Die letzte große Warenhauskette Deutschlands scheint einfach nicht aus der Krise zu kommen. Laut Medienberichten verzeichnet Galeria in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahrs ein Umsatzminus von 100 Millionen Euro. Anfragen für Mietstundungen geben weiteren Grund zur Sorge.
„Mehrere Vermieter“ haben laut Angabe der Immobilienzeitung bestätigt, dass die Konzern-Führung von Galeria um Stundung von Mieten gebeten habe. Dies ist oftmals ein Zeichen fehlender Liquidität. Für April seien bereits Mietzahlungen ausgeblieben.
Doch damit nicht genug der schlechten Nachrichten: Laut der Textilwirtschaft hat Galeria in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahrs mehr als 100 Millionen Euro Umsatz verloren. Auch der Rohertrag habe das Vorjahresniveau deutlich unterschritten.
Schlechte Bonität
Creditreform bewertet die Bonität von Galeria weiterhin schlecht, nämlich mit dem Index 500. Der schlechteste zu erreichende Wert ist 600. Somit rät die Wirtschaftsauskunftei potenziellen Kreditgebern klar von Galeria ab.
Sollte die Warenhauskette auf eine erneute Insolvenz zulaufen? Es wäre bereits die vierte der Unternehmensgeschichte. Nachdem sich diverse Filialschließungen nicht vermeiden ließen, wurde das bislang letzte Insolvenzverfahren Mitte 2024 aufgehoben. Ein damals erschienener ausführlicher BRANDORA-Kommentar analysierte Gründe für die Schieflage und stellte eine eher verhaltene Zukunftsprognose.
Doch auch unter dem neuen Eigentürmer-Konsortium um Richard A. Baker und Bernd Beetz kann der Abwärtstrend bislang offenbar nicht nachhaltig gestoppt werden.