So spannend war es noch nie! Live, vor den Augen der anwesenden Pressevertreter, wurden die diesjährigen Entscheidungen für die Kritikerpreise "Spiel des Jahres" und "Kinderspiel des Jahres" in Berlin bekannt gegeben. Nicht einmal die Mitglieder der Jury kannten das Ergebnis:
Das im jungen Kleinverlag
Days of Wonder erschienene Eisenbahnspiel
"Zug um Zug" von Alan R. Moon ist
"Spiel des Jahres 2004". Der begehrte Kritikerpreis wird dieses
Jahr zum 26. Mal verliehen.
"Kinderspiel des Jahres 2004" wird der stimmungsvolle
Gespensterwettlauf
"Geistertreppe" von Michelle Schanen aus dem Verlag
Drei Magier Spiele.
Den Hauptpreis
"Spiel des Jahres 2004" konnte der mittlerweile fast zur
deutschen Szene gehörige amerikanische Autor Alan R. Moon für das
spannende Eisenbahnspiel
"Zug um Zug" in Empfang nehmen. Schon 1998 stand er mit
"Elfenland" ganz oben auf dem Treppchen. Der Verlag
Days of Wonder tritt mit
"Zug um Zug" zum erstenmal ins Rampenlicht der Spielewelt.Alan R. Moons "Zug um Zug" ist leicht erklärt, obwohl es mit seinem reichhaltigen Material den Eindruck von Komplexität vermittelt. Auf einer Landkarte Nordamerikas bauen 2-6 Spieler um die Wette Eisenbahnlinien. Dabei geht es nicht nur um die längsten Strecken. Die Spieler erhalten Sonderpunkte für das Verbinden vorgegebener Städte. Um überhaupt bauen zu können, müssen die Spieler erst einmal die richtigen Waggon-Karten besitzen, mit denen sie die nötigen Züge zusammenstellen. "Zug um Zug" ist eine gelungene Mischung aus langfristiger Planung, kurzfristigen Entscheidungen und der Reaktion auf das Agieren der Mitspielenden. Wenn man dann noch genug Glück mitbringt, steht einer anregenden und bis zum Schluß abenteuerlichen Zugfahrt nichts mehr im Wege. "Zug um Zug versteht es Wenigspieler und Vielspieler gleichermaßen zu fesseln", sagte Jury-Sprecher Uwe Petersen in seiner Würdigung. "Deshalb ist es in besonderer Weise geeignet, die Botschaft von Spiel des Jahres einem breiten Publikum zu vermitteln."
Mit im Rennen um den begehrten Titel "Spiel des Jahres" waren:
- "Dicke Luft in der Gruft" von Norbert Proena (Zoch-Spiele),
- "Einfach Genial" von Reiner Knizia (Kosmos),
- "Raja. Palastbau in Indien" von Michael Kiesling und Wolfgang Kramer (Phalanx Games) und
- "Sankt Petersburg" von Michael Tummelhofer (Hans im Glück Verlag).
Der zweite Hauptpreis
"Kinderspiel des Jahres 2004" geht an das Spiel
"Geistertreppe" von Michelle Schanen. Erstmalig wird
damit der Verlag Drei
Magier Spiele mit dem Hauptpreis ausgezeichnet. Das
begeisternde Verwirrspiel mit wunderbaren Holzgespenstern für Kinder ab vier
Jahren besticht durch seine rundum sorgfältige, kindgemäße Gestaltung. Das
Würfelspiel
"Geistertreppe" ist im besten Sinne ein Spiel für Groß und
Klein, ein Familienspiel par excellence.
Neben dem Hauptpreisträger waren vier weitere Titel zum "Kinderspiel des Jahres" nominiert:
- So der Puzzlespaß "Macius: Achtung, fertig, los!" vom KRAG-Team (Kosmos), bei dem die Kleinen nicht einmal auf Mitspieler angewiesen sind. Das Spiel eignet sich für ein bis vier vierjährige Kinder.
- In dem Spiel "Mare Polare" von Roberto Fraga (Selecta) sind Würfelspiel, Merkspiel und Tastspiel zugleich in die Handlung eingebunden, in der ein Orakelberg eine große Rolle spielt.
- Dagegen kommt "Schatz der Drachen" von Reiner Knizia (Winning Moves) eher klassisch daher. Der Autor mischt hier Memory- und Risikoelemente zu einem spannenden Spielvergnügen.
- Wer den Spieltisch verlassen möchte und mit seinem Nachwuchs gerne auf dem Teppich herumtollt, der sollte sich die raumgreifende "Schnelle Welle" von Hajo Bücken und Dirk Hanneforth (Ravensburger) näher ansehen. Der Aufforderungscharakter dieses Spiels ist enorm.
Beide Preise, "Spiel des Jahres" und "Kinderspiel des Jahres", werden durch eine Empfehlungsliste ergänzt, in der Spielinteressierte jeglichen Alters viele gute Spielanregungen finden können.
