Die Spielzeugbranche ist bereit für das Weihnachtsgeschäft. Doch was wünschen sich die Kinder und was erwartet die Konsumenten in den Regalen des Detailhandels?
Nadja Polsini, Kindergärtnerin, Arboldswil/Titterten:
„Bei uns im Kindergarten gibt es kaum Trends. Wir wünschen uns stets möglichst robuste, vielseitige Spielsachen, am liebsten aus Holz, mit denen mehrere Spielarten möglich sind. Also zum Beispiel Bauklötze, Tücher, Buntstifte usw. Bei den Kindern gehen die Wünsche oft nach Äusserlichkeiten. Grundsätzlich lieben sie aber immer noch dasselbe wie vor 20 Jahren: Plüschtiere, Bauklötze, Puppen, Autos, Eisenbahnen, Puzzles, Brettspiele sowie Mal- und Bastelsachen. Neu hinzugekommen sind Gameboy, Playstation und PC-Spiele.“
Thomas Bombeli, Geschäftsführer, Franz Carl Weber:
„Stark im Trend liegen einmal mehr Playmobil, Gesellschaftsspiele allgemein und mit King Arthur als Highlight. Schwanensee von Barbie und Clikits von Lego sind sehr gefragt, die Klassiker wie Autorennbahnen, Märklin Grundpackungen, Plüsch und Holzspielsachen bleiben stabil. Enttäuschend ist nach wie vor Lego. Trotz der allgemeinen Zurückhaltung verzeichnen wir zurzeit höhere Kundenfrequenzen als im Vorjahr. Zudem erwarten wir eine noch stärkere Verlagerung der Einkäufe auf die letzten Tage vor Weihnachten.“
Gisela Schmucki, Migros Genossenschaftsbund:
„Absolutes Highlight dieser Weihnachts-Saison ist mit Abstand Playmobil mit seinen neuen Themen. Arche Noah, aber auch der Baukran sowie die Zoo- und Tierthemen erfreuen sich grösster Beliebtheit und erzeugen eine riesige Nachfrage.“
Pius Fischer, Zentraleinkäufer, Manor:
„Produkte, die sich bei uns gut entwickeln, sind unter anderem Bladeracers, die Neuheiten von Playmobil und Lego, Schwanensee von Barbie, Yu-Gi-Oh! Karten und Streicheltiere. Wir erwarten ein besseres Weihnachtsgeschäft als im Vorjahr. Zu den Gewinnern werden Playmobil und Fisher Price gehören, ebenso wie R/C-Modelle, magnetische Konstruktionsspiele, Eco Zoo und Puzzles. Beyblade ist bestimmt bis Weinachten stark, danach aber abhängig von weiteren neuen TV-Folgen. Die Serien Explore und Bionicle von Lego, Grossspielwaren, traditionelle Fahrzeuge und Plüschartikel werden meiner Meinung nach eher verlieren.“
Andrea Öhm, Einkäuferin Spielwaren, Coop:
„Zurzeit sind Clikits von Lego sowie alle preiswerten Fahrzeuge und Bastelartikel auf dem Vormarsch. Nicht zu vergessen sind Gesellschaftsspiele und Puzzles. Wie auch unsere Mitbewerber setzen wir stark auf die TV-beworbenen Themen wie Finding Nemo, Barbie Schwanensee, MyScene, Polly Pocket oder Mini Baby Born. Wir erwarten, dass das Weihnachtsgeschäft bis Mitte Dezember sehr ruhig verlaufen wird, um dann wie im letzten Jahr sehr kräftig anzuziehen. Wer die wirklichen Gewinner dieses Jahres sein werden, kann ich noch nicht abschätzen.“
Verena Holzer, Mitinhaberin und Geschäftsführerin, Kinderparadies W. Bohnenblust AG, Solothurn:
„Unsere Kunden haben sich mit Yu-Gi-Oh!- und Pokémon-Karten für den Adventskalender eingedeckt. Der Renner als Weihnachtsgeschenke sind dieses Jahr aber ganz klar Playmobil sowie Puppen, Gesellschaftsspiele und Puzzles, die von der TV-Werbung bekannt sind. Bei den technischen Spielwaren laufen MiniRacer und WarHammer sehr gut. Das Weihnachtsgeschäft läuft bei uns seit rund zwei Wochen recht gut und wird wohl noch weiter anziehen, so dass wir wahrscheinlich über dem letzten Jahr abschliessen können.“
Peter W. Gygax, Präsident des SVS:
„Das zweite Halbjahr stand unter dem Manga-Stern von Yu-Gi-Oh! – über vier Millionen verkaufte Karten stellen dieses Spiel auf den Podestplatz Nummer 1 in der Schweiz wie im benachbarten Ausland. Generell haben Gesellschaftsspiele dieses Jahr gute Karten, die Auswahl an hervorragenden Spielen ist einmalig und der Umsatz steigt in diesem Segment bis Ende Jahr knapp zweistellig. Ebenfalls im Trend sind Holzklötze und -murmelbahnen, die eine Rückkehr zu traditionellen Werten vermuten lassen. Wir erwarten bis in die letzten Tage vor Heilig Abend ein ausgezeichnetes Weihnachtsgeschäft.“
Gesamthaft lässt sich also ein klarer Trend zu Gesellschaftsspielen zu Lasten von Elektronikspielzeug feststellen. Das bestätigt uns auch der 7-jährige Fabian aus Cham: „Ich spiele mit meinen Freunden lieber mit Karten also mit dem Computer. Da kann man viel besser bescheissen.“
