Mittlerweile kommen über 80% der Spielwaren auf dem US-amerikanischen Markt aus chinesischen Produktionsstätten. Die wenigen einheimischen Spielwarenhersteller, konnten bei höheren Verkaufspreisen nur dank ihrer hohen Qualität und einem gewissen „Snob Appeal“ überleben.
Jetzt haben sie einen weiteren Marktvorteil: Ihre Waren sind garantiert nicht mit Blei belastet.
Jahrelang hatten sie es schwer, sich gegen billigere China-Importe durchzusetzen. Nun werden amerikanische Hersteller von Kundenanfragen und Angeboten größerer Handelsketten regelrecht überschwemmt.
Denn in den letzten Wochen rief nicht nur Mattel im großen Rahmen Produkte mit hoher Bleikonzentration zurück – auch die RC2 Corporation aus Illinois musste 1,5 Millionen Modelleisenbahnen von Thomas und seinen Freunden aus denselben Gründen zurückrufen.
Sue Dennison, Mit-Eigentümerin von Roy Toy in East Machias (Maine), berichtet von Zuwächsen um 25%: „Normalerweise bekamen wir höchstens zwei Mails in der Woche mit Fragen zu heimischen Produkten. Jetzt sind es vier bis fünf Anfragen pro Tag.“Da die meisten massenproduzierten Spielwaren aus China kommen, wurden amerikanische Produkte bisher überwiegend im Internet oder über unabhängige Spielwarenhändler vertrieben, die oft teurer waren als große Handelsketten. Viele kleinere Spielwarenläden werben mit der Tatsache, dass ihre Waren keine Massenprodukte sind, sondern von amerikanischen Firmen in Handarbeit hergestellt oder aus Europa importiert wurden.
Der Anteil dieser Produkte am gesamten Spielwarenmarkt in Amerika ist aber eher gering. Cliff Annicelli, Redakteur der amerikanischen Fachzeitschrift Playthings, schätzt den Anteil dieser Produkte auf etwa 5% des Gesamtvolumen von 22 Milliarden US $ 2006.
Er betonte, dass traditionelle Spielwarengeschäfte oft genauso viele Spielwaren aus China anbieten wie große Einzelhändler. Allerdings können Spielwarenhändler meist besser über Qualität und Herkunft ihrer Waren informieren als Angestellte großer Warenhäuser.
Karla Perez, Leiterin des Spielwarengeschäfts Kidding Around in Manhatten, sagte, dass die Rückruf-Aktion der in China hergestellten Spielwaren ihr Geschäft kaum beträfe: „Wir haben einen treuen Kundenstamm, der sich deutlich vom durchschnittlichen Kunden der großen Spielwarenketten wie Toys “R” Us unterscheidet. Schließlich bieten wir auch ganz andere Produkte an.“
Quelle: New York Times
Bild: New York Times
