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Nominierungen für die Wahl zum „Spiel des Jahres 2019“

Nominierungen für die Wahl zum „Spiel des Jahres 2019“

Am Montag, den 22. Juli 2019 wird die Jury das „Spiel des Jahres 2019“ bekanntgeben. Für den Spielejahrgang 2019 wurden folgende drei Nominierungen bekanntgegeben 

(in alphabetischer Reihenfolge):

  • Just One, das lustige Partyspiel für 3 bis 7 Spieler ab 8 Jahren
  • L.a.m.a.,  ein schnelles Kartenablegespiel für 2 bis 6 Spieler ab 8 Jahren
  • Werwörter, das rollenbetonte Wortratespiel für 4 bis 10 Spieler ab 10 Jahren

Just One

Von: Ludovic Roudy und Bruno Sautter
Grafik: Éric Azagury
Verlag: Repos Production (Brüssel)
Vertrieb: Asmodee (Essen)
Spieleranzahl: 3 bis 7
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Einstieg: leicht
Dauer: 20 Minuten
Preis: ca. 25 EURO

„Schachtel“, „Würfel“, „Freizeit“, „Spaß“. Was könnten diese Begriffe assoziativ umschreiben? Klar! Ein Spiel! Im kooperativen Just One muss stets einer der Spieler einen Begriff erraten. Die Hinweise gibt dabei nicht das Spiel vor, sondern die Runde der Mitspieler. Ohne sich im Team abzusprechen, notiert dafür zunächst jeder einen Hinweis, den er als Hilfestellung beisteuern möchte. Bevor der Ratende diese Wörter sehen darf, werden sie miteinander verglichen. Doppelungen werden aussortiert. Hätte also im obigen Beispiel der vierte Spieler auch „Würfel“ statt „Spaß“ aufgeschrieben, so wären nur „Schachtel“, und „Freizeit“ übrig geblieben. Womöglich hätte der Ratende dann trotzdem „Spiel“ getippt, vielleicht aber auch „Raucherpause“. Just One ist ein lustiges Partyspiel für alle.

Just One ist insbesondere durch seine Einfachheit genial. Es sticht dadurch hervor, dass es einen ungemeinen Sog entwickelt: Wer es in der Öffentlichkeit spielt, wird schnell Schaulustige anziehen, die am liebsten gleich mitspielen wollen. Und das machen diese dann oft auch, denn die Einstiegshürde ist so niedrig, dass jeder sie problemlos überwinden kann. Ein Geistesblitz kommunikativer Spielfreude, der in jeder Runde einschlägt und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

L.a.m.a.


Von Reiner Knizia
Grafik: Rey Sommerkamp und Barbara Spelger
Verlag: Amigo-Spiele (Dietzenbach)
Spieleranzahl: 2 bis 6
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Einstieg: leicht
Dauer: 20 Minuten
Preis: ca. 8 EURO

Alle mögen Lamas. Im schnellen Kartenspiel L.a.m.a. erfreuen sie uns nicht nur als Motiv, sondern sie sind auch Pate für eine Abkürzung: „Lege alle Minuspunkte ab“. Hinter diesem Slogan verbirgt sich ein einfaches Prinzip für das Ausspielen der Karten. Auf eine Zahl darf nur dieselbe oder eine um eins höhere Zahl gelegt werden. Schnittstellen zwischen der Sechs und der Eins sind die Lamas. Legt jemand seine letzte Handkarte, kassieren die anderen Minuspunkte für ihre übrig gebliebenen Karten. Klingt banal, sorgt aber für Emotionen und viele eng aneinandergereihte Spannungsmomente. Das liegt an der besonderen Lama-Mathematik. Dank dieser lohnt es sich manchmal, auch mit voller Kartenhand zu passen. Und Rundengewinner bauen nicht selten gleich zehn Minuspunkte auf einmal ab.

Autor Reiner Knizia hat das Prinzip des Kartenablegens genial reduziert. Die Aufgabe, die hier auf den ersten Blick trivial erscheint, entfaltet dank der minimalen taktischen Note schnell eine Sogwirkung, der sich kaum jemand entziehen kann. Spielern aller Zielgruppen entlockt das schnelle Kartenspiel immer wieder Emotionen und es schenkt ihnen so schlichtweg eine gute Zeit. Mit diesen Eigenschaften hat L.a.m.a. das Potenzial zum Klassiker.

