Die ROFU Kinderland Spielwarenhandelsgesellschaft GmbH
erreicht einen wichtigen Meilenstein im Eigenverwaltungsverfahren nur drei
Monate nach dem Insolvenzantrag und der Eröffnung des
Eigenverwaltungsverfahrens am 1. April 2026. Das Unternehmen hat eine Investorenvereinbarung
mit der Kids & School Holding GmbH abgeschlossen. Gesellschafter ist die
TOP Locc GmbH. Achim Weniger als geschäftsführender Gesellschafter verfügt über
jahrzehntelange, umfangreiche Branchenerfahrung und ein hervorragendes Netzwerk.
Zusammen mit einer Investorengruppe werden die Voraussetzungen geschaffen, um
ROFU finanziell zukunftsfähig und wirtschaftlich erfolgreich
aufzustellen.
ROFU Kinderland befindet sich seit dem 19. Januar 2026 in einem
Eigenverwaltungsverfahren, das auf den langfristigen Erhalt des Unternehmens
abzielt. Dabei bleibt das Management im Amt und wird von Sanierungsspezialisten
unterstützt. Marcus Katholing von der PLUTA Management GmbH ist als
Sanierungsgeschäftsführer tätig und setzte zuletzt wichtige Restrukturierungsmaßnahmen
um. Im Sanierungsteam arbeitet zudem Daniela Jeske. Rechtsanwalt Stefan Warmuth
von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH begleitet die insolvenzrechtliche Beratung.
Das Amtsgericht Idar-Oberstein bestellte Rechtsanwältin Annemarie Dhonau LL.M. von
der Kanzlei Schiebe und Collegen zur Sachwalterin, die das Verfahren im
Interesse der Gläubiger begleitet.
27 von 104 Filialen werden geschlossen
Die Investorenvereinbarung sieht vor, dass 77 Filialen von ROFU Kinderland fortgeführt werden. Dort sind 1.035 Mitarbeiter tätig, die vom Investor übernommen werden. 27 Standorte sind nicht Teil des Erwerberkonzepts. Diese Filialen werden voraussichtlich bis zum Juli einen Räumungsverkauf durchführen, und anschließend werden die Filialen an die Vermieter zurückgegeben. Rund 330 Mitarbeitern (mehr als drei Viertel davon sind Teilzeitkräfte und Aushilfen) in den betroffenen Filialen muss leider gekündigt werden. Auch in der Zentrale am Hauptsitz in Hoppstädten-Weiersbach wird es im Rahmen des Erwerberkonzepts einen Personalabbau geben. Insgesamt werden dort über 80 der rund 360 Mitarbeiter übernommen. Das Außenlager in Rammstein mit rund 60 Mitarbeitern wird geschlossen, da hierfür kein Bedarf besteht. Durch die Investorenlösung bleiben also rund 1.120 Arbeitsplätze erhalten.
„Die Investorenvereinbarung im Rahmen eines Insolvenzplans bietet die Chance, das Unternehmen ROFU zu erhalten. Auch für die Gläubiger erreichen wir damit die bestmögliche Lösung. Der Abbau von Arbeitsplätzen ist schmerzhaft, aber leider unvermeidbar“, erklärt ROFU-Geschäftsführer und PLUTA Sanierungsexperte Marcus Katholing. Eine langfristige Fortführung des Unternehmens ist nur durch diese Lösung möglich, ansonsten hätte die Einstellung des gesamten Betriebs beschlossen werden müssen. Mit der künftig verschlankten Aufstellung werden die Strukturen an die Marktgegebenheiten angepasst.
Sachwalterin Annemarie Dhonau sagt: „Der M&A-Prozess ist trotz enger Zeitschiene und einem schwierigen konjunkturellen Umfeld erfolgreich verlaufen. Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten verlief in den vergangenen Monaten sehr gut.“
Erfahrener Investor mit Branchenexpertise
Achim Weniger von der der Kids & School Holding GmbH sagt: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserem Konzept überzeugen konnten. Wir sehen großes Potenzial, das Unternehmen ROFU weiterzuentwickeln und als wichtigen stationären Marktpartner in der Spielwarenbranche dauerhaft zu positionieren. Mit gezielten Maßnahmen und dem vorgestellten Restrukturierungsplan wollen wir ROFU wieder profitabel machen und in eine positive Zukunft führen. Der Fokus liegt auf effizienten Prozessen und strategischen Partnerschaften, um die Filialen wirtschaftlich zu betreiben. Das traditionsreiche Familienunternehmen mit einem großen Filialnetz bietet tolle Sortimente für Kinder und Familien, umfassende Services und Beratung vor Ort.“
Der Geschäftsbetrieb in den über 100 Filialen von ROFU Kinderland lief in den vergangenen Monaten vollumfänglich weiter. Zudem verbesserte das Unternehmen die Prozesse und arbeitete daran, die Bestands- und Flächensteuerung effizienter zu gestalten und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Lieferanten zu intensivieren. Auch im eröffneten Verfahren läuft der Geschäftsbetrieb weiter. Die Gehälter der Mitarbeiter werden aus den laufenden Einnahmen bezahlt und alle Fachmärkte bleiben mit ihrem attraktiven Sortiment zu den gewohnten Zeiten geöffnet. Auch im Online-Shop können die Kunden wie gewohnt ihre Bestellungen aufgeben.
Der ROFU-Geschäftsführer Michael Fuchs wird dem Unternehmen in den kommenden Wochen noch zur Verfügung stehen und nach der geplanten Übertragung an die Investoren verlassen. Geschäftsführer Michael Edl ist bereits Anfang April aus der Geschäftsführung ausgeschieden.
ROFU Kinderland ist der führende Spielwaren- und Babyfachmarkt im Südwesten Deutschlands. Seit über 40 Jahren verkauft das Unternehmen Spielwaren aller bekannten Marken. Kinderbücher, Schulhefte, Bastelsets sowie Puzzle und Gesellschaftsspiele runden das Sortiment ab.
