Das führende Institut für Markt- und Verbraucherstudien in den USA, die NPD Group, bestätigt ein leichtes Umsatzplus für die amerikanische Spielwarenindustrie. Demnach stiegen die Umsätze um 0,34% von 22,2 Milliarden 2005 auf mehr als 22,3 Milliarden US $ im Jahr 2006.*
Im ersten Quartal 2006 (Januar bis März) musste die Branche noch einen Rückgang von 3% hinnehmen, der sich hauptsächlich durch die späten Osterfeiertage erklären lässt. In den folgenden Quartalen jedoch ließ sich ein zuverlässiges Wachstum von 2% im zweiten Quartal und je 1% in den letzten beiden Quartalen feststellen. Mit einem Gesamtumsatz von 10,6 Milliarden Dollar erlebte die Spielwaren-Branche im vierten Quartal erwartungsgemäß ihre umsatzstärkste Periode.
Vier der großen Warengruppen zeichneten sich durch ein deutliches Wachstum gegenüber dem Vorjahr aus. Die Kategorie Jugendelektronik erlebte einen Aufschwung von 22% gegenüber 2005 und war damit mit Abstand die stärkste Wachstumskategorie. Die Warengruppe Fahrzeuge legte 5% zu, Bastel- und Kreativbedarf verzeichnete ein Plus von 4% und Umsätze in Segment Kleinkind/Vorschule stiegen um 2%. Diese vier Wachstumskategorien generierten Einzelhandelsumsätze von insgesamt 9 Milliarden US $.
„Wir konnten 2006 deutliche Anzeichen für ein zukünftiges Wachstum der Spielwaren-Industrie identifizieren und freuen uns natürlich, dass sich diese Tendenz bereits jetzt in den Umsatzzahlen niederschlägt. Wir werden diesen Prozess auch 2007 mit Interesse weiter beobachten“, erläutert Anita Frazier, Branchenspezialistin der NPD Group.
2005 verzeichnete die Warengruppe Action-Figuren noch Rekord-Umsätze, vor allem wegen des großen Erfolges der Star Wars Lizenz. 2006 brachen die Umsätze ein – mit einem deutlichen Minus von 9% erzeugten sie Umsätze von knapp 1,25 Milliarden und waren damit eine der schwächeren Warengruppen im letzten Jahr. Frazier sagt der Kategorie allerdings für 2007 ein erneutes Wachstum voraus – im Hinblick auf die Ankündigung neuer Kinofilme, da die Spielwaren-Branche meist stark von Lizenzgeschäften profitiert.
„In der Regel erzeugen Lizenzprodukte etwa 25% des Jahresumsatzes der Spielwaren-Industrie“, erklärt Frazier. „In diesem Jahr sind viele lizenzrelevante Kinopremieren wie die Transformers, Spider-Man 3 und Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer angekündigt. Damit wird die Warengruppe Action-Figuren 2007 wieder deutlich zulegen.“
Bei der Aufschlüsselung der Absatzmärkte setzte sich der Trend der letzten Jahre fort. Die Supermärkte und Discounter generierten 2006 etwa 55% des gesamten Spielwarenumsatzes. Mit 18% ist der Spielwaren-Fachhandel zweitgrößter Absatzkanal für traditionelle Spielwaren. 6% der Umsätze entfallen auf Online-Geschäfte, Lebensmittelgeschäfte und Drogerien erreichen 5%, Warenhäuser und Warenhausketten erzeugten etwa 4% des Einzelhandelsumsatzes bei Spielwaren. Das stärkste Wachstum verzeichnete hierbei das Internet-Geschäft mit einem Plus von 12% im Gegensatz zum Vorjahr.
Bei steigenden Verkaufspreisen von durchschnittlich +5% zeigten die Verbraucher deutlich ihre Bereitschaft, auch teure Spielwaren zu kaufen. Bemerkenswert ist außerdem der Umsatz in der Altersgruppe 0-7 Jahre um etwa 5% von 12,7 Milliarden 2005 auf 13,2 Milliarden US $ 2006 angestiegen.
*Die NPD Group hat in Zusammenarbeit mit der Spielwaren-Industrie das Verbraucherpanel und die Informationsabfragen überarbeitet um eine noch präzisere Lesung der Marktanteile und Trends gewährleisten zu können. Die Beobachtungen und Abfragen erfolgen nun engmaschiger und stützen sich auf eine größere Bezugsgruppe. Dieses Vorgehen ermöglicht steigende Verlässlichkeit und größere Transparenz.
