Doppelsieg für Spieleautor Reiner Knizia: Sein im Stuttgarter Kosmos-Verlag erschienenes „Keltis“ ist das „Spiel des Jahres 2008“. Das zum achten Mal vergebene „Kinderspiel des Jahres 2008“ heißt „Wer war’s?“ (Ravensburger) und ist ebenfalls von Reiner Knizia.
"Spiel des Jahres" ist "Keltis" von Kosmos.
Keltis
Autor: Reiner Knizia
Verlag: Kosmos
Der gebürtige Schwabe Knizia hatte bereits im Jahr 2000 für „Der Herr der Ringe“ den „Sonderpreis Literatur im Spiel“ erhalten. Der Hauptpreis blieb ihm aber bis heute, trotz zahlreicher Nominierungen, versagt. Mit Keltis lädt Knizia zu einem spannenden Wettlauf auf gleich fünf verschiedenen Rennbahnen ein. Wer am Ende seine Spielsteine auf den verschiedenen Bahnen am weitesten nach vorne gebracht hat, gewinnt. Dazu müssen Karten in den Farben der Bahnen ausgespielt werden. „Keltis ist so spannend, dass mancher Spieler seinen Zug kaum erwarten kann“, sagte Stefan Ducksch, Sprecher der Jury Spiel des Jahres, anlässlich der Preisverleihung in Berlin. Er lobte zudem die kurze, eingängige Spielregel. „Wenn man Keltis gewinnt, hat man natürlich gut gespielt. Eine Niederlage schiebt man hingegen auf die unglückliche Verteilung der Spielkarten und verlangt eine Revanche.“ Die ist bei nur knapp 30 Minuten Spielzeit immer drin. Ducksch verwies auf einen außerordentlich ausgeglichenen Spiele-Jahrgang und fünf gleich starke Kandidaten, die für den Spielepreis nominiert waren.
"Kinderspiel des Jahres" ist "Wer war´s?" von Ravensburger.
Seit 2001 wird der Preis Kinderspiel des Jahres vergeben. „Stets fanden sich gute und sehr gute Spiele unter den Nominierten und Preisträgern, aber noch nie waren so viele herausragende Spiele in einem einzigen Jahrgang vertreten“, sagte Wieland Herold, Koordinator der Jury Kinderspiel des Jahres. 2008 erfüllen Verlage und Autoren im besonderen Maße die Wertekriterien, die die Kinderspieljury umgesetzt sehen möchte. Das beginnt bei gut strukturierten Regeln, die keine Einstiegshürde darstellen, setzt sich fort in der für Kinder ansprechenden Gestaltung der Spiele. Das Spielmaterial ist oft innovativ und besitzt einen hohen Aufforderungscharakter. Das Entscheidende ist aber, alle Spielideen sind originell und reizen zur häufigen Spielwiederholung. „Die Kinder dürfen sich auf Gourmet- Angebote freuen, da liefert nicht der Pizza-Service, sondern da sind die Harald Wohlfahrts der Spieleszene am Werk“, sagte Herold.
Wer war´s?
Autor: Reiner Knizia
Verlag: Ravensburger
Der Hauptpreis Kinderspiel des Jahres geht an Reiner Knizias Spiel Wer war´s? aus dem Verlag Ravensburger. Nicht zum ersten Mal setzen Autor und Verlag auf steuernde Elektronik im Brettspiel. Richteten sich die ersten beiden Spiele eher an jugendliche und erwachsene Spieler, so hat diese Technik in Wer war´s? ihre adäquate Zielgruppe gefunden. Schon fünfjährige und sechsjährige Kinder lassen sich gebannt auf dieses kooperative Detektiv-Abenteuer ein und erleben gemeinsam in der Gruppe Erfolg oder Misserfolg. „Faszinierend ist, dass auch Eltern sich diesem Sog nicht entziehen können und sich gern an der fieberhaften Suche nach dem Täter beteiligen“, so Herold.
Beide Preise, Spiel des Jahres und Kinderspiel des Jahres, werden durch eine Empfehlungsliste ergänzt, in der Spielinteressierte jeglichen Alters viele gute Spielanregungen finden können.
Den Sonderpreis "Komplexes Spiel" gewinnt "Agricola" (Uwe Rosenberg) von Lookout Games.
Landwirtschaft war im 17. Jahrhundert keine leichte Aufgabe. Es gab viel zu tun: Tiere hüten, Zäune und Ställe bauen, Äcker bestellen, säen und ernten. Und außerdem musste das Wohnhaus für die wachsende Familie immer wieder vergrößert werden. "Agricola" ist ein Entwicklungsspiel. Es beginnt vergleichsweise langsam, eröffnet aber bald eine große Bandbreite an Möglichkeiten. Die Spieler können sich über Ausbildungen spezialisieren und Anschaffungen machen. Beides bringt ihnen Vorteile. Nur wer seine Familie ernähren und am Ende einen funktionierenden Hof vorweisen kann, hat Siegchancen. Das Spiel stellt wegen seiner Materialfülle und der ausführlichen Regel hohe Ansprüche an die Spieler. Sie werden dafür in jeder Partie aufs Neue mit einer faszinierenden Spielewelt belohnt.
Außerdem waren für die Hauptpreise nominiert:
- Suleika (Dominique Erhard) von Zoch Spiele
- Wie verhext (Andreas Pelikan) von alea/Ravensburger
- Stone Age (Michael Tummelhofer) von Hans im Glück
- Blox (Wolfgang Kramer, Jürgen P.K. Grunau, Hans Raggan) von Ravensburger
- Didi Dotter (Ariel Laden) von Zoch Spiele
- Capt´n Sharky - Abenteuer auf der Schatzinsel (Autor: Kai Haferkamp) von Die Spiegelburg Coppenrath
- Geisterjäger (Andreas Frei, Ueli Frei und Lukas Frei) von Haba
- Fluss der Drachen (Inka und Markus Brand) von Kosmos
