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Streaming-Boom erfordert neue Lizenzstrategien

Streaming-Boom erfordert neue Lizenzstrategien
E. Stemmer

Licensing International hat sich mit der Thematik der verschobenen Kinofilmen und deren Auswirkung auf das Lizenzbusiness auseinander gesetzt – wir fassen zusammen und zitieren aus dem Original-Bericht.

Vor diesem Jahr war es eher selten und äußerst ungewöhnlich, dass ein großer potentieller Blockbuster, der für die Kinoauswertung vorgesehen war, stattdessen auf eine Premiere via Streaming zurückgreifen muss. Das hat sich durch die Corona-Pandemie verändert…

Die Studios wurden zu neuen Strategien gezwungen und viele haben es ausprobiert. Disney hat so zum Beispiel Mulan auf Premium VoD veröffentlicht und wird an Weihnachten den neuen Pixar-Film Soul auf Disney Plus streamen.

Doch was bedeutet das für die Lizenznehmer? Licensing International geht davon aus, dass die Art und Weise der Film-Premiere zukünftig ein potenzieller Verhandlungspunkt zwischen Rechteinhaber und Lizenznehmern sein wird.

Die Klassiker boomen

Kurzfristig greifen weltweit Lizenznehmer lieber auf bereits etablierte und „klassische“, Themen zurück. „Wir wissen, dass Einzelhändler und Verbraucher von etablierteren Marken und Charakteren mit starken Geschichten angezogen werden.“, sagt ein Manager eines großen europäischen Lizenznehmers. „Wir werden mit unseren bestehenden Lizenzen natürlich Neuheiten auf den Markt bringen, aber die Einnahmen, die neue Themen, neue Blockbuster mit sich bringen, werden wir nicht erreichen.“

Veränderung der Release-Strategie?

Längerfristig wird erwartet, dass das Kino zwar nicht „tot“ ist, jedoch sich die Studios marketingtechnisch auch auf die Streaming-Premieren fokussieren. Bei Disney gibt es beispielsweise keine Anzeichen dafür, dass das Kino aufgegeben wird, das Unternehmen „beschleunigt die Entwicklung hin zu einem Geschäftsmodell, bei dem der Verbraucher unmittelbar an erster Stelle steht, als Schlüssel für das künftige Unternehmenswachstum“, sagte CEO Bob Chapek letzte Woche.

Die Mando Mondays – Verkaufsförderung mal anders

Disney startete zum Beispiel Ende Oktober die „Mando Mondays“, um die Veröffentlichung der zweiten Staffel von „The Mandalorian“ mit Marketingaktionen zu feiern. Bis zum 21. Dezember werden jeden Montag Spielwaren, Accessoires, Publishing-Artikel und weitere Merch- sowie Lizenzprodukte den Endverbrauchern und Fans vorgestellt.

„Properties die es schon seit viele Jahren gibt, haben jetzt den Vorteil, dass sie bereits viel Wind aufgewirbelt haben. Wenn ein Film also nicht im Kino anlaufen kann, sondern auf Streaming oder VoD ausweichen muss, wird es meiner Meinung nach immer noch ein starkes Thema sein, da es sich um eine Franchise-Property handelt, die unabhängig vom Vertriebskanal attraktiv ist“, sagt Matthew Hoffman, CEO von Uncanny Brands, dessen Unternehmen Produkte auch Produkte für Minions 2: The Rise of Gru und Spiderman 3 auf den Markt bringen wird.

„Streaming und VoD werden dazu beitragen, eine neue Generation von Fans zu gewinnen“, blickt Jason Mayes, Director of Marketing and IP bei Bioworld in die Zukunft. „Die Produkte mit der besten Leistung auf Streaming-Plattformen werden die neuen Klassiker!“ ergänzt er.