Das erfolgreichste Familienspiel aus dem Ravensburger Spieleverlag feiert 25. Geburtstag: „Das verrückte Labyrinth“ gehört in Deutschland und vielen Ländern zu den beliebtesten Brettspielen, weil es wunderbar einfach und stets überraschend ist. Die Mitspieler verändern bei jedem Zug das Spielfeld neu, verschieben Gänge, irren durchs Labyrinth und suchen nach Schätzen. Mittlerweile ist aus dem Klassiker, den der Psychologie-Professor Max J. Kobbert erfunden hat, eine Familie aus 19 unterschiedlichen Labyrinth-Spielen entstanden. Rund 13 Millionen Mal ging der Schiebespaß weltweit über die Ladentische. Im Jubiläumsjahr bringt Ravensburger eine limitierte Sonderauflage heraus mit einer tatsächlich „bahnbrechenden“ Zusatz-Regel.
Schatzkarte, Ring, Kobold und der winkende Geist … sie alle sind im Wirrwarr der Labyrinthgänge aus Kärtchen zum Greifen nah. Doch Mauern und Sackgassen versperren den Weg. „Ver-rückt“ wird das Labyrinth erst mit dem stets überzähligen einen Kärtchen: Wer am Zug ist, schiebt es taktisch klug in eine der sechs Kärtchen-Reihen des Spielfelds, bis ein anderes Kärtchen herausplumpst. Mit diesem kleinen Einschub ändert sich das Gefüge aus Barrieren und Gängen. Plötzlich ist der Weg zu den Schätzen mit etwas Glück frei. Das Prinzip ist leicht zu verstehen und fasziniert Menschen unterschiedlichster Kulturen. Auf der ganzen Welt jagen Menschen durch die Gänge des verrückten Labyrinths und suchen nach Schätzen - vom „Muuttuva Labyrintti“ in Finnland bis zum „aMAZEing Labyrinth“ in den USA. In Italien ist „il labirinto magico“ das beliebteste Brettspiel nach Monopoly. Zählt man alle Adaptionen und Übersetzungen zusammen, hat Ravensburger bereits über 60 verschiedene Ausgaben auf den Markt gebracht. Kein anderes Brettspiel von Ravensburger wurde in so viele Sprachen übersetzt.
Wie eine geniale Idee entstand
Auf den verschiedenen Schachteln der internationalen Ausgaben prangt der Schriftzug des Titels in kyrillischen Schriftzeichen ebenso wie in arabischen oder chinesischen. Darüber freut sich auch Prof. Dr. Max J. Kobbert. Der 66-Jährige hat das Spiel 1983 erfunden. Er reist gerne in ferne Länder, und ein Besuch im Spielwarenladen gehört stets zum Reiseprogramm. Ob im mexikanischen Indianerdorf oder im Inselstaat Mauritius, Kobbert packt die Kamera aus und fotografiert das Spiel, das zu seinem Lebenswerk gehört. Schon als Kind zogen Irrgärten Max J. Kobbert magisch an. Doch ebenso rasch langweilten ihn die Labyrinthe in Rätselheften. War die Lösung einmal gefunden, war der Spaß vorbei. Die Idee von einem veränderbaren Labyrinth spukte seither in seinem Kopf herum – selbst dann noch, als er bereits an der Fachhochschule Münster als Professor für Wahrnehmungspsychologie lehrte. Tagsüber im Hörsaal referierte er über Themen wie bildhaftes Denken. Abends tüftelte er an einem Labyrinth, das sich selbst verändert, indem man es durchwandert. Er wollte ein Spiel entwickeln, das Erwachsenen helfen könnte, das anschauliche Denken zu trainieren. Zunächst entwickelte er eine Kugelform. Inspiriert vom Rubik-Würfel, schuf er ein Gänge-System aus drehbaren Scheiben. Doch die Sache war letztlich zu kompliziert für ein größeres Publikum. Wie so oft bei genialen Einfällen war es eine Alltagssituation, in der Kobbert sein Heureka erlebte: Er arbeitete am Schreibtisch und zog eine Schublade auf. Als er sie wieder zuschob, blitzte vor seinem geistigen Auge der Schiebemechanismus für ein zweidimensionales Spiel auf. Eilig programmierte er es für seinen Atari-Computer, erst später übertrug er es auf Pappe.
