DVSI zur Jahrespressekonferenz der Spielwarenbranche
Erstmals wieder mehr Beschäftigte bei den deutschen Spielwarenherstellern
Die bereits im letzten Jahr sich abzeichnende positive Trendwende ist jetzt erstmals an Zahlen ablesbar. Die Nachfrage nach klassischem Spielzeug ist 2007 wieder im Steigflug. Und darauf kann die Branche mit Rücksicht auf den Geburtenrückgang, die Verkürzung des Spielealters und die ungesunde durchschnittliche Überdosis des Bildschirmkonsums von täglich 5 Stunden stolz sein.
Für die deutschen Spielzeughersteller besonders erfreulich ist, dass sie mit ihrem weltweit einzigartigen Anspruch auf Qualität und Vielfalt von Spielzeugen den positiven Trend noch toppen.
Die Anzahl der Beschäftigten in der deutschen Spielwarenindustrie ist im Jahr 2006 – erstmals seit vielen Jahren – gestiegen und zwar um stattliche 8% auf 12.000 Mitarbeiter.
Die Gehirne der Kinder brauchen Spielen
Für eine optimale Entwicklung des kindlichen Gehirns ist Spielen unabdingbar. Diese Tatsache ist mittlerweile Allgemeingut, hat aber wenig daran geändert, dass immer noch viel zu viele Jugendliche stundenlang vor dem Bildschirm versacken. Das aber Kind braucht Reizvielfalt für alle Sinne selbstverständlich inklusive die elektronischen Medien und keine zweidimensionale optische Monokultur.
Die Gründe für diese Monokultur liegen nicht selten im „Zeitmangel“ von uns Erwachsenen. Die Spielwarenbranche sucht deswegen die Zusammenarbeit mit „Gehirnentwicklungsprofis“, ganz einfach mit Erziehern und Lehrern in allen Bildungseinrichtungen. Und dort ist die Resonanz überwältigend. Das Gemeinschaftsprogramm „Spielen macht Schule“ wurde von Mehr Zeit für Kinder (MZfK), dem Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) und dem Deutschen Verband der Spielwarenindustrie (DVSI) erfolgreich gestartet. Bereits im Jahr 2008 können sich die Schulen um eines der 850 zur Verfügung gestellten Spielzimmer bewerben.
Dieses Programm wird ergänzt um das DVSI-Programm der Spieleverlage „Spiel fördert Schule“, das zur DIDACTA 2007 entwickelt wurde. Die Fachgruppe Spiel im DVSI versorgt Schulen für deren Ganztagesbetreuung mit Brettspielen, die von den Schulen als entwicklungsfördernd und schulgeeignet ermittelt wurden.
Spielzeugsicherheit - Der DVSI schließt die Lücke zwischen Theorie und Praxis
Seit Jahren beobachtet der DVSI mit Unbehagen den immerwährenden rasanten Zuwachs von speziellen Sicherheitsbestimmungen für Spielzeug. Über 200 Seiten spezielle europäische Sicherheitsbestimmungen haben inzwischen die bereits vorhandenen allgemeinen Sicherheitsbestimmungen ergänzt. Damit ist das Spielzeug zum mit großem Abstand am besten regulierten Konsumgut der Welt geworden.
Dass die Spielwarenbranche nicht mehr in der Lage ist, dieses Regelungsgebirge aus eigener Kraft vollständig abzutragen, ist in den letzten Jahren immer wieder erkennbar geworden. Der DVSI hat deswegen als erster und einziger Verband der Spielwarenbranche ein umfassendes Sicherheits- Programm entwickelt und den Branchenteilnehmern zur Verfügung gestellt – und zwar vor der ersten Rückrufaktion im Jahr 2007.
Dieses Programm setzt auf Kenntnis und Fähigkeiten innerhalb der gesamten Lieferkette. Die Werkzeuge sind: Ausbildung durch TÜV-Rheinland und LGA-Nürnberg zum Spielzeugsicherheitsexperten, Kleinprüfstand Spielzeugsicherheit, Qualtitätsmanagementmodule für Konformitätsbestätigung und Serienüberwachung.
Entsprechend engagiert sich der Verband für eine Veränderung der EU-Spielzeugrichtlinie, um sicherzustellen, dass nicht nur Mitgliedsunternehmen des Verbandes sich an die Spielregeln halten.
Diese Maßnahmen werden die Spielzeugsicherheit nachhaltig stärken, nicht aber Rückrufe vollständig vermeiden. Denn 1,5 Mio Spielzeuge, die auf der Spielwarenmesse in Nürnberg gezeigt werden, müssen jeweils nach über 200 Seiten Spezialbestimmungen beurteilt werden.
Die Branche in Zahlen
Die Entwicklung des deutschen Spielwarenmarktes, einschließlich der Hauptwarengruppen und Vertriebskanäle, wird von Eurotoys gemessen. Die Ergebnisse sind bei www. toy.de „News + Infos/Fakten bis Ende 2006 dargestellt.
