Der Trend, immer neue Produkte anzubieten, gab dem Lizenzgeschäft enormen Auftrieb und führte im Vorjahr zu einem Handelsvolumen von jährlich über 175 Milliarden US $. In fast allen Warengruppen sind Lizenz-Produkte mittlerweile ein entscheidender Faktor bei der Kundengewinnung und –bindung.
Auf der „Licensing 2006 International“, die vom 20. bis zum 22. Juni in New York City stattfand, kamen Hersteller, Marken-Inhaber und Händler im Jacob K. Javits Convention Center zusammen, um Kontakt aufzunehmen und Verträge zu schließen. Hier wurde darüber entschieden, welche Produkte 2007 und in den Folgejahren in den Läden stehen werden.
Es kamen etwa 23.000 Besucher aus über 100 Ländern und mehr als 500 Aussteller, die insgesamt über 6.000 Marken repräsentieren. Dadurch ist die „Licensing 2006 International“ ein Schauplatz, auf dem der zukünftigen Marktwert einer Marke entscheidend beeinflusst werden kann. Nirgendwo sonst kommen mehr Teilnehmer des Lizenzgeschäftes zur gleichen Zeit am gleichen Ort zusammen.
Das Aussteller-Verzeichnis enthält einige der Marken-Konzerne, die das Fortune Magazine zu den 500 umsatzstärksten amerikanischen Unternehmen gekürt hat. Darüber hinaus hatten sich Hollywoods Top-Movie-Studios, namhafte Verlagsgruppen, Künstler, Designer sowie einige bekannte, humanitäre Organisationen angekündigt. In diesem Jahr gesellen sich zu den altbekannten Ausstellern auch fast 200 neue, darunter weltbekannte Firmen und Mediengrößen. Neben der berühmtesten Ikone der Fußball-Welt – Pele – kamen auch Repräsentanten von AmericanGreetings (ein erfolgreicher, amerikanischer Grußkartenhersteller), General Mills (der weltweit sechstgrößte Lebensmittelhersteller mit Produkten wie Knack & Back und Häagen-Dazs), Lucas Films, Manchester United, Microsoft und Nintendo, dem U.S. Postal Service und vielen anderen Unternehmen. Sie alle haben erkannt, dass sich hier die wichtigsten Teilnehmer des Lizenzgeschäftes unter einem Dach versammeln um über die Zukunft zu entscheiden.
„Auf der Licensing International kann man bereits im Voraus die Entwicklung von innovativen, interessanten und einzigartigen Konsumgütern ablesen, die den Welthandel Jahr für Jahr neu ankurbeln." verkündet Georgiann DeCenzo, Vize-Präsident der U.S. Licensing Group, Advanstar Communications. „Diese Messe ist das Sprungbrett für viele weltweit erfolgreiche Marken-Programme. Dabei profitieren nicht nur neue Marken, auch für die Klassiker finden sich hier Möglichkeiten, ihr Angebot zu erweitern."
Charles Riotto, Präsident der „International Licensing Industry Merchandisers’ Association (LIMA)” ist der Auffassung, das Lizenzgeschäft gewinne auf dem hart umkämpften Markt immer größere Bedeutung. Jeder Marken-, Handelsmarken und Copyright-Inhaber müsse versuchen, seinen Einfluss auf die Kunden auszuweiten. Hersteller wiederum sollten die Chance nutzen, ihre Produkte unverwechselbar zu machen. Sie sollten ihren Vorteil ziehen aus der emotionalen Bindung, die eine starke Marke oder eine TV-Lizenz im Kunden wecken kann. „Das weltweite Geschäft mit Lizenzen ist ein wichtiger Faktor für den Handel."
Die LIMA ist offizieller Sponsor der Licensing 2006 International.
Bereits seit 26 Jahren ist die Licensing International die entscheidende Plattform für Erfolgsstories einer Multimilliarden-Dollar-Branche.
- Das diesjährige Ausstellerverzeichnis enthält Namen der wichtigsten Entertainment Firmen, darunter auch 4 Kids Entertainment, A&E Television Net-works, Discovery, Disney, MGM, New Line Cinema, DreamWorks SKG, Nickelodeon, Sesame Workshop, Sony Pictures, Universal Studios, Warner Bros. und viele mehr.
- Weltbekannte Markennamen wie Honda, Jelly Belly, Sea World/Shamu, USA TODAY, Hallmark, Procter & Gamble, Jeep, Betty Crocker (Backmischungen), Kellogg’s, Ford, Mattel, Hasbro, Pepsi
und andere treffen hier auf ihresgleichen. - Über 200 Künster und Designer zeigen ihre neusten Kreationen in der weltweit größten „Art & Design Licensing Gallery“.
Internationaler Einfluss
Der Weltfußball feiert nun auch in Amerika seinen Einzug und die Lizenzbranche übernimmt die Spielführung. Der FIFA World Cup, AC Mailand, Manchester United und auch Pele entwickeln Lizenzstrategien und Marketing-Kampagnen, um den Fußball von den amerikanischen Straßen und Bolzplätze zu holen und zum Nationalsport zu erheben. Und weil die Licensing International genau in die Zeit der Fußball-WM fällt, kann der Besucher via Großbild-Leinwand das Fußball-Feeling „live“ erleben.
