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Simba Dickie Group: Solide durch schwere Fahrwasser

Simba Dickie Group: Solide durch schwere Fahrwasser
J. Meister

Die Simba Dickie Group berichtet über die Geschäftsentwicklung 2021 – und wagt vorsichtige Prognosen für das kommende Geschäftsjahr.

„Corona hat uns 2021 nicht losgelassen und wird uns auch weiter stark beschäftigen“, leitet CFO Manfred Duschl die Pressekonferenz ein.

Im Detail heisst das: Sowohl Verknappungen im Warenbezug in allen Bereichen als auch die daraus resultierenden Verteuerungen und Verschiebungen in Handelskanälen machten das Geschäftsjahr herausfordernd. „Aufgrund unterschiedlich ausgeprägter Lockdowns im Jahr 2021 war der Gewinner in dieser Situation ohne Zweifel der E-Commerce weltweit. Der stationäre Handel schnitt dabei unterschiedlich gut ab. Darüber hinaus war 2021 wie bereits im Vorjahr eine Verlagerung von Umsätzen auf Basis FOB von Fernost hin zu nationalen Geschäften feststellbar. Verstärkt wurde diese Entwicklung zweifelsohne noch durch die Verknappung und erhebliche Verteuerung im Bereich der Seefrachten“, erläutert Duschl.

Umsatzplus in schwierigen Zeiten

Dennoch konnte die Simba Dickie Group den Umsatz von 715 auf 754,1 Mio. EUR steigern.

Für 2022 prognostiziert Duschl: „Es werden aufgrund der genannten erheblichen Preiserhöhungen beim Warenbezug und im Seefrachtbereich Preissteigerungen im Verkauf nicht ausbleiben können. Es bleibt abzuwarten, wie der Markt darauf reagiert. Darüber hinaus wird uns Corona weiter beschäftigen. Trotz dieser unverändert kritischen Situation plant die Simba Dickie Group, den konsolidierten Gesamtumsatz im Jahr 2022 um 5,4% von 754,1 Mio. Euro auf 795,0 Mio. Euro zu steigern.“

Vorrangig ursächlich werden hier jedoch Preisanpassungen sein, die dem Margendruck entgegenwirken sollen. So wird sich durch alle Sortimentsteile eine Preissteigerung von 5-20% ziehen, abhängig von Material und Herkunftsland.
Um Lieferschwierigkeiten im kommenden Weihnachtsgeschäft vorzubeugen wird eine frühere Warenbeschaffung angestrebt, sodass die Lieferfähigkeit nach Möglichkeit erhalten bleibt.

Angesichts beschriebener Faktoren ist eine Prognose für das kommende Geschäftsjahr schwierig. Weiter steigende Inflation und damit verbundene Preissteigerungen und Veränderungen im Konsumverhalten machen eine Absatzplanung schwierig. Dennoch, so Duschl, sei man in der Simba Dickie Group verhalten optimistisch.

Gutes Geschäftsjahr für Märklin

Für Märklin berichtete CEO Florian Sieber über das vergangene Jahr, dass das trotz schwieriger Umstände hier die Beschaffungssituation relativ gut war – und die hohe Nachfrage an Eisenbahnen weitgehend bedient werden konnte.

Märklin verzeichnete viele Neukunden – darunter etliche Einsteiger in das Thema Eisenbahn-Modellbau. Ersichtlich wurde dies anhand der hohen Nachfrage an Einsteigersets, an neuen Clubmitgliedern sowie Clickzahlen im Youtube-Kanal, und hier speziell die Videos rund um den Modellbahn-Einstieg.

Als herausfordernd stellt sich in der gesamten Simba Dickie Group die Personalsituation dar. „Wenn ich könnte, würde ich sofort 100 neue Mitarbeiter einstellen“, sagte Sieber auf Nachfrage. Doch diese neuen Mitarbeiter zu finden und für die Standorte zu begeistern sei nicht so einfach.

Geplante Investitionen und Maßnahmen

2022 Ein Schwerpunkt der geplanten Investitionen für 2022 liegt in einer baulichen Erweiterung am Logistikstandort der Gruppe in Sonneberg, Thüringen. Ca. 5.000m² Fläche für die Warenbereitstellung wird ein weiteres Lagergebäude bieten. Eine konsequente Fortsetzung der Investitionen im Maschinenpark an allen Produktions- und Logistikstandorten der Gruppe ist weiterhin geplant. Der Fokus bei diesen Investitionen liegt darauf, durch Rationalisierungen zumindest zum Teil notwendige Preissteigerungen im Verkauf auffangen zu können. Darüber hinaus liegt ein Schwerpunkt im IT-Bereich auf der Implementierung von SAP in der Gesellschaft Smoby Toys SAS in Frankreich. Das für 2022 angesetzte Investitionsvolumen beläuft sich auf 40,0 bis 50,0 Mio. Euro. Davon entfällt zirka die Hälfte auf Deutschland.