Image Image Image Image Image Image Image Image Image Image
Nach oben scrollen

Oben

Keine Kommentare

Rasselfisch – Franchise und Eigenständigkeit

Rasselfisch – Franchise und Eigenständigkeit

Das Konzept geht auf: Im Gespräch mit Christian Hollweck über den Fachhandel und seine Herausforderungen.

Herr Hollweck, rasselfisch in München ist kürzlich umgezogen. Durch den Bezug der neuen Räumlichkeiten im Herzen Münchens sind sie der größte rasselfisch-Händler Deutschlands. Warum haben Sie sich damals entschlossen, Teil des rasselfisch-Franchises zu werden?

Christian Hollweck mit seinen Kids

2010 startete ich als relativ kleiner stationärer Fachhändler für Baby- und Kinderprodukte. Das rasselfisch-Franchise-System bot mir die Möglichkeit, in ein bestehendes System einzusteigen, das bereits in anderen Städten Erfolg hatte. Durch die Produktvorauswahl des Franchisegebers minimierte ich mein finanzielles Risiko, da ich auf den Erfolg des Sortiments vertrauen konnte. Die Produkte werden mit Liebe ausgewählt und eingekauft. Durch den rasseflisch-Zentraleinkauf war es mir möglich, auch kleinere Mengen zu guten Konditionen einzukaufen, so dass ich unseren Kunden von Anfang an ein breites Spielwarensortiment anbieten konnte.

Ein großer Vorteil an dem rasselsfisch-Franchise ist die Möglichkeit, sowohl über das Zentrallager zu ordern, als auch eigene Produkte in mein Sortiment zu integrieren.

Des Weiteren gefiel mir die Philosophie, dass jeder rasselfisch-Laden von dem Inhaber geprägt wird und er seine Warengruppen an seine Klientel anpassen kann.

Unser Laden führt ein anderes Sortiment als der rasselfisch in Berlin, der wiederum ein anderes Sortiment führt als die rasselfisch-Händler in Karlsruhe oder in Böblingen.

Das Konzept geht auf – wir erweiterten stetig unsere Verkaufsfläche und haben seit Mitte 2016 eine moderne 600qm-Ladenfläche in einem Industrieloft im Herzen von München, mit einer Freifläche zum Ausprobieren der Produkte und 1.000 komfortablen Parkplätzen. Mit einem Team von sechs Mitarbeitern sind wir in der Lage auch zu Stoßzeiten jedem Kunden Zeit für eine ausführliche Beratung zu gewährleisten.

Was ist ihr Erfolgsgeheimnis?

Ich komme aus einer Kaufmannsfamilie, die seit vielen Generationen im Einzelhandel tätig ist. So wurde ich schon früh geprägt, dass der Kunde Freude am Einkauf haben soll und mit einem Lächeln das Geschäft verlässt.

Mir ist Zwischenmenschlichkeit und Loyalität wichtig – egal ob das in unserer Beziehung zu Kunden und Herstellern ist, oder innerhalb unseres Teams.

Des Weiteren sind wir weniger zahlengetrieben als eventuell andere Fachhändler – es wird immer höchste Priorität auf die Zufriedenheit unserer Kunden gelegt. Und der Erfolg gibt uns recht: unsere Umsätze steigen seit sieben Jahren stetig im zweistelligen Prozentbereich.

Wir erschaffen in unserem Laden eine wahre Erlebniswelt, in der es viel zu entdecken gibt. Unser Sortiment ist besonders und ausgewählt. Wir haben hohe Ansprüche an Produkte – nur Dinge von denen wir überzeugt sind, bieten wir auch unseren anspruchsvollen Kunden an.

Online-Handel vs. Stationärer Handel: die Onlineumsätze im Onlinehandel steigen jährlich, der stationäre Handel stagniert. Wie schätzen Sie die Zukunft des stationären Handels ein?

Natürlich ist der Onlinehandel durch das Preis-Dumping eine „Bedrohung“. Nichtsdestotrotz können wir dem Kunden Vorteile bieten, die der Onlinehandel nicht aufweisen kann.

Viele Produkte für Eltern sind sehr erklärungsbedürftig, wie zum Beispiel Kinderwagen. Wir legen höchsten Wert auf eine ehrliche und ausführliche Beratung. Wir analysieren die Bedürfnisse unserer Kunden und empfehlen das Produkt, das den jeweiligen Bedürfnissen entspricht. Das ist online nicht möglich und wird von unseren Kunden absolut honoriert. Durch unsere kompetente persönliche Beratung schaffen wir es, unsere Kunden an uns zu binden, so dass wir viele „Wiederholungstäter“ bei uns im Laden begrüßen dürfen, die immer wieder bei uns einkaufen.

