Bei seinem ersten Auftritt vor den Anteilseignern als CEO hat Josh D’Amaro die künftige Ausrichtung von The Walt Disney Company skizziert. Für die Licensing-Branche besonders relevant: Disney will seine Stories, Marken und Franchises noch stärker plattformübergreifend vernetzen – von Streaming über Games bis hin zu Consumer Products, Parks und Kreuzfahrten.
Auf der Hauptversammlung der Aktionäre am 18. März 2026 hat der neue Disney-CEO Josh D’Amaro die nächste Entwicklungsphase des Unternehmens vorgestellt. Im Zentrum seiner Ausführungen stand der Anspruch, Disney als „one Disney“ noch stärker verzahnt aufzustellen und Verbraucherinnen und Verbrauchern ein „verbundeneres, personalisierteres und immersiveres“ Erlebnis zu bieten – unabhängig davon, wo und wann sie mit den Marken des Konzerns in Kontakt treten. Für Akteure der Lizenzbranche ist diese Stoßrichtung deshalb relevant, weil sie die strategische Bedeutung einer markenübergreifenden Verwertung von IPs über zahlreiche Touchpoints hinweg unterstreicht.
Disney verweist dabei ausdrücklich auf die Breite seines Ökosystems: D’Amaro nannte die Filmstudios, das wachsende Streaming-Geschäft, ESPN sowie das Experiences-Segment als zentrale Stärken des Konzerns. Die Aussage, Disney wolle Geschichten und Marken noch enger mit Erlebnissen und Konsumentenangeboten verzahnen, ist auch aus Lizenzsicht ein wichtiges Signal, weil sie die fortgesetzte Verzahnung von Entertainment, Handel, standortbasierten Angeboten und digitalen Plattformen erkennen lässt.
Franchises als Treiber für Consumer Products und Erlebnisse
Besonders konkret wurde D’Amaro beim Thema Franchise-Management. Am Beispiel von Toy Story hob er hervor, dass die Charaktere heute „überall dort leben, wo auch die Zielgruppen sind“ – unter anderem über Disney+, Consumer Products, Hotels, Themenparks und Kreuzfahrtschiffe. Für die Licensing-Industrie ist das ein klarer Hinweis darauf, dass Disney seine Kernmarken weiterhin systematisch über verschiedene Produkt- und Erlebniswelten hinweg aktiviert. Zugleich kündigte D’Amaro mit Toy Story 5 einen weiteren Franchise-Baustein für den Sommer an.
Darüber hinaus nannte Disney zwei weitere Filmprojekte mit hoher Relevanz für das künftige Lizenzgeschäft: Die Fortsetzung von Lilo & Stitch soll am 26. Mai 2028 in die Kinos kommen, Incredibles 3 folgt am 16. Juni 2028. Gerade solche frühen Terminsetzungen sind für Lizenzpartner, Handel und Vermarktungsumfelder von Bedeutung, da sie mittelfristige Aktivierungen und Produktstrategien rund um bekannte Marken erleichtern können.
Auch im Direct-to-Consumer-Bereich formulierte D’Amaro eine klare Perspektive: Disney+ soll sich über den klassischen Streaming-Dienst hinaus zum „digitalen Herzstück“ des Unternehmens entwickeln und als Portal fungieren, das Stories, Erlebnisse, Games, Filme und weitere Angebote verbindet. Zusätzlich will Disney Disney+ und Hulu noch in diesem Jahr in ein einheitliches Nutzungserlebnis überführen. Für die Lizenzbranche deutet das auf eine noch engere digitale Klammer um Disneys IP-Ökosystem hin.
Streaming, Games und Kreuzfahrten
Einen weiteren Fingerzeig in Richtung transmedialer Markenführung lieferte D’Amaro mit dem Verweis auf die Partnerschaft mit Epic Games, aus der ein neues Entertainment-Erlebnis in Fortnite entstehen soll. Auch dieser Punkt ist für Licensing-Akteure relevant, weil er zeigt, dass Disney seine Markenreichweite nicht nur über lineare oder physische Produktwelten, sondern zunehmend auch über interaktive Plattformen ausbauen will.
Im Bereich Experiences kündigte D’Amaro zudem weiteres Wachstum an, darunter neue Angebote in den Parks, einen Ausbau der Kapazitäten sowie die Erweiterung der Disney Cruise Line. Auch diese Aussagen sind für die Lizenzwirtschaft relevant, weil sie das Umfeld für markengebundene Produkte, Retail-Konzepte und Franchise-Erlebnisse weiter stärken.
Unter dem Strich machte D’Amaro bei seinem ersten Aktionärsauftritt als CEO deutlich, dass Disney seine weltbekannten Marken künftig noch konsequenter als vernetztes Gesamtsystem aus Geschichten, Produkten, digitalen Angeboten und Live-Erlebnissen versteht. Genau diese engere Verbindung der IP-Welten dürfte auch für Lizenznehmer, Handelspartner und Vermarktungsakteure eine zentrale Botschaft sein.