Während Deutschland noch über Digitalisierung diskutiert,
baut China längst an der Industrie von morgen. Beim größten Hochschul-Wettbewerb für Maschinenbau und Innovation des Landes traten jetzt rund 3.000 Studenten und Professoren aus ganz China gegeneinander an – und mittendrin steckt Technik-Know-how aus Süddeutschland: Lernsysteme von fischertechnik aus Baden-Württemberg.
Besonders bemerkenswert: China setzt seit Jahren gezielt auf
praxisnahe Technik-Ausbildung und auf Lernsysteme aus
Deutschland. Die Lehrmittelkonzepte von fischertechnik gelten
dort als wichtiger Baustein, um sogenannte „Future Skills“ zu
vermitteln – also Fähigkeiten in Robotik, künstlicher Intelligenz,
Automatisierung, Programmierung und digitalem Denken.
Beim 12. Nationalen Wettbewerb für Mechanische Innovation
und Design in Qingdao kämpften 755 Teams von 246 Universitäten um die besten Zukunfts-Ideen. So viele Teilnehmer und
Projekte wie noch nie zuvor!
Unter dem Motto „Geschicklichkeit, Intelligenz und ein besseres
Leben“ entwickelten die Nachwuchs-Ingenieure intelligente Maschinen für die Fischverarbeitung, automatische Anlagen zur
Reinigung und Verpackung von Gemüse sowie bionische Hochleistungs-Schmetterlinge. Viele Projekte arbeiteten bereits mit
KI-Steuerung, Automatisierung und modernster Robotik-Technik.
75 Experten bewerteten die Arbeiten und prüften, welche Ideen
das Potenzial haben, Chinas Industrie und Landwirtschaft künftig effizienter und moderner zu machen.
Und auch im „Ländle“ hat man den Trend erkannt! In Baden-Württemberg läuft bereits das Großprojekt „ComThink“ („Computational Thinking“). Dabei stattet das Landesmedienzentrum
Baden-Württemberg im Auftrag des Kultusministeriums bis
Ende diesen Jahres insgesamt 404 weiterführende Schulen mit
speziellen fischertechnik-Klassensätzen aus. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler frühzeitig fit für die digitale Zukunft zu machen.
Mit den fischertechnik Sets lernen Jugendliche spielerisch, wie
Sensoren, Steuerungen, Algorithmen und Automatisierung
funktionieren. Gleichzeitig werden Teamarbeit, Problemlösung
und technisches Denken trainiert – genau die Fähigkeiten, die
weltweit als Schlüsselkompetenzen der Zukunft gelten.
Während China Milliarden in technische Bildung investiert und
Tausende Nachwuchs-Ingenieure auf die Zukunft vorbereitet,
passiert in Deutschland vielerorts noch zu wenig. Baden-Württemberg geht mit ComThink voran – doch viele Bundesländer
hinken beim Thema Future Skills und Technik-Ausbildung oft
noch hinterher.
Der Mega-Wettbewerb in Qingdao zeigt deshalb vor allem eines: China meint es ernst mit dem Rennen um die Technologien
der Zukunft – und setzt dabei längst auch auf Know-how „Made
im Ländle“.