Am gefährlichsten sind für uns die Hybrid-Händler – große Online-Händler, die im zweiten Schritt einen stationären Laden eröffnen und so Zugriff auf alle Sortimente der Hersteller haben – also auch auf die Produktlinien, die von Herstellern exklusiv für den Fachhandel angeboten werden.

Doch Angst haben wir nicht. Unser Ladenkonzept ist stimmig. Wie bereits erlebt bieten wir dem Käufer ein unvergleichbares Einkaufserlebnis – das ist unser ganz großer USP. Wir kennen und verstehen unsere Kunden, wir verstehen deren Lifestyle und haben die dafür passenden Produkte im Sortiment.

Und wir gehen auf Expansionskurs – zusammen mit Gabriele Kiefer, der rasselfisch-Gründerin,  werden wir unsere Vision, die Marke rasselfisch europaweit zu etablieren, in Angriff nehmen.

Sie bieten Produkte von knapp 200 verschieden Marken an – wie wählen Sie die Produkte aus? 

Zum einen nutzen wir das rasselfisch-Zentrallager, worüber wir viele tolle Produkte auch in kleineren Mengen beziehen können.

Gabriele Kiefer ist viel auf internationalen Messen unterwegs, entdeckt stets neue Marken und innovative Sortimente und hat ein Händchen für erfolgreiche Produkte, die von ihr zentral eingekauft werden.

Aufgrund unserer Umsatzstärke sind wir seit einigen Jahren in der Lage, Produkte direkt beim Hersteller zu beziehen. Wir  werden zu den VIP-Previews eingeladen und können vor Ort ordern. Pflichttermine sind für mich aber auch Messen wie die Kind + Jugend, die Spielwarenmesse oder die Supreme Kids.

Die endgültige Produktauswahl für unseren Laden erfolgt durch mich persönlich. Wir kennen unser Klientel sehr gut. Durch die jahrelange Erfahrung, die außergewöhnlich gute Bindung zu unseren Kunden und den täglichen persönlichen Austausch mit unserer Zielgruppe entwickelt man ein Gespür für das richtige Sortiment. So braucht zum Beispiel ein Fachgeschäft in Traunstein ein ganz anderes Sortiment als wir in München – obwohl beide Fachhändler in Bayern sind.

Im stationären Einzelhandel haben die wahre Macht die Verkäufer und Verkäuferinnen, die täglich im direkten Kontakt mit dem Kunden stehen. Wie sehen Sie das?

Diese Aussage kann ich unterschreiben. Deshalb stehe ich selbst ca. 50 Stunden wöchentlich im Laden und betreue unsere Kunden persönlich. Um als Einzelhändler erfolgreich zu sein muss man meinen Beruf zur Berufung machen.

Wir sind in der Regel der erste kommerzielle Kontakt von Schwangeren. Im besten Fall ist das der Beginn einer langfristigen Beziehung. Unser Team schafft das Vertrauen und meistert die Gratwanderung, sich auf den potentiellen Käufer einzulassen und ihn kompetent zu beraten, ohne deren Kaufentscheidung zu beeinflussen. Unterschiedliche Produkte haben unterschiedliche Vorzüge – die Zufriedenheit unserer Kunden erreichen wir dadurch, dass wir den Lifestyle unserer Kunden erkennen, die Bedürfnisse analysieren und ihnen eine Auswahl an Produkten präsentieren, die ihren Bedürfnissen entsprechen, das erleichtert deren Kaufentscheidung.

Wie machen Sie auf sich aufmerksam? Welche Kommunikationskanäle werden von Ihnen bespielt?

Social Media Kanäle wie Instagram und Facebook sind für uns extrem wichtig, da wir dadurch schnell und zielorientiert eine hohe Reichweite generieren können.

Des Weiteren profitieren wir natürlich von Empfehlungen unserer Kunden – wir haben viele rasselfisch-Fans, die uns gerne und oft als kompetenten Fachhändler weiterreichen.

Last but not least veranstalten wir immer wieder Events zusammen mit Herstellern und Partnern. Diese werden sowohl von Kunden als auch Influencern gerne wahrgenommen.

Wenn Sie bei Herstellern einen Wunsch frei hätten – was wäre das?

Ich würde mir wünschen, dass die Hersteller mehr Druck auf die Politik ausüben, um mittelständischen Einzelhändler besser zu schützen. Einzelhändler beleben Städte, schaffen Erlebnisse, sorgen unter anderem für das Flair einer Stadt und sichern Arbeitsplätze. Es wäre schön, wenn der stationäre Handel bei bestimmten Fachhandelssortimenten durch Liefersperren für Onlinehändler oder Preisfestsetzungen geschützt werden kann. In meinen Augen gibt es hier eine völlig unzureichende Gesetzgebung – da gibt es viele Stellschrauben, an denen gedreht werden könnte.

Hier gehts zu Rasselfisch online

Kommentar schreiben