengruppe eine gemeinsame Taktik zu finden ist als Herausforderung ebenso reizvoll wie verbindend. Individuelle Stärken treffen auf überraschende Gegnerfertigkeiten. Die Schwierigkeitsstufe lässt sich der Gruppe dank der intuitiv bedienbaren App anpassen. Immer mächtigere Bosse bieten viel Spannung.
Moon Colony Bloodbath
von Donald X. Vaccarino
Illustration: Franz Vohwinkel
Alea
für 1 bis 5 Personen
ab 12 Jahren
45 Minuten
Katastrophen mit Ansage – wer übrig bleibt, gewinnt
In vielen Spielen bauen wir bis zum Ende der Partie blühende Zivilisationen auf. In „Moon Colony Bloodbath“ tun wir das nur am Anfang: Wir errichten Minen und Schutzräume, bauen Obst an und eröffnen Hotels – aber dann geht unweigerlich alles schief, was nur schiefgehen kann. Unsere eigenen Roboter wenden sich gegen uns, und immer weiter wird die Bevölkerung unserer Kolonien dezimiert. Das Blutbad im Titel bleibt im Spiel abstrakt: Am Ende gewinnt, wer überhaupt noch Leute hat. Der Reiz besteht in der Planung: Ein zentraler Kartenstapel wird immer wieder durchgespielt, alle Effekte betreffen dabei alle Spielenden gleichzeitig. Wer sich auf Unfälle, Hunger und ausufernde Bürokratie mit Kartenauslage und Ressourcenmanagement gut vorbereitet, hat am Ende das entscheidende Bisschen Vorsprung.
Begründung der Jury:
Ein redaktionell ausgezeichnet gearbeitetes Spiel, bei dem es keine Wartezeit gibt, weil alle gleichzeitig am Zug sind. Es birgt eine überraschende gesellschaftskritische Tiefe: Wir steuern sehenden Auges in den Abgrund und setzen ruchlos auf eigene Vorteile. Trotzdem stirbt die Hoffnung zuletzt.
Rebirth
von Reiner Knizia
Illustration: Anna Przybylska und Kate Redesiuk
Frosted Games / Mighty Boards
für 2 bis 4 Personen
ab 10 (Verlag ab 8 Jahren)
30 - 60 Minuten

Belohnende Anlegestrategien
Ein Plättchen anlegen, Punkte kassieren, Ziele erreichen: Das grundlegende Spielprinzip von „Rebirth“ ist schnell gelernt – ab dann wird es anspruchsvoll. Mit drei Plättchenarten – Energieanlagen, Farmen, Häuser – belegen wir eine Landkarte wahlweise von Irland oder Schottland. Dabei wollen wir Burgen und Häfen erschließen, Kathedralen bauen, Siedlungen vergrößern und Aufträge erfüllen. Mit jedem Plättchen wird gepunktet, mal mehr, mal weniger. Wer klug plant und große Gebiete zusammenfügen kann, eilt auf der Punkteleiste schnell nach vorn. Aber auch erfüllte Aufgabenkarten können den Sieg bringen. Die beiden Planseiten zeigen zudem, wie mithilfe weniger Stellschrauben das Spielgefühl und der Komplexitätsgrad der grundlegenden Idee angepasst werden können.
Begründung der Jury:
Das einfache Grundprinzip von „Rebirth“ eröffnet eine Vielzahl taktischer Möglichkeiten. Das Regelwerk ist elegant und zwingt zur Konzentration auf das Wesentliche. Die direkte Konkurrenz auf dem gemeinsamen Plan führt zu einem lebendigen und interaktiven Erlebnis, bei dem die konstruktive Planung im Vordergrund steht.