Sport Licensing
Weltweit erreichte das Sport Licensing 2004 einen Umsatz von etwa 18 Milliarden US $. Nicht nur Fußball spielt in diesem Jahr eine Rolle im Lizenzgeschäft. Wie bereits in den Vorjahren präsentieren sich auch diesmal wieder die NASCAR (National Association for Stock Car Auto Racing) und die Professional Bull Riders Association, Stellvertreter der beiden Sportarten, die in Amerika das größte Wachstum verzeichnen. Zudem organisiert das „National Sports Marketing Network (NSMN)“, die nationale Handelsorganisation für die Sport-Branche, den weltweit ersten "Sports Licensing Summit". Hier bietet sich die Möglichkeit einer intensiven, ganztägigen Diskussion über Trends und Strategien mit Top-Managern des Sportlizenzen-Segments. Teilnehmer sind hochrangige Mitglieder der Sportszene, wie ESPN Consumer Products (Produktabteilung des Entertainment and Sports Programming Networks), NASCAR, NBA (National Basketball Association), NFL (National Football League), NHL (National Hockey League), PGA (Professional Golfers Association), World Series of Poker, WWE (World Wrestling Entertainment) und das Olympische Komitee der Vereinigten Staaten.
Video Games Licensing
Der Wettbewerb auf dem Markt für Video-Spiele zieht immer mehr an. Deshalb sind die Hauptakteure der Branche auf der Suche nach dem entscheidenden Merkmal, das sie von ihren Mitbewerbern abhebt und den Markt für sie entscheidet. Dabei reicht es schon lange nicht mehr aus, die neuste Konsole zu entwerfen oder das aktuellste Spiel heraus zu bringen. Wichtiger Faktor ist eine Marken-Präsenz, um die Loyalität der Kunden zu binden. Nicht mehr nur die Spiele selbst bestimmen die Verkaufszahlen, sondern vor allem das gesamte Image der Marke. Aus diesem Grund nahmen die wichtigsten Konkurrenten der Branche, MicroSoft (Xbox), Nintendo und Sega an dieser Messe teil. Sie wollen ihre Marken schützen, stärken und den eigenen Marktwert über Lizenz-Programme steigern. Durch ein höheres Markenbewusstsein wird aus einem einfachen Videospiel eine allgemeine Lifestyle–Erfahrung. Das beeinflusst den Konsumenten nachhaltig. Sega beispielsweise plant eine große Feier anlässlich des 15. Geburtstags von „Sonic the Hedgehog“.
Entertainment/Characters
Das größte Segment der Lizenzbranche ist das Entertainment Licensing mit einem weltweiten Umsatz von etwa 60 Milliarden US $. In diesem Segment enthalten sind nicht nur die großen „Blockbuster-Movies“, sondern auch TV-Programme, nicht nur aufregende neue Figuren sondern auch die Klassiker.
Entertainment wird digital. In der rasanten Entwicklung der digitalen Technologie stellen hauptsächlich Entertainment-Lizenzen die Inhalten. Von den klassischen Figuren bis hin zu den neuesten Blockbustern, ob Kino oder TV, Entertainment-Rechte liefern das Material für die meisten Downloads auf digitale und vor allem mobile Hardware. Viele Entertainment-Lizenzen basieren auf aktuellen Top-Movies. Das meiste Geld wurde in den letzten Jahren allerdings mit Serien-Erfolgen wie Star Wars, Shrek und Spiderman verdient. Dieser Trend wird sich in diesem Sommer fortsetzen mit den neusten Teilen von Fantastic Four und den Superman-Neuverfilmungen, aber auch mit dem zweiten Teil von „Fluch der Karibik“ (Pirates of the Caribbean). Alle großen Studios wie Warner Bros. Consumer Products, Disney Consumer Products, Dream-Works, LucasFilms, MGM, New Line Cinema, Sony Pictures Consumer Products, Universal Studios Consumer Products und Viacom waren in diesem Jahr wieder mit eigenen Messeständen vertreten und präsentierten ihre neusten und erfolgreichsten Lizenzthemen. Auch dabei waren die großen TV-Produktionsfirmen wie Sesame Workshop, Nickelodeon und HIT Entertainment (u.a. verantwortlich für Bob der Baumeister und Angelina Ballerina).
Digital & Mobile Licensing (Digitale Medien)
2004 erwirtschaftete der Handel einen Umsatz von 5,09 Milliarden US $ mit lizenzierten Online- bzw. Interaktiv-Produkten.
