Der Skandal um gefährliches Spielzeug aus China und der Versuch einer Reputation
Die chinesische Spielzeugmesse Hong Kong Toys & Games Fair wurde am Montag eröffnet. Mit mehr als 2.000 Ausstellern aus 36 Ländern und Gebieten ist sie die größte Spielzeugmesse in Asien. Die Messe dauert vier Tage und umfasst sieben Hauptausstellungen, zum Beispiel China, Deutschland, Italien oder Südkorea. Außerdem werden viele verschiedene Workshops veranstaltet.
Nirgendwo wird soviel Spielzeug hergestellt wie in China - zumeist für den Export. 40 Prozent der Produktion gehen nach Nordamerika, weitere 25 Prozent nach Europa. Der Gesamtwert der zwischen Januar und November 2007 verkauften Exportwaren betrug zwölf Milliarden Euro. Ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Hongkonger Handelsbehörde teilte zudem mit, in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres seien von Hongkong aus Spielzeugwaren mit einem Gewinn von mehr als 88 Milliarden Hongkong-Dollar exportiert worden.
Der Skandal um gefährliches Spielzeug aus China hat schwerwiegende Folgen für die Branche: Nach den millionenfachen Rückrufen droht nun nach Angaben eines Branchensprechers hunderten von chinesischen Spielzeugherstellern das Aus. Die Kosten für die Qualitätsprüfung haben sich seit den Skandalen teils versechsfacht, sagte Lawrence Chan, der Vorsitzende des Hongkonger Spielzeugverbands. Zusammen mit den steigenden Löhnen in Chinas Spielzeugfabriken und höheren Rohstoffkosten dürften die Kosten der Herstellung im Jahr 2008 um 15 Prozent höher liegen als im Vorjahr.
Nach Angaben eines Sprechers der Honkonger Handelsentwicklungsbehörde wurden im Schlussquartal des vergangenen Jahres etwa 2000 Fabriken überprüft. Einige Firmen hätten ihre Lizenzen verloren. Wirtschaft und Behörden nähmen die Kontrollen sehr ernst. Vor der Hong Kong Toys & Games Fair zeigten sich westliche Einkaufsmanager zuversichtlich, dass China seine Probleme rund um die Spielzeugsicherheit unter Kontrolle hat. Unter den Fehlern des Vorjahres hatte vor allem Branchenprimus Mattel zu leiden. Der US-Konzern musste Millionen Artikel aus dem Verkehr ziehen.
