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Wohlfühlen und Geld dalassen

Wohlfühlen und Geld dalassen

Über die Zukunft des Einzelhandels verdichten sich Vermutungen darüber, wohin die Reise wohl geht.

Eine Entwicklung scheint der Wandel vom reinen Einkaufen hin zum Erlebnis. Das ist kein ausschließliches Handels-Phänomen, sondern betrifft auch viele andere Lebensaspekte. Freizeit – und dazu zählt auch das Einkaufen, da es nicht mehr der Bearfsdeckung, sondern der Bedürfnisbefriedigung dient – wird eventisiert.

Ein reines Produkte kaufen ist nicht mehr ausreichend.

Konsumenten suchen nach positiven Erlebnissen rund um das Produkt selbst. Erlebnisse, die im Kopf bleiben und positiv verankert sind.

Themenrestaurants, Pop-Up-Stores, ungewöhnliche Kombinationen von Angeboten und Orten, an denen Handel betrieben wird, Designmärkte – das sind nur einige Beispiele, an denen sich diese Entwicklung gut nachvollziehen lässt.

Der stationäre Handel muss potentiellen Kunden Anreize und Gründe für einen Besuch – und schließlich einen Kauf von Ware – geben.

Die angebotenen Produkte sind nicht mehr der Grund, sich auf den Weg ins Geschäft zu machen. Schließlich sind Preise und Angebot transparent und Kunden können jederzeit und überall zum günstigsten Preis kaufen.

Der stationäre Handel wird sich also wandeln in den Bereichen, in denen er weiter existiert: Er wird Projektionsfläche für Gefühle, Geschichten und Erlebnisse werden. Er wird zum Ort für Entertainment. Natürlich heisst das auch, dass Umsätze nicht mehr ausschließlich durch den Verkauf von Produkten generiert wird. Der Handel muss neue Wege finden, Entertainment und gestaltete Erlebnisse geldwert zu machen.

Postdigitaler Handel

Das Vehikel dazu ist die erfolgreiche Digitalisierung des Handels. Die Technologien werden über Kurz oder Lang selbstverständlich sein – Das Ladengeschäft wird dann zum Ort der Vermittlung von Emotionen und Eindrücken, die zum Konsum animieren.

Die Inszenierung des Raumes ermöglicht dabei wortwörtlich be-greifbare Marken, die auf digitalem Wege in dieser Form nicht erfahrbar sind.

Umfassend gestaltete Inszenierungen sind im Gegensatz zu zweidimensional online erfahrenen Auftritten immersiv. Der Kunde wird Teil des Markenauftritts und hat so ganz andere Möglichkeiten, sich mit Produkten und Services zu befassen.

Ob dann der Kunde beim Verlassen des Geschäftes gekaufte Artikel und in Anspruch genommene Dienstleistungen bezahlt, oder ob er schon vorab für das Erlebnis bezahlt wird sich am individuellen Angebot ausrichten.

Bedarfskauf nicht mehr auf der Handelsfläche

Der Bedarfskauf, also der regelmäßig wiederkehrende Einkauf von Standards, wird mehr und mehr automatisiert und verschwindet peu à peu aus dem stationären Handel. Amazon Dash ist hier bereits ein Vorzeichen, und auch Visionen von Kühl- und Vorratsschränken mit künstlicher Intelligenz weisen in diese Richtung, auch wenn diese derzeit noch sehr fiktional wirken.

Apps schließen weitere Lücken zwischen Bedürfnis und Einkauf, ohne ein stationäres Geschäft betreten zu müssen: Virtuell in die eigene Wohnung platzierte Möbel aus der IKEA-App beispielsweise zeigen, wo hier die Reise hin gehen kann.

Baulich wird das großen Einfluss auf Verkaufsflächen haben: Nicht mehr Regale und Flächeneffizienz sind der Fokus, sondern Flexibilität im Bespielen der Räumlichkeiten, Flair und Eventwert.

Konzepte wie das „Kochhaus“ gehen hier interessante Wege: Verkauft werden fertig vorportionierte Menüs mit Gelinggarantie, dazu sämtliche benötigten Küchenutensilien – aber auch Kochkurse, Weindegustationen, Firmen- und Familienevents und Dienstleistungen rund ums Essen.

Handel als sinnlicher Gegenpol zum digitalen Einkauf

Durch zunehmende Digitalität im Alltag wird der Handel den sinnliche Gegenpol darstellen. Man trifft dort Freunde und Familie, um gemeinsam gestaltete Zeit zu verbringen. Der Handel ist dabei das Setting für Unterhaltung und Freizeitgestaltung. Er ist die geldwerte Wohlfühloase, die den Gegenpol zur digitalen Alltagswelt darstellt.

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