Oft gewinnen die Kinder
Den ersten gebastelten Papp-Prototypen legte er seiner vierköpfigen Familie vor und erlebte eine Überraschung: Jedes Mal gewann seine damals siebenjährige Tochter. Schnell wurde ihm klar, dass er gerade das perfekte Familienspiel erfunden hatte. „Kinder sind einfach besser im anschaulichen Denken“, weiß Kobbert aus der Wahrnehmungspsychologie. Das habe damit zu tun, dass diese Form des Denkens im Kindesalter ausgebildet, aber später kaum genutzt wird. Nachdem Kobbert inzwischen viel Gelegenheit hatte, die Wirkung auf die Spieler zu beobachten, ist er überzeugt, dass sich das vernetzte, nicht-lineare Denken trainieren lässt: „Auch Erwachsene werden besser darin, je öfter sie „Das verrückte Labyrinth“ spielen.“
Als Kobbert den Prototyp auf den Göttinger Autorentagen ausgebufften Spielern vorstellte, bildeten sich schnell Trauben von Menschen um jenes ungewöhnliche Spielfeld, das ständig seine Gestalt wandelte. Auch Erwin Glonegger, der damals das Programm des Ravensburger Spieleverlags betreute und schon Jahre zuvor ein Spiel des Autors aufgenommen hatte, erkannte das Potential dahinter. Inmitten des Andrangs rief er dem Tüftler zu: „Herr Kobbert, das ist Ihre Rente!“.
Die Labyrinth-Familie entsteht
1986 schaffte es „Das verrückte Labyrinth“ auf die Auswahlliste zum Spiel des Jahres und wurde im Finale schließlich nur noch von der Konkurrenz aus dem eigenen Haus überholt: „Heimlich & Co“. Ravensburger legte den Grundstein für die erste Produktfamilie in der Verlagsgeschichte und Kobbert tüftelte weiter und weiter an sich-selbst-bewegenden Systemen. So ist aus dem Ur-Labyrinth binnen 25 Jahren ein weit verzweigtes Reich von Labyrinth-Spielen geworden, an dem sich auch andere Ravensburger Autoren beteiligten. Von der Junior-Version, über die Miniatur-Version als Kartenspiel bis zum Master Labyrinth sind bis heute 19 verschiedene Spielformen erschienen. „Das Labyrinth der Meister“ erhielt 1991 nicht nur den Deutschen Spielepreis, sondern auch den Preis „Schönstes Spiel“ von der Jury „Spiel des Jahres“. Bekannte Charakter- und Lizenzthemen bekamen eigene Labyrinth-Ausgaben. So erfreut das Labyrinth Spongebob Schwammkopf die Fans der TV-Kinderserie. Und im vergangenen Jahr kam das Avatar 3D-Labyrinth auf den Markt: Wie im Kino sitzen die Mitspieler mit 3D-Brillen davor und suchen in der dreidimensionalen Optik nach den Helden von Pandora.
Zum Jubiläum des Klassikers ein neues Elektronik-Labyrinth
Zur Feier des runden Geburtstages erscheint 2011 eine limitierte Jubiläumsversion in einer rotgolden glänzenden Metallbox mit einer „bahnbrechenden“ Zusatz-Regel. In dieser Ausgabe kann man ausnahmsweise sogar durch Wände hindurchgehen – sofern man eines der entsprechenden Symbole auf den Rückseiten einiger Karten aufdeckt. Und die Entwicklung geht weiter: Ravensburger Digital entwickelt eine App für iPhone, iPod touch und iPad. Im Freizeitpark Ravensburger Spieleland wird im Jubiläumsjahr kräftig gefeiert: Bei der Geburtstagsfeier am 4. September können die Fans ihr Schiebe-Talent unter den Augen von Max J. Kobbert beweisen oder an jedem Öffnungstag das 900 Quadratmeter große Riesen-Labyrinth entdecken. Im September erscheint das Labyrinth erstmals als elektronisches Brettspiel von Spieleautor Reiner Knizia, der bereits mit dem elektronischen Ravensburger Brettspiel „Wer war’s?“ einen Volltreffer gelandet hat. Warum auch heute noch Millionen von Menschen Gänge schieben und Schätze jagen, hat neben dem Spielspaß noch einen tieferen Grund: Max Kobbert notiert ihn, wenn er um eine Widmung gebeten wird, und verrät damit sein Lebens- und Erfindermotto: „Es gibt nichts Schöneres, als einen Weg zu entdecken, der unmöglich schien.“
Die verrückte Labyrinth-Familie
Aus einer genialen Idee wurden 19: Seit seinem Erscheinen vor 25 Jahren ist aus dem Erfolgsspiel „Das verrückte Labyrinth“ eine illustre Familie von 19 eigenständigen Spieletiteln geworden. Zählt man alle fremdsprachigen Ausgaben dazu, sind weltweit sogar über 60 Varianten in Ravensburg entstanden. Schon kurz nach dem großen Erfolg mit der Urversion tüftelte Prof. Max J. Kobbert an weiteren Labyrinth-Spielen. Der zunächst befürchtete „Kannibalisierungseffekt“ – eine zusätzliche Version verdrängt die erste – ist nicht eingetreten: Die Grundidee behielt für Millionen Menschen auf allen Kontinenten ihren Reiz. Aktuell im Programm findet man riesengroße und klitzekleine Labyrinth-Spiele, superschnelle und beinharte – und bald auch elektronische:
Grundsolides Mauerwerk: „Das verrückte Labyrinth“ (seit 1986)
Kein Ravensburger Brettspiel hat sich in Deutschland jemals rasanter verkauft als dieser Klassiker. 1986 schaffte es „Das verrückte Labyrinth“ sogar auf die Auswahlliste zum Spiel des Jahres und verkaufte sich bis heute weltweit über acht Millionen Mal.
