Nach Jahrzehnten prägender Fußball-Sammelkultur verliert Panini seine prestigeträchtige FIFA-Weltmeisterschafts-Lizenz: Künftig übernimmt der US-Konzern Fanatics mit seiner Marke Topps das Geschäft rund um Sticker und Sammelkarten zur FIFA WM.
Damit endet eine Ära im internationalen Sport-Licensing. Medienberichten zufolge wird die FIFA die Zusammenarbeit mit Panini nach der WM 2030 beenden und die Rechte neu an Fanatics vergeben. Bereits zur FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 erscheinen zwar noch Panini-Stickeralben, langfristig wechselt die Lizenz jedoch vollständig zum US-Unternehmen.
Fanatics baut globale Fußball-Präsenz konsequent aus
Der Lizenzwechsel reiht sich in eine Serie strategischer Erfolge für Fanatics und Topps ein. Bereits vor der UEFA EURO 2024 hatte die UEFA ihre Partnerschaft mit Panini beendet und setzt seitdem auf Produkte von Topps.
Auch die englische Premier League wird künftig mit Topps-Produkten arbeiten. Hinzu kommt ein langfristiger Deal mit dem Deutschen Fußball-Bund: Ab 2031 übernimmt Fanatics den Vertrieb von Sammelkarten, Stickern und Trading-Card-Games rund um die deutschen Nationalmannschaften.
Mit diesen Vereinbarungen baut Fanatics seine Position im internationalen Sport-Merchandising und Collectibles-Markt massiv aus und etabliert sich zunehmend als globaler Marktführer im Fußball-Lizenzgeschäft.
Ungewisse Zukunft für Panini
Für Panini bedeutet der Verlust der FIFA-Rechte einen schweren Einschnitt. Über Jahrzehnte waren die Stickeralben zu Welt- und Europameisterschaften eng mit der Marke verbunden und galten als fester Bestandteil der Fußballkultur.
Zusätzlich steht das Unternehmen offenbar vor strukturellen Veränderungen. Nach dem Tod von Vorstandschef Aldo Hugo Sallustro im vergangenen Jahr berichten Medien über mögliche Verkaufspläne der Eigentümerfamilien. Demnach soll die Investmentbank Citi bereits potenzielle Käufer sondieren.
Parallel dazu befindet sich Panini seit 2023 in einem Rechtsstreit mit Fanatics. Dabei wirft das italienische Traditionsunternehmen dem Konkurrenten wettbewerbswidrige Praktiken sowie Verstöße gegen Lizenzrechte vor.
Der Wechsel der FIFA-Lizenz markiert damit nicht nur einen bedeutenden Umbruch im Sammelbildmarkt, sondern verdeutlicht auch die zunehmende Konsolidierung und Professionalisierung des globalen Sport-Licensing-Geschäfts.