Märklin hat im Geschäftsjahr 2002 ein zufriedenstellendes Wachstum erwirtschaftet. Wie der weltweit größte Modellbahnhersteller Anfang Dezember auf seiner Bilanzpressekonferenz in Stuttgart mitteilte, wurde der Umsatz im vergangenen Jahr auf 170,5 Millionen Euro gesteigert; das entspricht einem Plus von vier Prozent gegenüber der Vorjahreszahl von 163,9 Millionen Euro. Die Bilanzsumme blieb stabil bei 124 Millionen Euro. Mit diesen Zahlen koppelt sich das 144 Jahre alte Unternehmen vom Markt traditioneller Spielwaren ab und dokumentiert, dass die Modelleisenbahn in der Gunst junger und älterer „Spieler“ weit oben steht.
Modellbahn läuft gegen Trend
„Das Umsatzwachstum ist angesichts des Absatzeinbruchs bei traditionellen Spielwaren 2002 bemerkenswert“, sagte Paul Adams, Geschäftsführer bei Märklin. Während Klassiker wie Plüschtiere, Puzzle oder Spiele im vergangenen Jahr knapp drei Prozent Umsatzvolumen einbüßten und auf ein Zehnjahrestief von knapp 2,39 Milliarden Euro abrutschten, zeigte sich der Branchenführer bei Modelleisenbahnen robust. Und das seit längerem: Denn laut Adams ist der Märklin-Umsatz in den Jahren 2001 und 2002 um fast 14 Prozent geklettert.
Innovationen bestimmen Wachstum
Märklin führt den stabilen Trend 2002 auf drei Faktoren zurück: Dank exzellenter Neuheiten und einem Verkaufsboom bei Startpackungen konnten Kunden und neue Fans im Hauptmarkt Deutschland gewonnen werden. Eine gesteigerte Lieferfähigkeit führte zudem dazu, dass in den ersten beiden Quartalen des Geschäftsjahres 2002 latente Umsatzpotenziale gehoben wurden. Auch der Export nahm zu: So stieg die Exportquote der Märklin-Gruppe um ein auf 28 Prozent.
140.000 Startsets verkauft
„Trotz stagnierendem Privatkonsum haben wir unsere Innovationen und Rund-um-Angebote gut abgesetzt“, erklärte Paul Adams. Beliebt war beispielsweise der VT11.5, auch bekannt als TEE Transeuropa Express, ein technisch und optisch ausgefeiltes Modell. Und während Märklin im vergangenen Jahrzehnt im Schnitt pro Anno 100.000 Startsets verkaufte, waren es 2002 etwa 140.000. „Der Erfolg der Neuheiten und der Komplettangebote zeigt, dass unsere Strategien greifen“, sagte Adams und prognostizierte, dass Märklin auch in Zukunft die Trends in der Branche setzen werde. „2003 investieren wir wieder massiv in die Entwicklung neuer Modelle“, sagte er.
Umfrage belegt Popularität
Die Beliebtheit der Modellbahn belegt eine repräsentative Umfrage von Märklin unter 408 Spielwarenhändlern – das sind knapp zehn Prozent aller Branchenfirmen – Ende September 2003: So gaben 53 Prozent der Händler an, dass sie vermutlich in diesem Jahr mit Loks und Wagen mehr, beziehungsweise vergleichbar viel erwirtschaften wie 2002. Entsprechend der Erwartung werden die Sortimente verändert. Dabei heißt der Verlierer elektronische Ware: Denn 37 Prozent der Händler planen, ihr Angebot an elektronischen Spielwaren zu reduzieren, nur 13 Prozent wollen dieses Segment weiter ausbauen. Bei der Eisenbahn ist der Trend umgekehrt: 27 Prozent der Händler wollen künftig mehr bieten, 58 Prozent bleiben beim Status Quo, lediglich 15 Prozent beabsichtigen das Sortiment zu verringern.
Fit für die Zukunft
Das Vertrauen des Handels in Modellbahnprodukte unterstützt Märklin mit drei Strategien: So wird das Unternehmen sein Zubehörangebot kontinuierlich ausbauen. „Bei Steuereinheiten, Oberleitungen und Prüfständen, aber auch bei Modellen von Bahnhöfen oder Kränen werden wir spannende, innovative Produkte bringen“, bestätigte Adams. Durch technisch und optisch extrem hochwertige Lokomotiven werde Märklin darüber hinaus das Hobby im deutschen sowie in internationalen Märkten noch beliebter machen. Und neue Services sollen Kunden künftig Zusatznutzen bieten und damit den Spaß des Hobbys und den Wert der Marke untermauern.
Auf Grund dieser Weichenstellungen und einer beständigen Optimierung der Kostenstrukturen geht Märklin davon aus, dass 2003 erneut erfolgreich wird. „Wir sind zuversichtlich, dass wir auch in diesem Jahr mit guten Kennzahlen bei Umsatz und Ertrag abschließen“, bestätigte Geschäftsführer Paul Adams.
Museum nun auch sonntags geöffnet
Noch ein Tipp für die Fans von Märklin: Wer künftig die einzigartige Ausstellung von historischen und modernen Märklin-Produkten in Göppingen besuchen möchte, kann dies künftig auch sonntags von 9:00 bis 17:00 Uhr tun. Zudem hat das Museum nun auch samstags bis 17:00 Uhr seine Tore geöffnet. Mit den neuen Öffnungszeiten reagiert Märklin auf das große Besucherinteresse. Allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres wollten rund 120.000 Menschen die über 1.000 Exponate sehen.