Das Einfachste: „Junior-Labyrinth“ (seit 1995)
Der einfache Schiebespaß für Kinder ab fünf Jahren: Wer kann den Gespenstern helfen, sich einen Weg durch das Labyrinth zu bahnen? Und für geübte kleine Gespenster gibt es noch eine Profivariante.
Das Größte: „Das verrückte Labyrinth“ im Ravensburger Spieleland (seit 1998)
Es misst 30 mal 30 Meter und hat zwei Meter hohe Wände. Im verrückten Labyrinth im Freizeitpark zwischen Ravensburg und Bodensee kann man den Klassiker live erleben – bitte nicht erschrecken, wenn hinter der Ecke ein mannshoher Kobold wartet. Das begehbare Labyrinth im Ravensburger Spieleland gehört zu den beliebtesten Attraktionen des Freizeitparks. Über vier Millionen Besucher sind bereits durch die Gänge geirrt.
Das Kleinste: „Labyrinth Kartenspiel“ (seit 2000)
Das kleinste Mitglied der Labyrinth-Familie spielen zwei bis sechs Irr-Gärtner. Es besteht ausschließlich aus den quadratischen Gängekärtchen im klassischen Format mit den bekannten Schatzsymbolen darauf. Durch geschicktes Anlegen werden Wege geschaffen und einzelne Kärtchen als Siegpunkte eingeheimst, während das Labyrinth von anfänglich vier Kärtchen, die im Quadrat ausliegen, wächst und wächst.
Das Schnellste: „Die Schatzjagd“ (seit 2005)
Die Version aus der Feder des Spieleautors Gunter Baars wird lediglich mit den Augen gespielt: Auf zahlreiche, handgroße Karten sind komplette Labyrinthe gedruckt, die sich nur bei genauerem Hinsehen unterscheiden, dann aber erheblich: Die Konkurrenten müssen „auf Los“ so schnell wie möglich angeben, wie viele Schätze in den Gängen erreichbar sind.
Das erste Digitale: „Das verrückte Labyrinth“ für Nintendo DS (seit 2008)
In dieser Variante für Nintendo DS erlebt der Spieler eine spannende Abenteuergeschichte und muss dabei alle Labyrinthe bezwingen um die Schätze zu finden.
Das „Tiefgründigste“: „SpongeBob Labyrinth“ (seit 2008)
SpongeBob, der lustigste TV-Schwamm, gehört zu den beliebtesten Helden des Kinderzimmers. In dieser Ausgabe des verrückten Labyrinths werden die bekannten TV-Figuren in einer Unterwasserwelt aufgesammelt.
Das Härteste: „Das Duell“ (seit 2009)
Das Familienmitglied für Menschen, die den Showdown lieben. Man spielt in seinem eigenen Labyrinth gegen die Uhr oder gegen einen Gegner, der dieselbe Aufgabe bekommt, sie aber auf einem garantiert anders gestalteten Gänge-System lösen muss.
Das Plastische: „Avatar Labyrinth 3D“ (seit 2010)
In der düsteren Welt des Planeten Pandora gilt es, die Figuren Jake, Neytiri und andere zu befreien. Die Spieler tragen 3D-Brillen, die das Spielfeld wie im Kino in dreidimensionaler Optik erscheinen lassen.
Das „bahnbrechende“: „Das verrückte Labyrinth“ Jubiläumsausgabe (2011)
In der rotgolden schillernden Metallbox findet sich das bewährte Spiel – mit zusätzlichen Glücksoptionen: Die Rückseiten von zwölf der Kärtchen verleihen dem Finder magische Kräfte.
Das Mobilste: „Das verrückte Labyrinth“ auf iPhone und iPad (Frühjahr 2011)
Im Jubiläumsjahr des Brettspielklassikers entwickelt Ravensburger Digital eine App für iPhone, iPod touch und iPad. Die Labyrinth-Fans können dann sowohl einzeln als auch mit Freunden „Das verrückte Labyrinth“ und „Labyrinth – Das Duell“ spielen und dabei ihr strategisches Geschick in einer Vielzahl von Spielmodi unter Beweis stellen. Die Veröffentlichung in iTunes ist im Frühjahr 2011 geplant.
Das Aktuellste: Elektronik Labyrinth (Herbst 2011)
Im September 2011 bekommt der Klassiker elektronische Intelligenz: Ein sprechendes Zauberbuch steht den Abenteurern zur Seite, die im verrückten Labyrinth von Grimelda nach Zaubersteinen und verwunschenen Fabelwesen suchen.
