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Speedy Roll ist Kinderspiel des Jahres

J. Meister

„Speedy Roll“ ist Kinderspiel des Jahres 2020. Das spannende Wettrollen von Urtis Šulinskas aus dem Verlag Lifestyle Boardgames/Piatnik erhielt heute die renommierte Auszeichnung, die alljährlich von einer unabhängigen Kritikerjury vergeben wird.

Pilze, Äpfel und Blätter liegen auf dem Tisch verteilt, wie auf einem Waldboden. Das ist auch wichtig, denn sie braucht der kleine Igel, um schnell nach Hause zu kommen, bevor ihn der Fuchs einholt. Zum Glück hat sich der Igel eingerollt: zu einer niedlichen Fusselkugel. An der haften die Waldteile wie bei einem Klettverschluss, wenn man denn nur geschickt genug kugelt. Pro erwischtem Waldteil darf man sich ein Stück weit über den Spielplan bewegen, vorausgesetzt, man hat die richtigen Teile erwischt. Das tut man kooperativ oder im Wettstreit. Und wer schon richtig gut ist, dieses Rollen zu spielen, probiert die Varianten für Fortgeschrittene und Profis aus – und muss die Kugel zum Beispiel mit geschlossenen Augen rollen. Dieses Geschicklichkeitsspiel mit taktischer Note ist einfach eine runde Sache.

So bewertet die Jury das Spiel:

In Kinderspielen wurden schon viele Dinge gerollt. Murmeln, Kugeln, Stämme, aber bis jetzt war noch kein Tennisball dabei. Die Idee, diesen als Igel zu behaupten, an dessen filzigen Stacheln mit Klett beschichtete Äpfel, Pilze und Blätter hängen bleiben, ist allein schon besonders. Aber das alles mit einem Wettrennen zu verknüpfen, bei dem der Igel tatsächlich über den Tisch kugelt und die „aufgespießten“ Dinge die Zugweite bestimmen, macht den besonderen Reiz von „Speedy Roll“ aus. Egal ob kooperativ oder gegeneinander: Hier wird bei jeder Partie eine spannende Geschichte erzählt.

Die ganze Preisverleihung zum Nachsehen gibt es hier:

„Speedy Roll“ eignet sich für ein bis vier Teilnehmer ab vier Jahren und kostet etwa 27 Euro. Es setzte sich heute durch gegen die ebenfalls nominierten Spiele „Foto Fish“ von Michael Kallauch (Logis) und „Wir sind die Roboter“ von Reinhard Staupe (Nürnberger Spielkarten-Verlag).

Diese drei Spiele wurden in einem mehrmonatigen Prozess von der unabhängigen Jury aus Fachjournalisten und Beiräten aus etwa 110 aktuellen Kinderspielen ausgesucht. „Mit diesen Titeln kamen thematische und mechanische Spielewelten auf den Tisch, die wir so vorher noch nicht gesehen hatten“, so der Jury-Koordinator Christoph Schlewinski: „Dass viele dieser Innovationen in Spielen für vier- und fünfjährige Kinder auftauchten, macht den Kinderspieljahrgang 2020 ebenfalls zu etwas Ungewöhnlichem. Selten hatten wir für diesen Altersbereich eine so große und spannende Auswahl wie in diesem Jahr.“

Koordinator der Jury: Christoph Schlewinski

Die Empfehlungsliste umfasst dieses Jahr wieder sieben weitere reizvolle Titel für die Zielgruppe. Christoph Schlewinski: „Durchforsten Sie unsere gesamte Liste, probieren Sie viel aus und lassen Sie sich und die Kinder in Ihrer Umgebung durch die Spiele so begeistern, wie wir begeistert wurden. Nutzen Sie diese ungewöhnlichen Zeiten als Chance, sich öfter mit allen an einen Tisch zu setzen und gemeinsam in fremde und spannende Welten abzutauchen – und behalten Sie es bei, wenn man sich wieder ungezwungen mit Freunden und Verwandten treffen kann.“

Interview mit Christoph Schlewinski

Dass das Jahr 2020 für die Jury besonders war, erzählt Christoph Schlewinski in unserem Interview recht eindrücklich: Er durfte weihnachtsmann-gleich Taschen voller Spiele vor den Türen der Testfamilien abstellen, und dann per Videochat beiwohnen. Auch die Verleihung – siehe Videolink oben – fand dieses Jahr ausschließlich virtuell und ohne Kinder statt.

Das vollständige Interview können Sie hier nachhören:

 

Ausgezeichnete Spiele werden immer wieder zu Niedrigpreisen gehandelt, was dafür sorgt, dass der Handel im schlimmsten Fall die Artikel nur „durchreicht“. Ob man dem mit einer Preisbindung begegnen kann – und was das damit zu tun hat, ob das Brettspiel Kulturgut ist, verrät Schlewinski ebenfalls im Interview.