Sowohl beim Telefonieren als auch zum Musikhören über den iPod, zum Fernsehen, für DVDs und zum Surfen im Internet – Konsumenten nutzen hauptsächlich digitale und mobile Geräte zur Kommunikation, für ihre Unterhaltung und die Arbeit. Und die Kommunikations-Branche nutzt hauptsächlich Lizenz-Produkte für die Bereitstellung von Inhalten. Wegen des hohen Zuspruchs ist der iMPACT!, der „Digital and Mobile Licensing Summit“ auf der Licensing International dieses Jahr in eine zweite Runde gegangen. Das eintägige Symposium für Unternehmen aus den Branchen Entertainment, Konsumprodukte, Licensing und Technologie hat Chancen und Risiken des mobilen und digitalen Lizenzgeschäftes beleuchtet. Außerdem wurde gezeigt, wie man dieses profitable Phänomen über Marken-Inhalte, wachstumsfähige Geschäftsmodelle, Marketing- und Lizenz-Strategien zum eigenen Vorteil nutzen kann.
Corporate Brand Licensing
Das Segment der Firmen- und Handelsmarken verzeichnete 2004 einen Umsatz von 35,5 Milliarden US $ und ist damit zweitstärkste Kategorie des multimilliarden-schweren Lizenzgeschäftes. Auch von diesen Unternehmen wurden Lizenzen als hochwirksames und lukratives Marketing-Instrument erkannt. Deshalb präsentieren sich immer mehr namhafte, amerikanische Firmen auf der Messe, um ihre Marke vorzustellen. Laut Umfragen auf der Licensing International 2005 kamen allein 6.000 Besucher hauptsächlich nur, um mit Inhabern von Corporate Brands Kontakte zu knüpfen. Zu den teilnehmenden Corporate Brands gehören in diesem Jahr Unternehmen wie AmericanGreetings, AT&T (American Telephone & Telegraph Corporation), Procter&Gamble, Ford Motors, Daimler Chrysler, General Mills, Crayola und andere. Immer mehr Unternehmen erkennen den großen Einfluss des Lizenzgeschäftes und zeigen Interesse an der Entwicklung geeigneter Lizenz-Strategien. Keine Marke ist zu gering, um vom Lizenzgeschäft zu profitieren.
Food & Beverage Licensing
Markenprodukte der Lebensmittel- und Getränke-Hersteller erzielten 2004 einen Gesamtumsatz von 35,5 US $. Damit gehört dieses Segment zu einem der größten Wachstumssektoren der Lizenz-Industrie. Umfragen auf der Licensing International 2005 belegten, dass 5.000 Besucher ausdrücklich an Kontakten zu diesen Unternehmen interessiert waren. Und viele ausstellende Unternehmen mit eigenen Marken waren auf der Suche nach Lebensmittelherstellern als möglichen Kooperationspartnern. Zu den diesjährigen Lebensmittelherstellern gehören unter anderen die Campbell Soup Company, Hostess (Hersteller von Twinkies, Ho Hos, DingDongs und Mini Muffins), Kellogg Company, Pepsi, Pringles, Snapple (amerikanischer Getränkehersteller) und M&Ms/Mars. Die Licensing Company hat beispielsweise ihre Produkte Jelly Belly and Kahlua (ein mexikanischer Kaffeelikör) vorgestellt. Da zeichnen sich wohl schon einige hochkulinarische neue Partnerschaften ab...
Art Licensing
Das Lizenzgeschäft veränderte auch die Markt-Strategie von Künstler und Designern. Statt Verkäufen einzelner Kreationen, entstehen nun Loyalitätsbindungen, die 2004 zu einem Umsatz von 18,6 Milliarden US $ führten. Die „Licensing Art and Design Gallery“ wuchs von 20 Ausstellern 1994 zu einer der Haupt-Attraktionen der Licensing 2006 International mit Werken von über 200 Künstlern and Designern. Das Lizenzgeschäft macht Kunst- und Designprodukte zu Lizenzthemen, die als Papierwaren, Textilien, Deko-Artikel, Schreibwaren, Geschenkartikel und viele andere Produk-te vermarktet werden. So entwickelt sich Markenbewusstsein, das einen unerschöpflichen Einkommensstrom sichert. Lizenzen spielen wegen ihres Wieder-Erkennungswertes eine große Rolle. Spricht ihr Image den Konsumenten an, erwirbt er die entsprechenden Produkte und unterstreicht damit seinen individuellen Stil. Zu den über 200 ausstellenden Künstlern und Designern gehören fünf der acht Designer, die das LICENSE Magazine in seinem Industry Annual Report 2005 zur Elite gekürt hat: Thomas Kinkade, The Flavia Company, Lassen International, Art in Motion, Paul Brent Designer und andere.
AmericanGreetings Corp., Amerikas größter Hersteller von „Produkten zu sozialen Kontaktpflege“ (Grußkarten, Geschenkartikel, etc.), Entwickler und Rechte-Inhaber von Charakteren wie Strawberry Shortcake (Emily Erdbeer), Care Bears (Glücksbärchis) und Holly Hobbie hat in diesem Jahr erstmalig die Messe besucht. Das erklärte Ziel war es, neue Lizenz-Ideen und –partner für die vor allem bei Kindern beliebten Charaktere zu finden.
