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Mögliche Lieferengpässe durch Corona-Virus

Mögliche Lieferengpässe durch Corona-Virus

Als einer der ersten Hersteller verlautbart die Hape – Gruppe mögliche Lieferengpässe, die der aktuellen Situation in China geschuldet sind.

Wie zahlreiche andere Hersteller, ist auch Hape von den Einschränkungen in China, verursacht durch den Corona – Virus, betroffen.

„Nicht nur die Logistik am Produktionsstandort Ningbo ist überlastet, auch öffentliche Verwaltungen arbeiten aktuell mit weniger Personal. 

Voraussichtliche Engpässe von vier bis sechs Wochen

Aufgrund des andauernden Ausnahmezustands im Land kann es bei einigen Artikeln zu Lieferengpässen von vier bis sechs Wochen kommen. Unser Vertrieb informiert diesbezüglich alle betroffenen Kunden. Innerhalb unseres Unternehmens wird mit Hochdruck an Lösungen gearbeitet, um die Auswirkungen für unsere Kunden möglichst gering zu halten. Die Hape Gruppe hält ein Exportlager in China vor, in welchem A-Artikel in ausreichender Menge auf Lager sind. Durch die angespannte Logistiksituation in China sind wir zurzeit allerdings nicht in der Lage unsere Waren in der Regellaufzeit auszuliefern. Dies bedeutet aber auch, dass wir liefern können, sobald sich diese entspannt. 

Einige wichtige Zulieferer innerhalb Chinas könnten diese Woche teilweise wieder zur Verfügung stehen, die Kapazität wird aufgrund des Personalmangels dennoch meist weniger als 50 Prozent betragen. 

Großteil der Beschäftigten hat Arbeit bereits wieder aufgenommen

84 Prozent der Hape-Mitarbeiter in Ningbo haben bereits ihre Arbeit wieder aufgenommen, nachdem sie gesundheitlich dafür zertifiziert wurden und Hape die Gesundheitsauflagen in der Fabrik umsetzen konnte. In Ningbo wurde mit den Vorbereitungen der Produktion begonnen, diese soll bis morgen Schritt für Schritt wieder aufgenommen werden. Unser Logistikzentrum ist bereits ab heute wieder aktiv. 

Unserer Einschätzung nach bedarf es noch ca. 6-8 Wochen, bis im ganzen Land wieder Normalität eintritt. Vor Ort in China sind unserer Kollegen bemüht die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten und stehen im engen Austausch mit den örtlichen Behörden“, so die Pressemeldung des Spielwarenherstellers.


Es bleibt zu erwarten, dass auch zahlreiche andere Spielwarenproduzenten in den nächsten Tagen auf die Liefersituation hinweisen. Inwieweit die Produktions- und Lieferkettensituation bis in den Handel durchschlagen wird, ist bis dato nicht absehbar.

Der DVSI weist in einer Meldung darauf hin, dass Spielwarenhersteller sich für mögliche Streitigkeiten mit Lieferanten und Kunden wappnen sollten:

„Höhere Gewalt
Höhere Gewalt („Force Majeure“) bezeichnet zunächst lediglich ein von außen kommendes, keinen betrieblichen Zusammenhang aufweisendes Ereignis wie Krieg oder Naturkatastrophen. Bei Vorliegen höherer Gewalt besteht ein Leistungshindernis für den Schuldner, der von seiner Leistungs- und Schadensersatzpflicht befreit wird und seinen Vergütungsanspruch verliert.

In China produzierende Spielwarenhersteller
Die SARS-Epidemie 2002/2003 wurde von chinesischen Gerichten und Schiedsgerichten überwiegend als Fall höherer Gewalt eingeordnet. Für das schon jetzt mehr Todesopfer als SARS fordernde Corona-Virus hat der Chinesische Rat zur Förderung des internationalen Handels (CCPIT) im Februar 2020 erstmals ein „Zertifikat über das Vorliegen höherer Gewalt durch das neuartige Corona-Virus (2019-nCoV)“ ausgestellt, welches gegenüber Kunden oder vor Gericht den Nachweis einer fehlenden Lieferverpflichtung bzw. fehlenden Verschuldens erleichtern kann. Die Ausstellung solcher Zertifikate kann beim CCPIT beantragt werden.

Spielwarenhersteller, die Ware aus China beziehen
Angesichts des – zeitlich nicht absehbaren – Ausbleibens von Warenlieferungen aus China sollten Spielwarenhersteller, die Waren aus China beziehen, prüfen, ob alternative Bezugsquellen existieren, ein Wechsel angesichts bestehender Kundenverträge sinnvoll erscheint und bestehende Verträge infolge der Lieferausfälle gelöst werden können.

Auch für den Umgang mit Abnehmern, die auf fristgerechte Lieferung bestellter Waren pochen, sind die bestehenden Verträge entscheidend: Diese können Force-Majeure-Klauseln und Leistungsverweigerungsrechte vorsehen oder wichtige Hinweise auf die Geschäftsgrundlage enthalten. Ist ein Warenbezug aus alternativen Bezugsquellen nur zu höheren Preisen möglich, können höhere Preise gegebenenfalls an die Kunden weitergegeben werden.

Da angesichts der Lieferausfälle droht, dass Kunden vom Vertrag zurücktreten, müssen sich Spielwarenhersteller schon heute gegen mögliche künftige Schadensersatzverlangen vorsehen.“