Die verfügbaren amtlichen Zahlen:
(Quelle: Statistisches Bundesamt)
2006:
ProduktionImport
Export 1,19 Mrd. EURO
2,78 Mrd. EURO
3,04 Mrd. EURO + 6,2% gegenüber dem Vorjahr
- 5,9% gegenüber dem Vorjahr
+ 64,8% gegenüber dem Vorjahr
(Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum Export sind aller Wahrscheinlichkeit nach mit einem derzeit nicht identifizierbaren Fehler behaftet.)
Außenhandel
Wegen des Standortes Deutschland als Spielwarendrehscheibe mit Re- Exporten korrelieren Im- und Exportumsätze eng miteinander.
An erster Stelle der Importstatistik nach Lieferländern steht natürlich China. Der Importanstieg aus China hat sich 2006 gegenüber dem Vorjahr allerdings deutlich auf +1,8% abgeschwächt.
Importe
Genannt wird immer der Anteil an den Gesamtimporten im Jahre 2006 und (der Vorjahreswert).
Niederlande:
Dänemark: 1.825,5 Mio. EU
186,8 Mio. EU
30,4 Mio. EU 61,7%
6,3%
1% (57,3%)
(12,1%)
( 6,1%)
Die bedeutendsten Absatzländer für die deutschen Exporte sind nach wie vor die Länder der Europäischen Union. Großbritannien hat nun Frankreich vom Spitzenplatz der Exportländer verdrängt.
Exporte
Genannt werden immer Anteil an den Gesamtexporten im Jahre 2006 und (die Vorjahreswerte).
Frankreich:
Niederlande:
Österreich: 19,9%
17,6%
8,0%
6,9% (13,9%)
(19,4%)
( 8,2%)
(10,1%)
Die Exporte in die osteuropäischen Länder konnten von 130,3 Mio. € im Jahr 2005 auf 183,4 Mio. € in 2006 gesteigert werden und haben damit einen Anteil von 5,9% an den Gesamtexporten. Wichtigster außereuropäischer Absatzmarkt für die deutsche Spielwarenindustrie bleiben die USA. 2006 wurden Waren im Wert von 69,7 Mio. € in die USA exportiert (Vorjahr: 70,9 Mio. €). Damit konnte zumindest der Rückgang der USA-Exporte weitgehend gestoppt werden.
Detailliertere Angaben sind im Nostheide BB Jahresbericht wiedergegeben, auszugsweise auch bei toy.de, Rubrik „News+Infos/Fakten“ im Internet.
Inlandsmarkt
Der Inlandsmarkt entwickelte sich nach dem Verbraucherpanel von Intelect Marktforschung Eurotoys ausgedrückt in Einzelhandelspreisen wie folgt:
2005Gesamtmarkt inkl. Videospiele
traditionelles Spielzeug 3,14 Mrd. EU
2,27 Mrd. EU (- 1,8%)
(- 3,0%) 2006
Gesamtmarkt inkl. Videospiele
traditionelles Spielzeug 3,16 Mrd. EU
2,22 Mrd. EU (+ 0,6%)
(- 2,2%)
Demographie:
Geburtenzahlen2002:
2003:
2004:
2005:
2006: 719 250
706 721
705 622
686 000
672 724
(- 1,7%)
(- 0,2%)
(- 2,8%)
(- 1,9%)
Wie wird das Weihnachtsgeschäft ?
Zunächst plagen die Spielwarenlieferanten die deutlich steigenden Kosten der Importe aus China. Diese resultieren im wesentlichen aus steigenden Lohnkosten, aber auch Materialkosten und - ganz aktuell - zusätzlichem Aufwand der chinesischen Hersteller zur Erhaltung einer Exportlizenz. Diese Kostensteigerungen konnten bei weitem nicht durch die Veränderung des Wechselkurses Euro / Dollar kompensiert werden.
Die Importe aus China sind aber nicht nur teurer geworden, sondern haben sich auch verzögert. Denn Exportlizenzen werden nur noch erteilt, wenn die chinesischen Spielzeuge zuvor von neutralen, in China akkreditierten Insituten für sicher befunden wurden. Die Branche hofft aber, dass alle Container rechtzeitig für das Weihnachtsgeschäft ankommen.
Für die europäischen Hersteller haben am stärksten die Vormaterialkosten bei Pappe und die auf Rohöl basierenden Preise für Kunststoff zu Buche geschlagen, und zwar jeweils satt zweistellig. Dennoch werden für Weihnachten stabile Preise erwartet.
Insgesamt freut sich die Branche auf ein Weihnachten, das erstmals wieder seit vielen Jahren das Zeug hat zu einer richtig schönen Bescherung für die Spielwarenbranche.
