Auf ihrer Klausurtagung vom 28. bis 30. Mai 2010 wählten die Juroren des Kritikerpreises „Spiel des Jahres“ ihre Favoriten für den Hauptpreis. Am 28. Juni wird in Berlin das „Spiel des Jahres 2010" gekürt. Die Jury - neun unabhängige Spielekritiker - hat jetzt fünf Spiele nominiert, die in die engere Auswahl gekommen sind.
Die fünf zum „Spiel des Jahres 2010“ nominierten Titel in alphabetischer Reihenfolge:
A la carteKühne Küchenkeilerei für 3 - 4 Chaosköche ab 8 Jahren
Von Karl-Heinz Schmiel
Grafik: Christof Tisch und Jochen Eeuwyk
Verlag: Heidelberger Spieleverlag (Elztal)
DixitFantasievolle Gedankenspiele für 3 - 6 Kommunikative ab 8 Jahren
Von Jean-Louis Roubira
Grafik: Marie Cardouat
Verlag: Libellud (Roubaix, Frankreich)
Vertrieb: Asmodee (Konstanz)
FreskoSpannende Deckenmalerei für 2 - 4 Planer ab 10 Jahren
Von Marco Ruskowski und Marcel Süßelbeck
Grafik: Oliver Schlemmer
Verlag: Queen Games (Troisdorf)
IdentikFerngesteuerte Zeichnerei für 3 - 6 Künstler ab 8 Jahren
Von William P. Jacobson und Amanda A. Kohout
Verlag: Asmodee (Konstanz)
Im Wandel der Zeiten - Das Würfelspiel. BronzezeitAufbau einer Zivilisation durch 1 - 4 Würfelgötter ab 10 Jahren
Von Matt Leacock
Grafik: Claus Stephan, Marko Fiedler, Pixel Productions
Verlag: Pegasus Spiele (Friedberg)
Kommentar der Jury zu den Familienspielen 2010
Spielen macht Spaß, Spielen regt die Fantasie an, Spielen macht schlau... die Aufzählung, was das Spiel im Menschen alles vermag, ließe sich beinahe bis ins Unendliche weiter führen. Bester Beweis dafür sind die Spiele, die die Jury „Spiel des Jahres 2010“ in diesem Jahr für die begehrte Auszeichnung nominiert hat: Da darf man sein Glück als Küchenchef versuchen, sich in bildhafte Traumwelten versenken, als Maler ein Deckengemälde vervollständigen, mit dem Zeichenstift wahre Lachsalven hervorrufen oder in der Bronzezeit Monumente errichten. So etwas geht nur im Spiel.
Der Einfallsreichtum, mit dem die Autoren, Illustratoren und Verlage ihre Ideen in einzigartige Spiele verwandelt haben, hat die Jury auch in diesem Jahr wieder überzeugt. Das zeigt sich in der Liste der insgesamt 16 empfohlenen Spiele, mit der die Jury einige Trends ausfindig gemacht hat.
An erster Stelle sind hier die Kommunikationsspiele zu nennen, von denen sich gleich zwei auf der Nominierungsliste befinden. Weiterhin Zwei-Personen-Spiele, die nach einer längeren Pause derzeit eine Renaissance erleben, oder kurzweilige Würfelspiele, mit denen man auch auf Reisen oder am Ferienort nicht auf sein spielerisches Vergnügen zu verzichten braucht. Auffallend ist nicht zuletzt die große Zahl an anspruchsvolleren Spielen. Speziell für Spieler, die mit dem „Spiel des Jahres 2010“ groß geworden sind, findet sich auf der Liste ein reichhaltiges Angebot.
Dieser Tatsache trägt auch der diesjährige Sonderpreis „Spiel des Jahres plus" Rechnung, mit dem die Jury das Spiel „Die Tore der Welt" auszeichnet. Dieses Spiel setzt nicht nur auf kongeniale Weise die Romanvorlage von Ken Follett auf dem Spielbrett um. Es vermag gerade jenen Spielern, die mehr gefordert werden möchten, neue Spieltiefen zu erschließen. Mit dieser Auszeichnung honoriert die Jury, dass sich im Bereich der etwas anspruchsvolleren Spiele beachtliche Innovationen ergeben haben. Spiele dieser Art befanden sich zwar seit jeher im Fokus der Jury, wurden bislang aber nur auf der Empfehlungsliste berücksichtigt. Der Sonderpreis „Spiel des Jahres plus" soll denjenigen Menschen eine Orientierung bieten, die bereits über längere Zeit mit Spielen Erfahrung gesammelt haben.
Nun darf auch in diesem Jahr wieder fest spekuliert werden, welches Spiel am 28. Juni zum „Spiel des Jahres 2010“ gekürt wird. Ganz gleich, wer die Auszeichnung erhält: Auch in diesem Jahr werden wir einen Preisträger bekommen, der es versteht, Menschen unterschiedlicher Altersstufen um den Tisch zu vereinen. Das kann eben nur ein Spiel...
Bernhard Löhlein
1. Vorsitzender der Jury „Spiel des Jahres“
