„Selbstfahrende Volkswagen-Studie Sedric“© Volkswagen
Toyota e-Palette: „Shopping unterwegs“© Toyota
Das mobile Leben wird in nur wenigen Jahren ganz anders aussehen als dieser Tage. Vor allem Menschen in urbanen Gebieten werden die Vorteile der Digitalisierung und der technischen Entwicklung zu spüren bekommen.
Vertane Zeit im Stau, eine Disziplin, bei der Deutschland einer aktuellen Studie zufolge Spitzenreiter ist? Vergangenheit, denn im autonom fahrenden Auto wird die Zeit anders genutzt. Egal ob im per Algorithmus gesteuerten Sammeltaxi wie Volkswagens Moia-Konzept oder im On-Demand gerufenen Auto: auf dem Weg ins Büro oder zu Freunden können Emails gelesen und Medien genutzt werden.
Das wird vor allem zur neuen Herausforderung für Produzenten von Medieninhalten. Das klassische Format einer Serie mit 26 oder 52 halbstündigen Episoden ist ein Relikt aus alten Zeiten, in denen Fernsehsender jede Woche eine neue Folge ausstrahlten – dann eben über einen Zeitraum von sechs oder zwölf Monaten.
Der digitalisierte Mensch genießt Inhalte wann und wo er will. Und das, wer hätte das noch vor zehn Jahren geglaubt, auch gerne auf dem kleinen Smartphone-Bildschirm. Es wird wichtig sein, dass er ohne große Probleme einen angefangenen Film auf dem großen Display eines autonom fahrenden Autos weiterschauen kann. Das Smartphone kann als digitaler Schlüssel gelten, wird es von den Sensoren in der Umgebung erkannt, entfällt jegliches Anmelden oder Einloggen.
Das funktioniert auch schon in Amazons kassenlosem Supermarkt in den USA. Der Kunde wird durch das Smartphone am Eingang identifiziert und über 100 Kameras im Laden erkennen, welche Produkte aus dem Regal in die Einkaufstüte wandern. Abgerechnet wird über ein Guthaben-Konto.
Auch dem Handel wird also eine neue Rolle zukommen. Wer unterwegs mehr Zeit hat, informiert sich mehr über Produkte und kauft auch mehr ein. Stationäre Einzelhändler können hier punkten, wenn sie im großen Spiel mitmachen. Hier kommen Akteure wie das Münchner Start-up LChoice ins Spiel. Mit der entsprechenden App sannt der Nutzer einen QR-Code oder künftig vielleicht eine digitale Werbetafel ein und kann das Produkt direkt online bestellen – und zwar beim Händler vor Ort. Ob er es später dort abholt (oder das autonom fahrende Auto dies während der Arbeitszeit erledigt) oder doch die Lieferdrohne das Paket zur Wunschzeit abliefert, ist frei wählbar.
Handel und Industrie können den Kunden auch die Möglichkeit eines kostenlosen Nahverkehrsangebotes bieten. Für die Fahrt ins Büro könnte man sich ein kostenloses Shuttlemobil des Schuhhändlers oder Turnschuhherstellers ordern. Die 30 Minuten Fahrzeit lassen sich dann mit Imagevideos und dem Anprobieren von Musterschuhen verbringen. Im Idealfall kauft der Pendler dann direkt im Fahrzeug ein und profitiert gefühlt doppelt. Er bringt weniger Zeit zum Schuhkauf auf und wurde vom freundlichen Markenartikler scheinbar gratis ins Büro gebracht.
Schöne neue Welt? Aber sicher doch, auch wenn vieles noch ungewohnt klingt. Die nächsten Jahre können wir nutzen, uns langsam an die neuen Formen der Mediennutzung und Mobilität zu gewöhnen. Fahren wir los!
