Nach dem jüngsten Bericht der NPD Group, dem führenden Institut für internationale Markt- und Meinungsforschung, erreichten die Einzelhandelsumsätze mit Spielwaren für Kinder im Alter von 0-23 Monaten 2009 ein Gesamtvolumen von 1,3 Milliarden Euro in den fünf wichtigsten europäischen Märkten (Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien). Das und die Tatsache, dass die Geburtenrate in allen Ländern außer Deutschland wieder leicht ansteigt, lässt auf einen neuen Wachstumsmarkt hoffen: 2009 wurden in den fünf größten Ländern Europas 3,4 Millionen Babys geboren. Auch wenn alle anderen Branchen über anhaltende Rezession klagen, legte der Spielwarenmarkt für Kinder unter 2 erneut 1% zu. Wachstumsführer ist Großbritannien, dessen Marktvolumen mittlerweile fast das Dreifache von Spanien oder Italien erreicht. „Einmal mehr beweist der Kindermarkt seine Widerstandsfähigkeit gegenüber dem stärksten Konjunkturrückgang seit den 1980ern. Das Umsatzwachstum verdankt die Branche vor allem seiner Innovationsfähigkeit und offensiven Werbekampagnen im Einzelhandel“, erklärt Frédérique Tutt, Branchenspezialistin der NPD Group.
Auch die Warengruppe Babyausstattung (mit Kinderwagen, Autositzen, Tragesystemen u.ä.) erlebte laut NPD Group 2009 sowohl in Frankreich (+2%) als auch in Britannien (+5%) einen deutlichen Zuwachs. Dabei werden auch weiterhin die meisten Investitionen im Bereich Kinderwagen getätigt. Diese Produktgruppe repräsentierte 2009 fast ein Drittel des Gesamtvolumens von 605 Millionen Euro in Großbritannien.
„Angesichts durchschnittlicher Kinderwagenpreise von 236 Euro in Frankreich und 209 Euro in Großbritannien ist das wenig überraschen“, erklärt Tutt: „Aber die Marktstruktur der einzelnen Länder ist nicht immer vergleichbar und jedes Land hat seine eigenen Besonderheiten. In den USA beobachten wir beispielsweise ein starkes Interesse an Babyschaukeln, die in Europa jedoch immer noch vergleichsweise selten gekauft werden.“
Schlüsselfaktor für Wachstum war in allen Ländern Produktinnovation. Besonders digitale Überwachungssystem und Videomonitore haben in den vergangenen Jahren mit ihren hohen Anschaffungspreisen die Ladenkassen klingeln lassen.
Ein weiteres Beispiel für erfolgreiche Produktinnovation ist die Entwicklung von Kinderwagen mit variabler Sitzposition, Schwenkbügeln oder wählbarer Blickrichtung, die es der Mutter erlauben, ihr Kind immer im Auge zu behalten. In Frankreich erzeugen diese Kinderwagen mittlerweile mehr als 40% des Gesamtumsatzes; das entspricht einem Wachstum von 80% im Jahr 2009.
Viele Mütter informieren sich zunehmend im Internet über Produktinnovationen und Angebote. Eltern-Chatrooms und Kundenrezensionen auf Händlerseiten sind – in manchen Ländern - für die Kaufentscheidung mittlerweile ebenso wichtig wie der Besuch im Laden. Das Medium Internet ist damit zu einem wichtigen Instrument der Vermarktung geworden, das viele Hersteller neugierig macht.
Der britische Nursery Report berichtet über folgende Warengruppen: Kinderwagen, Tragesysteme, Autositze, Reisebetten, Sitze und Hochstühle, Badezubehör, Elektroartikel und Sicherheit. Der Frankreich-Bericht konzentriert sich auf die Warengruppen: Kinderwagen, Tragesysteme, Autositze, Sitze und Hochstühle.
