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Veränderungen im französischen Handel: Toys’R’Us und La Grande Récré

Veränderungen im französischen Handel: Toys’R’Us und La Grande Récré

Der Spielzeughandel in Frankreich hatte es in den letzten Tagen eilig aus der Krise zu kommen – eine Einschätzung von BRANDORA Geschäftsführer Christophe Macht

Die französische Tochtergesellschaft von Toys’R’Us wurde von Jellej Jouets übernommen und La Grande Récré ging an den derzeitigen CEO Jean-Michel Grunberg.

La Grande Récré und Toys’R’us sind zwei Spielzeuggiganten in Frankreich. Sie machen zusammen fast 20 Prozent des Spielwarenmarktes aus. Nun, knapp drei Monate vor Weihnachten musste für eine Branche, die 2017 etwa 3 Milliarden Euro schwer war, eine schnelle aber solide Lösung gefunden werden, um beide Unternehmen vor dem wichtigen Saisongeschäft aus der Insolvenz zu holen.

Toys’R’Us Geschäfte in Frankreich von Jellej Jouets übernommen

Die meisten Filialen von Toys’R’Us werden zu Weihnachten einen neuen Besitzer haben. Das Handelsgericht von Evry hat nun seine Entscheidung bekannt gegeben und Jellej Jouets den Zuschlag zu geben.

Jelly Jouets wurde für die Übernahme von Toys’R’Us in Frankreich gegründet und besteht aus drei Gesllschaftern:

Zum einen Cyrus Capital, ein Spezialist für Business Turnaround – aber auch einer der Gläubiger der US-Muttergesellschaft Toys’R’Us. Geführt wird Cyrus Capital von Steve Freidheim.

Zum anderen sitzt ein Spielzeughändler im Boot: PicWic! der Fillialist besitzt 25 Geschäfte im Norden und Westen Frankreichs und macht 100 Millionen Euro Umsatz. PicWic wurde 1977 von Stéphane Mulliez, Cousin des Gründers von Auchan, ins Leben gerufen.

Der Dritte im Bunde ist Tony Lesaffre, Europcar’s wichtigster Franchisenehmer in Nantes und Steve Freidheims Schwiegervater. Lesaffre soll das neue Unternehmen führen.

Das Angebot von Jellej Jouets umfasst die Übernahme von 44 Toys’R’Us Stores und 1036 Mitarbeitern. Die Strategie sieht vor, das PicWic-Modell zu spiegeln und Familien durch Aktivitäten und Workshops für Kinder in die Läden zu holen.

Es gab mehrere Kandidaten für die Übernahme. Der Präsident des Handelsgerichts von Evry, Alain Gruson, erklärte die Entscheidung damit, dass Jellej Jouets den besten Kompromiss anbot. Mit PicWic und Cyrus Capital wird fachliches Know How kombiniert mit einem Kapitalgeber, der in der Lage ist, eine beträchtliche Investition in das Unternehmen vorzunehmen (es sollen etwa 120 Millionen Euro sein).

Der Fortführungsplan für La Grande Récré wurde validiert – die Spielzeuggruppe Ludendo (La Grande Récré) wurde von ihrem Geschäftsführer Jean-Michel Grunberg gekauft

Am 2. Oktober bestätigte das Handelsgericht in Paris den Fortführungsplan für die Ludendo-Gruppe. Die Gruppe ist Eigentümer der Vertriebslinie La Grande Récré, die nun von Jean-Michel Grunberg, CEO der Marke und Sohn des Firmengründers Maurice Grunberg, übernommen wird. Finanziell wird er dabei unterstützt von Financière Immobilière Bordelaise (FIB). Grunberg legte einen Fortführungsplan für das Unternehmen vor (104 Geschäfte, 1.200 Angestellte). Um ihn durchzusetzen, brauchte er rund 30 Millionen Euro und musste auf FIB, geführt von Michel Ohayon, zurückgreifen. FIB, auf Gewerbe- und Hotelimmobilien spezialisiert, war auch ein Kandidat für die Übernahme der französischen Tochter von Toys R Us. FIB verwaltet insbesondere 22 Galeries Lafayette.

Der Fortführungsplan, der am 11. Juni eingereicht wurde und nun angenommen wurde, sieht vor, dass sich die Ludendo-Gruppe von unrentablen Tochtergesellschaften und Geschäften insbesondere im Ausland (Spanien, Schweiz, Belgien) trennt. Mit einem Umsatz von 460 Millionen Euro im Jahr 2017 hatte die Gruppe fast 400 La Grande Récré-Filialen weltweit, 2.500 direkte Angestellte und 100 Franchisenehmer, bevor sie in Konkursverwaltung ging.

Bereits im Juli hatte eine Investorengruppe um CEO Yves Burger die Schweizer Franz Carl Weber AG aus der Ludendo Gruppe herausgekauft und ermöglichte damit den unternehmerischen Fortbestand auf einer vollständig unabhängigen Basis. Neben Yves Burger beteiligen sich der Unternehmer Marcel Dobler und der deutsche Spielwarenhersteller Simba Dickie Group mit je 33% an Franz Carl Weber.

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