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We do e-Commerce! myToys feiert 20jähriges Jubiläum.

We do e-Commerce! myToys feiert 20jähriges Jubiläum.

BRANDORAtoB im Interview mit Dr. Oliver Lederle – myToys feiert heute seinen 20.sten Geburtstag. 1999 gründete Dr. Oliver Lederle zusammen mit vier Mitstreitern den Spielwaren-Online-Händler und war damit ein Pionier in der deutschen Spielwarenindustrie.

Oliver Lederle ist darüber hinaus einer der Vorzeige-Unternehmer unserer Branche: Mit 18 Jahren gründete er seine eigene Direkt-Marketingagentur, studierte an der HSG in Stankt Gallen (eine der führenden Wirtschaftshochschulen in Europa) arbeitete als Berater bei McKinsey & Co für den Bereich E-Commerce, kaufte nebenbei noch eine Teddy-Manufaktur und gründete dann myToys. 

Heute, 20 Jahre nach Gründung setzt die myToys Group rund 670 Millionen Euro um. yomonda, mirapodo und myToys sind Marken der myToys.de GmbH, limango ist darüber hinaus ein Tochterunternehmen des Unternehmens.

In der myToys Group sind über 2.000 Mitarbeiter beschäftigt – seit 1999 verließen über 70 Millionen Pakete das Haus.

myToys ist neben Amazon der wichtigsten Online-Händler für Spielware im deutschsprachigen Raum, so dass wir genauer wissen wollten, was Herrn Dr. Oliver Lederle zwanzig Jahre nach Gründung beschäftigt und auf welche Erfahrungen er zurückblicken kann.

Dr. Oliver Lederle, Gründer & CEO von myToys

 

Stichwort Onlinehandel 1999 versus 2019:

Was sind die bahnbrechenden Unterschiede?

1999 war der Onlinehandel noch neu und viele, wenn nicht die meisten, hielten das Internet für eine Modeerscheinung, die auch wieder verschwinden wird. Das hat sich, wie wir wissen, grundlegend geändert. Auch die Rahmenbedingungen sind heute komplett andere: Google z.B. spielte damals noch kaum eine Rolle.

Was hat Sie überrascht?

Ganz viel, denn schließlich bewegen wir uns seit bereits 20 Jahren immer wieder aufs Neue auf mehr oder weniger unbekanntem Gelände. Die beste Überraschung ist vielleicht die Tatsache, wo wir heute stehen. Das war vor 20 Jahren ja auch alles andere als sicher.

Was war die größte Herausforderung?

Davon gab es über die Jahre einige. Ein Beispiel, an das man sicherlich nicht als erstes denkt, ist die Skalierung der Lagerlogistik, und zwar im doppelten Sinne: Zum einen muss diese mit unseren Wachstumsraten mithalten und zum anderen eine jährlich wiederkehrende, enorme Weihnachtsspitze bewältigen können. In den vergangenen Jahren haben wir hier wertvolle Erfahrungen gesammelt und die Logistik immer weiter optimiert. Mit unserem modernen Lagerstandort ins Gernsheim sind wir heute bestens für solche Hochzeiten gerüstet.

Was konnten Sie bisher nicht lösen?

Oh, dazu fällt mir vieles ein, sonst würde es ja aber auch langweilig werden 😉. Zum Beispiel sind wir noch zu wenig im europäischen Ausland präsent.

 

Stichwort mobile shopping:

1999 gab es weder Smartphone noch Tablet – mobile Shopping war kein Begriff. Wie hat das den Online-Handel verändert?

Smartphones sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie sind unser ständiger Begleiter, auch beim Einkaufen. Eine von uns in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass heute bereits 99 Prozent der Eltern Kinderprodukte online shoppen, etwa die Hälfte davon am liebsten über das Smartphone. Und dieser Trend wird weiter zunehmen, denn Smartphones und Tablets haben das Shoppen einfach noch bequemer und unkomplizierter gemacht. Statt sich in der Vorweihnachtszeit durch volle Einkaufszentren zu schlängeln oder abends noch den Rechner hochzufahren, können Eltern ihre Einkäufe fürs Kind bequem zwischendurch in der Bahn oder auf dem heimischen Sofa erledigen. So bleibt mehr Zeit für die Familie. Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass es den stationären Handel zukünftig nicht mehr geben wird. Wo und wie der Kunde letztlich kauft, hängt von vielen Faktoren ab: Je nach Zeit und Produkt shoppt er oder sie eher im Laden oder übers Internet oder kombiniert gar beides, indem z.B. über das Smartphone Informationen gesammelt oder Preise verglichen werden und der Kauf später im Laden stattfindet. 

Stichwort stationärer Handel:

myToys war einer der ersten Pure-Online-Player, der den Schritt zum Multichannel-Retailer entgegengesetzt gegangen ist.

Warum?

Für uns war von Anfang an klar, dass wir mit myToys auch in den Innenstädten präsent sein möchten. Die Marke sollte in allen Lebensbereichen von Familien präsent sein. Deshalb war die Eröffnung stationärer Geschäfte ein logischer Schritt. Unsere erste Filiale haben wir bereits 2006 gegründet, heute sind es 17 Geschäfte deutschlandweit.

Was sind die Erkenntnisse?

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Online- und Stationär-Handel voneinander profitieren. Beide Kanäle wachsen überproportional. Deshalb ist der Stationärhandel ein wichtiger Bestandteil unserer Vertriebsstrategie. Bestandskunden bieten wir mit unseren Filialen einen zusätzlichen Kauf-Kanal. Menschen, die myToys noch nicht kennen, kommen über das haptische Einkaufserlebnis unserer Produkte mit unserer Marke in Kontakt und werden – im besten Fall – auch zu Kunden unseres Online-Shops.

Wie geht es weiter?

Zukünftig werden wir weitere Geschäfte eröffnen. Konkrete Pläne gibt es zum aktuellen Zeitpunkt aber noch nicht. 

2016 gab es die Aussage, dass „zwei stationäre Geschäfte / Jahr“ eröffnet werden sollen. Damals waren es 15 Läden. Ist diese Strategie noch aktuell?

Wir hatten uns damals das Ziel gesetzt, pro Jahr ein bis zwei Filialen zu eröffnen. Dieses Ziel haben wir immer noch, aber nicht um jeden Preis, denn die myToys-Filialen sind für uns nicht nur ein Marketingkanal. Uns ist es wichtig, dass sie wirtschaftlich sind. Deshalb müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Zuletzt haben wir uns vor allem darauf konzentriert, einige bestehende Standorte räumlich zu verlagern und sie dadurch weiter zu verbessern.

Wir danken Herrn Dr. Lederle für das Interview.