Künstliche Intelligenz ist längst Teil des Alltags von Kindern und Jugendlichen – etwa in Form von Chatbots, Lernhilfen oder digitalen Assistenten. Viele dieser Systeme
kommunizieren in einer Weise, die menschliche Eigenschaften imitiert. Gerade jüngere Nutzerinnen und Nutzer
neigen deshalb dazu, ihnen Gefühle, Absichten oder sogar
ein eigenes Bewusstsein zuzuschreiben.
Die EU Kids Online 2020 Studie zeigt, dass Kinder digitale Angebote häufig sozial interpretieren und Schwierigkeiten haben
können, deren Funktionsweise realistisch einzuordnen. Auch
wenn der Fokus nicht ausschließlich auf KI liegt, wird deutlich:
Je jünger die Nutzenden sind, desto eher werden Technologien
„vermenschlicht“. Für Eltern und Lehrkräfte ergibt sich daraus
die Aufgabe, diese Wahrnehmung einzuordnen und ein grundlegendes Verständnis für digitale Systeme zu vermitteln.
Denn trotz ihrer Wirkung nach außen ist Künstliche Intelligenz
kein „denkendes“ System. Sie basiert auf mathematischen Verfahren, die große Datenmengen auswerten, Muster erkennen
und auf dieser Grundlage Vorhersagen treffen. Modelle wie
neuronale Netze verarbeiten Eingaben über Gewichtungen und
Wahrscheinlichkeiten – sie reagieren auf Daten, ohne Inhalte
tatsächlich zu verstehen oder eigene Absichten zu haben.
Genau an diesem Punkt setzt das fischertechnik Schul-Set
STEM Coding Ultimate AI an. Er ermöglicht es, die Funktionsweise von KI praktisch nachzuvollziehen, anstatt sie nur theoretisch zu besprechen. Schülerinnen und Schüler können ein einfaches neuronales Netzwerk selbst trainieren und beobachten,
wie sich dessen Verhalten durch Daten verändert.
Das System kombiniert physische Modelle mit digitalen Komponenten: Sensoren erfassen Daten, ein Controller verarbeitet
diese, und Aktoren setzen die Ergebnisse sichtbar um. Die einzelnen Schritte – vom Erfassen über das Trainieren bis zur Anwendung – bleiben dabei transparent und nachvollziehbar. KI
wird so nicht als „Black Box“ erlebt, sondern als strukturierter
Prozess.
Für den Unterricht bietet das Set gleich mehrere Vorteile: Abstrakte Inhalte aus Informatik und Mathematik werden anschaulich, und zentrale Kompetenzen wie algorithmisches Denken,
Problemlösen und kritisches Hinterfragen werden gefördert.
Gleichzeitig lernen Schülerinnen und Schüler, die Grenzen von
KI zu erkennen und ihre Ergebnisse einzuordnen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die lokale Verarbeitung: Die
Modelle werden am Computer oder am Tablet trainiert und anschließend auf das System übertragen, wo sie ausgeführt werden – ohne Cloud-Anbindung. Dadurch bleibt der Umgang mit
Daten nachvollziehbar und kontrollierbar – ein Thema, das auch
im schulischen Kontext zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Insgesamt unterstützt das System Lehrkräfte dabei, KI verständlich und greifbar zu machen. Schülerinnen und Schüler
lernen nicht nur, wie solche Systeme funktionieren, sondern
auch, sie realistisch zu bewerten – als leistungsfähige Werkzeuge, nicht als menschliche Gegenüber.
