Babys mögen’s bunt
Baby- und Kleinkindspielzeug
Pisa und Wellness-Welle erreicht Babys
Nach Einschätzung des Bundesverbandes des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) wurde 2004 Baby- und Kleinkindspielzeug für etwa 200 Mio. Euro (zu Endverbraucherpreisen) verkauft – das sind 8 % des Gesamtmarktes für klassisches Spielzeug. Drei Trends prägen derzeit den Spielzeugmarkt für Kinder bis 3 Jahre: Lernen, Spaß und Wellness.
- Lernen: Nach Pisa und OECD-Studie widmen Eltern verstärktes Interesse der Entwicklung ihres Kindes: Sie achten auf den pädagogischen Mehrwert von Spielzeug und die Branche reagiert mit neuen Spielkonzepten und Produktlinien darauf. Ob Training des Reaktionsverhaltens oder Erlernen von Formen und Farben – das große Lernbedürfnis der ganz Kleinen wird nicht länger unterschätzt.
- Spaßfaktor: Die Eltern von heute sind klüger: Der „erhobene Zeigefinger“ hat ausgedient. Sie wissen, dass Spielzeug nur „bespielt“ wird, wenn es auch Spaß macht. Deshalb gehört bei Baby- und Kleinkindspielzeug auch immer eine richtige Portion Spaß dazu. Denn: Auch Babys wollen lachen.
- Wer hätte das gedacht – auch das Thema Wellness hat die Kinderzimmer erreicht: Eltern wollen, dass sich ihre Babys wohlfühlen. Und glückliche Babys machen auch den Eltern mehr Freude. Hier sind die Angebote grenzenlos: Ob ausgefeilte Babyschaukel oder anregendes Mobile – die ganz Kleinen sollen sich entspannen können.
Kinderwagen
Der Trend geht zum Zweitkinderwagen
Die Zukunft eines Landes hängt nicht von der Zahl der Personenkraftwagen, sondern von der Zahl der Kinderwagen ab: 2004 standen in Deutschland 3,3 Mio. neu zugelassenen Pkws knapp 1 Mio. verkaufte Kinderwagen gegenüber. Immerhin wuchs der Kinderwagen-Absatz in Deutschland laut Interconnection Consulting Group im vergangenen Jahr um 2,0 %. Dies ist angesichts der schwierigen konjunkturellen Lage und stagnierender Geburtenraten (–0,15 %) eine kleine Sensation. Grund für diese positive Entwicklung ist unter anderem der Trend zum Zweitkinderwagen: Da Frauen zunehmend erwerbstätig sind, ist verstärkt eine leichte und kompakte Zweitausstattung zum Beispiel bei den Großeltern gefragt. Der Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels schätzt den Endverbraucherumsatz für Kinderwagen mit Zubehör auf etwa 250 Mio. Euro im Jahr. 920,0

Nachdem der Kinderwagenmarkt über Jahrzehnte von Stabilität gekennzeichnet war, hat sich die Innovationsgeschwindigkeit und die Trenddichte in den letzten Jahren deutlich erhöht. Junge Eltern wollen nicht nur moderne bzw. derzeit futuristische Designs, sondern vor allem Kinderwagen, die sich komfortabel bedienen lassen. Die wesentlichen Trends im Überblick:
- Schwenkräder – die sich um die eigene Achse drehen – erleichtern die Lenkbarkeit. Der Absatz von Dreiradwagen geht dagegen – von Ausnahmen abgesehen – zurück.
- Spezialräder mit Hohlkammern lösen Lufträder ab. Die neuen Räder müssen nicht mehr aufgepumpt werden und können keinen Platten bekommen, nähern sich in ihren Fahreigenschaften aber den Lufträdern an.
- Extraleichte und gut klappbare Kinderwagen mit optimiertem Packmaß bzw. aus Aluminium lassen sich besser im Auto verstauen – beim Kauf testen!
Autokindersitze
Schutzengel reicht nicht aus
Etwa zwei Drittel aller Kinder werden durch ihre Eltern im Fahrzeug nicht ordnungsgemäß gesichert. Wohl keiner würde sein Kind auf der Balkonbrüstung im 3. Stock eines Wohnhauses turnen lassen. Ein Fall aus dieser Höhe entspräche aber dem Anprall eines nicht angeschnallten Kindes bei 50 km/h gegen ein fest stehendes Hindernis. Immerhin hat dank noch besserer Kindersitze die Zahl der schwereren Fehler bei der Sicherung von Kindern in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Trotzdem sind die Eltern gefordert, ihre Kinder richtig anzuschnallen. Unter anderem durch die Isofix-Technik soll die Befestigung von Kindersitzen nun weiter vereinfacht und Fehlbedienungen verhindert werden. Ebenso sichert der Testeinbau des Kindersitzes beim Händler vor Ort eine ordnungsgemäße Handhabung nach den Herstellervorgaben.
Der BVS schätzt den Endverbraucherumsatz bei Autokindersitzen auf 110 Mio. Euro. Ein Teil der Verbraucher kauft wegen der einerseits kurzen Nutzung – zum Beispiel von Babyschalen – und der anderseits hohen Produktqualität gebrauchte Kindersitze. Deren Vorgeschichte ist aber oft nicht mit Sicherheit feststellbar. Oft sind die Kindersitze auch nicht mehr auf dem neuesten sicherheitstechnischen Stand. Eltern sollten deshalb grundsätzlich auf die mehrstellige Zulassungsnummer auf dem orangefarbenen Etikett am Kindersitz achten: Diese Nummer sollte mindestens mit einer 03 oder 04 beginnen. „03“ steht für ECE R 44-03 und „04“ für die neue seit Juni 2005 mit einer Übergangsfrist eingeführte ECE R 44-04. Außerdem sollten Eltern beim Kauf eines Kindersitzes auf den Seitenaufprallschutz achten.
Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels e.V. (BVS)
Der BVS vertritt die Interessen des Einzelhandels der Fachbereiche Spielwaren, Kinderwagen, Korbwaren, Freizeitbedarf/-artikel, Hobby/Basteln, Modellbahnen, Modellbau, Videogames/- konsolen aller Vertriebswege und Unternehmensgrößenklassen in Deutschland. Er ist dem Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) angeschlossen, dessen Landesverbände die Delegierten der BVS-Mitgliederversammlung stellen. Außerordentliche Mitglieder sind die wichtigsten Einkaufskooperationen der Branche.