Werwörter


Von Ted Alspach
Grafik: Jason Boles
Verlag: Ravensburger Spieleverlag (Ravensburg)

Spieleranzahl: 4 bis 10
Altersempfehlung: ab 10 Jahren
Einstieg: mittel
Dauer: 10 Minuten
Preis: ca. 13 EURO

Wie lautet das Geheimwort, mit dem die Dorfbewohner die Werwölfe in die Flucht schlagen können? Der Bürgermeister kennt es. Alle anderen stellen ihm Fragen, die mit ja oder nein zu beantworten sind: „Kann man es essen?“ Oder: „Kann man es kaufen?“ Nur wenige Minuten haben die Spieler Zeit, um die Lösung zu finden. Eigentlich ein altbekanntes Ratespiel, doch hier erfordern die Fragen taktisches Gespür. Denn jeder Spieler hat eine geheime Rolle. Selbst die Werwölfe haben sich unter die Dorfgemeinde gemischt. Sie raten munter mit, obwohl sie das Zauberwort selbst schon kennen. Sie versuchen, die Mitspieler auf falsche Fährten zu locken. Allzu verdächtig sollten sie sich dabei aber nicht verhalten, denn eine Enttarnung kann für sie genauso böse enden wie die Entdeckung des Zauberwortes.

Das bekannte Werwölfe-Spielprinzip mit geheimen Charakterrollen fasziniert seit vielen Jahren. In Werwörter hat Autor Ted Alspach es nun kongenial verknüpft mit einem Ratespiel. Dass hier manche Spieler zur Vertuschung ihrer Identität scheinbar ahnungslos nach der Lösung fragen müssen, die sie längst kennen, klingt auf den ersten Blick absurd, erweist sich aber als fabelhafter Kniff. Phänomenal, wie viel Spielspaß in fünf Minuten möglich sein kann.

Das „Spiel des Jahres 2019“ wird am 22. Juli 2019 in Berlin gemeinsam mit Professor Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, überreicht.

Die Empfehlungsliste der Jury mit einer Auswahl der besten Spiele des Jahrgangs 2019

  • Belratti, ein kooperatives Assoziationsspiel von Michael Loth für 3 bis 7 Spieler ab 8 Jahren (Mogel-Verlag/Repos Production im Vertrieb bei Asmodee)
  • Dizzle, das taktische Würfelspiel mit Ärgerpotenzial von Ralf zur Linde, für 1 bis 4 Spieler ab 8 Jahren (Schmidt Spiele)
  • Imhotep – Das Duell, das taktischen Zwei-Personen-Spiel von Phil Walker-Harding, ab 10 Jahren (Kosmos Verlag)
  • Krasse Kacke, die spaßige Mischung aus Reagieren und Merken von Jonathan Favre-Godal, für 3 bis 6 Spieler ab 8 Jahren (Pegasus Spiele)
  • Reef, das taktische Legespiel von Emerson Matsuuchi für 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahren (Next Move Games im Vertrieb bei Pegasus Spiele)
  • Sherlock, die Kartenspielserie für Meisterdetektive von Josep Izquierdo und Marti Lucas für 1 bis 8 Spieler ab 12 Jahren (Abacusspiele)

Der Kritikerpreis „Spiel des Jahres“ wurde 1978 von einem Arbeitskreis führender Spiele-Rezensenten des deutschsprachigen Raumes ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt steht der Hauptpreis „Spiel des Jahres“, für den alljährlich Spiele von besonderer Qualität nominiert werden.

Jury Spiel des Jahres 2019:
Stehend von links: Harald Schrapers, Tim Koch, Martin Klein, Wieland Herold, Bernhard Löhlein, Udo Bartsch. Sitzend von links: Sandra Lemberger, Karsten Grosser, Julia Zerlik. Es fehlt Chris Mewes.

Die Jury bezieht in ihre Wahl alle Neuerscheinungen im Bereich der Familien- und Erwachsenenspiele aus der Produktion des laufenden und vorangegangenen Kalenderjahres ein. Eine eigene Ausschreibung findet nicht statt. Auf einer Klausurtagung werden die Spiele für die Empfehlungsliste ausgewählt und drei Spiele für das „Spiel des Jahres“ nominiert. Die Wahl zum „Spiel des Jahres“ findet am Vorabend der Bekanntgabe des Preisträgers statt. Der Kritikerpreis „Spiel des Jahres“ ist ein ideeller Preis und nicht mit Geldzuwendungen verbunden. Die Preisträger können mit der Tatsache der Preisverleihung werben. Die Nutzung des Signets ist an eine Lizenzgebühr gebunden.

Beurteilungskriterien für den Hauptpreis und die Sonderpreise sind:

  1. Spielidee (Originalität, Spielbarkeit, Spielwert)
  2. Regelgestaltung (Aufbau, Übersichtlichkeit, Verständlichkeit)
  3. Spielmaterial (Funktionalität, Verarbeitung)
  4. Grafik (Karton, Spielplan, Regel)

Harald Schrapers

Einen Kommentar zum Spielejahrgang 2019 des Jury-Vorsitzenden Harald Schrapers lesen Sie hier.

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