Beschreibung:
Margarete Steiff wurde am 24. Juli 1847 in Giengen an der Brenz geboren. Sie erkrankte 1949 an Kinderlähmung und blieb ihr Leben lang an den Rollstuhl gefesselt. Sie arbeitete ab 1874, zusammen mit ihren Schwestern Marie und Pauline, in der erfolgreichen Schneiderei ihres Vaters Friedrich Steiff. Die Mädchen können sich als erste in Giengen eine eigene Nähmaschine anschaffen.
1877 gründete Margarete ein eigenes Filzgeschäft und stellt die ersten Hilfskräfte ein. 1880 entdeckt sie in einer Modezeitschrift ein Modell für einen Filzelefanten und näht acht dieser Elefanten als Nadelkissen zu Weihnachten. Schon kurz danach setzt die Nachfrage nach weiteren Filzelefanten ein. Ihr Bruder Fritz, zu dem sie ein sehr enges Verhältnis hat, kommt auf die Idee, die Elefanten auf dem Heidenheimer Markt zu verkaufen. Der Erfolg ist riesig – zwei Säcke voll Filzelefanten sind rasch ausverkauft. Margarete entwirft nun auch andere Tiere.
In den Folgejahren entwickelt sich die Firma weiter positiv. 1892 wird ein erster illustrierter Katalog gedruckt. Neben Elefanten gehören Affen, Esel, Pferd, Kamel, Schwein, Maus, Hund, Katze, Hase und Giraffe zum Sortiment. Am 3. März 1893 wird die Werkstätte als „Margarete Steiff, Filzspielwarenfabrik Giengen/Brenz" ins Handelsregister eingetragen.
Als die sechs Söhne ihres Bruders Fritz erwachsen sind, bittet Margarete sie, ins Unternehmen einzutreten. Fünf von ihnen - Richard, Franz, Otto, Hugo und Paul - sind bereit dazu und lassen sich ihren Neigungen entsprechend ausbilden. Der Grundstein für ein Familienunternehmen ist gelegt. Kraft für ihre Arbeit schöpft Margarete nach dem Tod von Fritz (1900) vor allem aus der engen familiären Bindung zu seinen Söhnen. Besonders Richard bringt viele Ideen ein und arbeitet intensiv am Ausbau der Produktpalette.
1902 entwickelt er eine neue Art von Stofftier: mit beweglichen Armen und Beinen und einem richtigen Fell aus Mohairplüsch, dazu Glasaugen. Margarete ist skeptisch, ob der Markt diese annehmen wird, doch entscheidet sich auf Richards Drängen hin dennoch dafür - zunächst ohne Erfolg. Man packt die Tiere auf der Leipziger Messe schon wieder ein, als buchstäblich im letzten Moment ein Amerikaner alle 3.000 Stück aufkauft.
Der Bär „PB“ wird zum Verkaufsschlager bei der Weltausstellung in St. Louis. Von 1903 bis 1907 steigt die Produktionsmenge auf 1.700.000 Spieltiere an. 400 Angestellte arbeiten im Haus, 1 800 Frauen sind zusätzlich als Heimarbeiterinnen beschäftigt. Ab November 1904 verlässt jedes Steiff Tier die Produktion mit einem „Knopf im Ohr“. Es ist ein Metallknopf mit eingeprägtem Elefanten. Franz kommt auf diese Idee, um die Steiff Produkte vor Nachahmungen zu schützen. In Amerika tritt der bewegliche Bär seinen Siegeszug an. Seinen späteren Namen Teddybär (seit 1906) verdankt er keinem geringeren als Präsident Theodore „Teddy" Roosevelt.
1908 gerät die amerikanische Wirtschaft unter Druck - mit harten Folgen für die Firma. Die Krise wird bewältigt, doch Margarete, die Aufschwung und Krise voller Aktivität miterlebte, wird zusehends müder.
Am 9.5.1909 stirbt Margarete Steiff im Alter von erst 61 Jahren. Ein hoffnungslos erscheinendes Leben wurde zum Beispiel dafür, was mit Mut, Kraft, Herz und Willen erreicht werden kann. Die Familie, die Mitarbeiter und die Menschen in Giengen kommen nur schwer über ihren Tod hinweg. Die Firma aber wird in ihrem Sinne weitergeführt - bis heute. (Zusammenfassung aus www.steiff.de - Historie)