Den Herstellern von Kunststoffspielzeug stehen ganz schwere Zeiten ins Haus,
beklagt der Deutsche
Verband der Spielwaren-Industrie (DVSI)
. Kunststoffspielzeug reicht von der Playmobil-Figur über Sandkastenspielzeug,
maßstabsgetreue Fahrzeuge, Baukästen, Kindertretfahrzeuge bis hin zum Bobbycar
über die ganze Palette der klassischen Spielwarenbranche hinweg.
Die Hersteller in Hochlohnländern haben die Automatisierung so stark vorangetrieben, dass z.B. der deutsche Produktionsstandort wettbewerbsfähig ist mit jedem Produktionsstandort auf der Welt.
Wie der DVSI mitteilt, ist die Automatisierung jedoch gleichzeitig die Achillesverse in Zeiten der spekulationsgetriebenen Ölpreis-Hausse. Denn der Materialanteil an den Gesamtkosten für die Herstellung von Kunststoffspielzeug ist außerordentlich hoch. Er schwankt im Bereich zwischen 30 und 50 Prozent.
Nachdem nun die wichtigsten Ausgangsprodukte Ethylen, Propylen und Styrol von November 2003 bis September 2004 durchweg um mehr als 70 (!) Prozent angestiegen sind, müssen die Hersteller von Kunststoffspielzeug nach diesem Preisanstieg offenbar mit der bevorstehenden Preisexplosion rechnen.
Die Brancheninformation „ki Kunststoffinformation“ schreibt in ihrer Ausgabe vom 6. September 2004: „Da die meisten Erzeuger auch noch knapp mit Mengen sind und Styrol weiter steigen soll, haben sie Preiserhöhungen von bis zu 250 € je Tonne“ (das sind ca. weitere 20 %) „für den September vorgelegt. Selbst alte Hasen des Standard-Polymerpreisgeschäftes konnten sich auf Nachfrage nicht erinnern, je mit solchen Steigerungsabsichten konfrontiert worden zu sein.“
Infolge langfristig geschlossener Verträge mit dem Handel sind die Hersteller von Kunststoffspielzeug gebunden, so dass sie die Kostenerhöhungen für das kommende Weihnachtsgeschäft nicht weitergeben dürfen. Auch können sie nicht erwarten, dass sie sich im neuen Jahr aus der Kostenfalle komplett herauswinden können. Der Markt lässt notwendige Preiserhöhungen im satt zweistelligen Bereich nicht zu.
Zur Erhaltung ihrer Existenz werden die Hersteller von Kunststoffspielzeug jedoch gezwungen sein, Preiserhöhungen durchzusetzen, die deutlich über dem Durchschnitt der letzten Jahre liegen müssen.
