Vom Kleinkind über Schulkinder bis hin zu Jugendlichen und jungen Erwachsenen - mehr als ein Drittel aller Kinder in den USA verbringen mehr Zeit mit Videospielen als noch vor einem Jahr. Laut der jüngsten Studie der NPD Group (Kids & Gaming) zeigt sich dieser Trend besonders deutlich bei Online-Spielen.
Die NPD Group fand heraus, dass das wichtigste Spielesystem für Kinder aller Altersgruppen der heimische Computer ist. Der PC ist auch das am längsten genutzte System: Im Durchschnitt spielen Kinder ab dem 6. Lebensjahr PC-Spiele und nutzen ihren Computer auch mit 17 zu diesem Zweck. Kein anderes Spielesystem erreicht eine so breite Altersgruppe.
Die Studie untersucht die dynamische Entwicklung der Nutzung von Videospielen bei Kindern im Alter von 2 bis 17 Jahren. Sie beleuchtet, wer wann welche System besitzt und verwendet, das Genre der verwendeten Spiele, bevorzugte Informationsquellen über neue Spiele, Kaufverhalten, Einbindung der Eltern und vieles mehr.
Der Einstieg in die Welt der Videospiele erfolgt meistens über spezielle Kindersysteme und –konsolen, dann wird der heimische PC als Spiele-Medium entdeckt. Anschließend folgen verschiedene Plug & Play-Systeme und ausgefeiltere Spielsysteme. Etwa mit 10 Jahren wechseln Kinder zu Handy-Games und – etwas später - zu tragbare Konsolen wie den Nintendo DS und die PlayStation Portable. Abschließen nutzen sie dann auch die drei Next Generation Systeme, Xbox 360, PlayStation 3 und Nintendo Wii.
Etwa die Hälfte aller jüngeren Videospieler sind Gelegenheitsspieler (fünf Stunden pro Woche oder weniger). Die anderen spielen häufiger, oft oder sehr oft mit 6 bis 16 Stunden pro Woche. Allerdings stehen die Häufigkeit des Spielens und die Art der Inhalte in keinem direkten Zusammenhang zum Alter der Kinder.
Bei Jungen stehen Videospielsysteme, besonders Spielkonsolen, hoch im Kurs, während Mädchen eher PC-Spiele, spezielle Kindersysteme oder Handy-Games bevorzugen. Obwohl sich viele Mädchen früh für Kindersysteme interessieren, lässt ihr Interesse an Videospielen später oft nach.
„Im Alter von 6 bis 8 Jahren entscheidet sich, ob ein Kind ernsthaftes Interesse an Videospielen entwickelt. Nicht nur die Zeit, die mit Videospielen verbracht wird, steigt in diesem Alter dramatisch an. Es ist vor allem der Zeitpunkt, an dem die Kinder von speziellen Kindersystemen zu tragbaren Systemen und Spielkonsolen wechseln.“, erklärt Anita Frazier, Branchenspezialistin der NPD Group. „Das ist das Alter, in dem man die zukünftigen Videospieler der Welt für sich begeistern muss.“
Die Wahrscheinlichkeit des intensiven Videospielkonsums ist bei älteren, männlichen Kindern besonders groß. Der größte Anstieg der mit Videospielen verbrachten Zeit ist allerdings zwischen dem Alter 2-5 und 6-8 zu beobachten. In diesem Alter entdecken die Kinder das Videospiel als echte Freizeitbeschäftigung und verbringen etwa 3 Stunden mehr pro Woche mit Spielsystemen als zuvor, das entspricht einem Anstieg von etwa 75%. Im Alter von 12 bis 17 liegt die durchschnittliche Videospielzeit bei ca. 10 Stunden pro Woche.
Kinder und Online-Spiele
Ingesamt verbringen Kinder im Alter von 2 bis 17 Jahren durchschnittlich 39% ihrer gesamten Videospielezeit mit Online-Spielen. Statistisch gesehen spielen Mädchen öfter online als Jungen; auch Jugendliche im Alter 15-17 und „Super-Users“ (16 Stunden/Woche und mehr) heben den Durchschnittswert deutlich an. Allerdings besteht keinerlei Verbindung zwischen den Gruppen „Mädchen“, „ältere Spieler“ und „Super-Users“. Obwohl alle Gruppierungen mehr Zeit mit Online-Spielen verbringen, lässt diese Neigung bei Mädchen mit steigendem Alter eher nach.
Etwa 91% und damit die große Mehrheit aller Online-Spiele, die von Kindern zwischen 2 und 17 Jahren gespielt werden, sind kostenlos. Die übrigen 9% der Kinder, die bereit sind für Online-Spiele zu bezahlen, sind überwiegend Jungen und Kinder aus wohlhabenden Familien. Außerdem steigt die Zahlungsbereitschaft mit dem Alter und der durchschnittlichen wöchentlichen Spielzeit des Kindes kontinuierlich an.
