US Bezirksgericht will Bratz-Puppen vom Markt nehmen lassen
Im Krieg der Modepuppen-Hersteller um die Marke Bratz steuert MGA Entertainment auf eine verheerende Niederlage zu. Der zuständige US-Richter Stephen Larson verfügte am Mittwoch, dass MGA den Markennamen Bratz nicht mehr verwenden und keine Bratz-Puppen mehr herstellen und verkaufen dürfe. Noch nicht abgesetzte Bratz-Puppen müssten Mattel übergeben werden. Der Bezirksrichter befand, dass Mattel eindeutig bewiesen habe, dass die exklusiven Rechte an den Bratz-Entwürfen ihnen zustünden und damit alle auf dem Markt befindlichen Bratz-Produkte die Urheberrechte von Mattel verletzen.
Die Umsetzung der Entscheidung ist bis Februar 2009 ausgesetzt, damit MGA seine rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen kann.
Mattel CEO Robert Eckert sagte zu dieser Entscheidung: „Wir sind überaus zufrieden, dass das Gericht Mattel’s Antrag auf einstweilige Verfügung zugestimmt hat und MAG dazu verurteilt hat, den Verkauf von Bratz-Produkten einzustellen, die Mattel’s Rechte verletzen. Mattel ist ebenso erfreut über die Entscheidung, dass MGA die Mattel gehörende Marke Bratz nicht mehr verwenden darf. Das Urteil unterstreicht unsere Aussage, dass MGA nicht weiter von seinem Fehlverhalten profitieren darf".
Der Barbie-Hersteller hatte geklagt, weil nach seiner Meinung Bratz-Designer Carter Bryant die Konkurrenzpuppe entworfen hatte, als er noch für Mattel arbeitete, sie dann aber vom Mitbewerber MGA herstellen und vertreiben ließ. Bratz hat sich zur ernsten Konkurrentin für Barbie entwickelt. Der Bratz-Umsatz übersteigt inzwischen eine Milliarde Dollar.
Anfang des Jahres bestätigte eine Jury, dass Designer Carter Bryant die Entwürfe zu den Bratz-Puppen zeichnete, noch während er bei Mattel unter Vertrag stand. MGA habe Bryant zu diesem Vertragsbruch ermuntert. Im Zuge des Urteils wurden Mattel 10 Millionen US $ für die Urheberrechtsverletzung und 90 Millionen US $ für den Vertragsbruch zugesprochen.
„In dem Jury-Urteil Anfang des Jahres wurden 99% der Forderungen von Mattel abgelehnt. Diese neue allumfassende gerichtliche Verfügung steht in direktem Widerspruch zu dem eingeschränkten Urteil der Jury und im Widerspruch zum amerikanischen Gesetz.“, erklärt Isaac Larian.
„Wir werden sofort Beschwerde einlegen und versuchen eine Aussetzung der Vollstreckung zu erwirken, bis der Fall endgültig geklärt ist.“, sagt Larian weiter „Schließlich wollen wir nicht nur unsere 1500 Angestellten weiter beschäftigen können, sondern auch unsere Kunden weiterhin mit den Produkten versorgen, die sie so sehr mögen.“
Die Bratz-Serie, die aus vier verschiedenen Puppen besteht, wird ähnlich wie Barbie mit zahlreichen Outfits und Accessoires verkauft. Bratz punktet dabei vor allem durch ihr im Vergleich zu Barbie frecheres Aussehen und Image. Die Puppe wird auch in Deutschland verkauft.
