Laut The NPD Group überschreiten die USA 2016 die 20 Milliarden Dollar-Marke
Der Umsatz mit Spielwaren auf dem US-amerikanischen Markt stieg 2016 um fünf Prozent und erreichte nach Berichten des internationalen Marktforschungsinstituts The NPD Group im letzten Jahr ein Gesamtvolumen von 20,4 Milliarden US-Dollar. Damit wuchs der Markt seit 2013 um insgesamt 16 Prozent und erzielte in den letzten drei Jahren ein durchschnittliches Plus von guten fünf Prozent.
„Seit einigen Jahren schreitet die starke Spielwarenindustrie kontinuierlich auf ihrem Erfolgspfad voran. Vielfältige Innovationen erreichen die Konsumenten und die Antwort auf die Frage ‚Welchen Weg sollen wir als nächstes einschlagen?‘ bleibt für Spielwarenhersteller und –händler wichtig wie eh und je“, erklärt Juli Lennett, Senior Vice President und Expertin für den amerikanischen Spielwarenmarkt bei The NPD Group.
Die Hauptwachstumstreiber
Sammelartikel** waren 2016 Hauptumsatztreiber. Mit einem Plus von 33 Prozent oder 432 Millionen knackten sie die 1,8 Milliarden-Grenze und generierten 9 Prozent des Gesamtumsatzes der Spielwarenindustrie. Bereits zu Beginn der Weihnachtssaison sagte The NPD Group voraus, dass Überraschungs- und Wundertüten zu den beliebtesten Geschenkartikeln zählen würden. Und tatsächlich nahm das Wachstum, das sich bereits in den ersten neun Monaten abgezeichnet hatte, im vierten Quartal weiter Fahrt auf. Umsätze mit Überraschungstüten stiegen 2016 um 60 Prozent und haben sich damit seit 2013 mehr als versechsfacht.
Zweitgrößter Wachstumsmotor waren Outdoor-Spielwaren und Sportartikel. Diese Hauptwarengruppe verzeichnete mit einem Plus von 328 Millionen US-Dollar auch das stärkste monetäre Wachstum, angeführt durch steigende Absatzzahlen bei Sommerprodukten und Sportartikeln.
Auf dem nächsten Platz folgt das Segment Gesellschaftsspiele mit einem Wachstum von 21 Prozent (307 Millionen US-Dollar), wobei Spiele für Kinder und Spiele für Erwachsene gleichermaßen zulegen konnten. Ein Beleg für den steigenden Einfluss dieses Segments ist die Tatsache, dass mit Pie Face Showdown und Speak Out gleich zwei Spiele auf der Top-10-Hitliste der Produktinnovationen 2016 landeten.
Sieben von elf Hauptwarengruppen konnten 2016 weiter zulegen, darunter Spiele & Puzzles (+18 Prozent), Puppen (+10 Prozent) sowie Outdoor-Spielwaren & Sportartikel (+10 Prozent).
Auch 2016 zählten die Lizenzspielwaren wieder zu den Hauptumsatztreibern. Der Umsatz mit Star Wars-Produkten übertraf sogar das Ergebnis aus dem Vorjahr. 2016 erwirtschafteten sie fast 760 Millionen und behaupteten sich damit erneut als Top-Lizenz nach Umsätzen in US-Dollar. Unterstützt durch den Pokémon GO-Hype und den Release der Videospiele Pokémon Moon und Pokémon Sun war Pokémon im letzten Jahr die Lizenz mit dem stärksten Wachstum im Spielwarenbereich. Gleich drei der Top-Wachstumslizenzen für Spielzeug in den USA begleiteten den Kinostart neuer Blockbuster-Movies, nämlich Trolls, Batman v Superman und Finding Dory.
Das Feiertagsgeschäft
2016 profitierten die Konsumenten von zwei zusätzlichen Einkaufstagen zwischen Thanksgiving und Weihnachten – einer davon war ein Samstag. Insgesamt war das Einzelhandelsergebnis in dieser Feiertagssaison allerdings eher durchwachsen. Das Umsatzwachstum von 28 Prozent in der Woche vor Weihnachten ging wahrscheinlich auf Kosten der anderen Wochen im vierten Quartal. Für die Konsumenten begann die Feiertagssaison mit frühen Cyber Monday Online Promotionen während der Woche rund um Thanksgiving/Black Friday. Danach sanken die Umsätze in den ersten drei Dezemberwochen und stiegen erst zum Last-Minute-Shopping in der Woche vor Weihnachten wieder an.
„Die Spielwarenindustrie ist das Aushängeschild einer erfolgreichen Industrie, aber wie immer liegt noch einiges an Arbeit vor uns“, erklärt Lennett. „Die Feiertagssaison 2016 hat uns gelehrt, dass sich zusätzliche Einkaufstage und frühe Online-Promotionen nicht zwangsläufig positiv auf den Gesamtumsatz auswirken. Die Händler müssen versuchen, die Kunden schon zu Beginn der Weihnachtssaison in die Geschäfte zu locken und den Gesamtabsatz auf allen Kanälen anzukurbeln. Derzeit wachsen die Online-Shops weiter auf Kosten des konventionellen Einzelhandels. Die Spielwarenindustrie muss daher Wege finden, die fehlenden Umsätze, die sonst durch Impulskäufe in Geschäften generiert werden, auszugleichen. Immerhin waren die bisher ein wichtiger Umsatzgenerator. Händler und Hersteller mit kreativen Strategien werden 2017 zu den Gewinnern zählen.“
*Quelle: The NPD Group Inc. / Retail Tracking Service, Januar-Dezember 2016
Die Daten beruhen auf den Meldungen von Händlern, die am The NPD Group's Retail Tracking Service teilnehmen. The NPD Group schätzt, dass der Retail Tracking Service derzeit fast 80 Prozent des US-Einzelhandels für Spielwaren abdeckt. Hochgerechnet auf 100 Prozent des Marktes kann man von einem Gesamtvolumen von 26 Milliarden US-Dollar ausgehen.
**Zu Sammelartikeln gehören Sammelkarten/-sticker, Strategische Sammelkartenspiele, Minifiguren-Sets, Actionfiguren & Zubehör, Puppen & Accessoires, Überraschungs-/Wundertüten und diverse Sammelmarken.
US-Amerika ist einer von zwölf Spielwarenmärkten weltweit, die von The NPD Group beobachtet werden. Die übrigen Märkte sind Australien, Belgien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Mexiko, Russland und Spanien.
