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Kind und Jugend bestätigt Rolle als Leitmesse

Kind und Jugend bestätigt Rolle als Leitmesse

Gestern hat die Kind und Jugend in Köln ihre Tore geschlossen. Der Besucherandrang war mit rund 24.000 Gästen aus 133 Ländern gleichbleibend hoch. Gesteigert wurde die Anzahl der Aussteller: 1.300 Anbieter stellten in den Messehallen am Rhein aus.

Mit 77% Besuchern aus dem Ausland bestätigt die Kind und Jugend ihren Platz als führende Fachmesse der Babyausstattung.

Schwerpunkte der Messe

Neben zahlreichen bekannten und etablierten Herstellern fanden auf der Kind und Jugend erstmals auch Startups die Möglichkeit, zu attraktiven Konditionen auszustellen.

Auch designorientierte Unternehmen fanden sich auf einer besonders gestalteten Fläche („Design Parc„) zusammen – gleich neben der Sonderfläche für Jungdesigner, die am Kids Design Award teilnahmen.

Der Kids Design Award 2019 ging an die junge Designerin Yaara Nusboim aus Israel für ihre Therapiepuppen Alma. Eine besondere Erwähnung erhielten Valerian Blos, Gosia Lehmann, Guyijin Lee mit Denkigami – Digitales Lernen mit Papierspielzeugen.

Verliehen wurde neben dem Kids Design Award auch der etablierte Innovation Award in acht Kategorien:

World of Moving Kids
•       Ningbo I-Believe Sports Goods Co., Ltd. China, mit dem intelligenten Kinder “I-S035A baby stroller”

World of Travelling Kids

•       Dorel Juvenile (Maxi Miliaan B.V.), Niederlande, mit dem modularen Babysitz „MaxiCosi Coral“

World of Moving Kids & Travelling Kids Accessories

•       Shenzhen UVLED Optical Technology Co.,Ltd., China, mit “Breast Pump UV LED Sterilisation Bag”

World of Kids Safety at Home

•       LIIP CARE – WEARABLE INTELIGENTES SL, Spanien, mit dem intelligenten Armband für Babys „LIIP SMART MONITOR“

World of Kids Toys

•       Modu, Dänemark, mit dem Funktionsspielzeug MODU

World of Kids Textiles

•       Fedde&Kees, Niederlande, mit dem Sicherheitsbettlaken „Nunki baby bed sheet“

World of Kids Care

•       Marvoto Technology (Hong Kong) Limited, mit dem weltweit ersten 3-D-Ultraschallgerät für Schwangere „Fetus Camera“

World of Kids Furniture

•       Shnuggle Ltd, Großbritannien, mit der „Shnuggle Air Bedside Crib“

 

Trends

Leitmessen sind immer Trendbarometer. Und jeder sucht gerne nach den „Street Talk“ – Themen.

Eines dieser Themen ist – ganz zeitgeistig – die Elektromobilität. Bereits letztes Jahr stellten Cybex sowie Emmaljunga hier Konzepte vor, die in diesem Jahr in Serienreife gezeigt wurde. Der e-Priam von Cybex ist eine Eigenentwicklung des Kinderwagenherstellers, Emmaljunga hingegen kooperiert mit Bosch, das Batterie- und Antriebstechnik als Kooperationspartner auch an das Schwesterunternehmen des schwedischen Kinderwagenherstellers, Teutonia, liefern wird. Sowohl Hard- als auch Software sind mittlerweile serienreif, sodass die ersten Orders entgegengenommen werden können.

Auch die Interaktivität und Vernetztheit von Produkten („Internet of things“) ist an allen der Branche Ecken sichtbar. Angefangen von Tracking-Armbändern für Babys, über app-gesteuerte Babywiegen bis hin zu per Handy regelbaren Kostwärmern, Autositzen und Badewannen gibt es für jeden Geek die passende Ausstattung.

Die Koelnmesse trägt dieser Entwicklung mit der Sonderfläche „Connencted Kidsroom“ Rechnung, die eine Zusammenschau solcher Artikel vorstellt.

Ökologie und Nachhaltigkeit sind Themen, die in Gesprächen immer wieder auftauchen. Nur eine Hand voll Hersteller hat hier überzeugende Lösungen, die über Marketingaspekte hinaus gehen. Ansätze gibt es viele zu sehen: Von neuen Materialien über Verpackungsreduktion bis hin zu lokaler Produktion. Wünschenswert wäre hier eine Plattform, die willige und interessierte Unternehmen vernetzt, sodass nicht jeder jede Entwicklung aus Bordmitteln stemmen muss. Die Kind und Jugend hat auch diesen Themenkomplex entdeckt. Wünschenswert wäre hier eine stärkere und eindeutigere Lenkung der Besucher, die ökologisch sinnvoll, sozialverträglich und nachhaltig einkaufen möchten.

Auffällig ist auch der Wandel in der Markenlandschaft: Bekannte Namen finden sich unter einem Dach zusammen, neue Brands mit Innovationskraft tauchen auf. Und nicht selten sind diese aus dem asiatischen Raum: Bisherige OEM-Produzenten treten selbstbewusst und innovativ auf, und nutzen neue Möglichkeiten im Handel, um die eigene Markte weltweit anzubieten.

Farbe hält wieder Einzug: Nach eher zurückhaltenden Jahren bekommen Babyartikel wieder strahlendere Farben. Was Muster angeht dominieren – neben mittlerweile etablierten skandinavisch-zurückhaltenden Dessinierungen – auffallende, laute Blumendekore.

Was den Handel angeht – eine Binse – wandelt sich ebenfalls einiges:

Online wächst und wächst. Und auch die Internationalität der Online – Anbieter, vor allem auf Plattformen (oder DER Plattform). Die Wege, dem zu begegnen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Manche Hersteller verschließen sich und versuchen, den Fachhandel so zu schützen, andere kämpfen für verschiedene Multi- / Cross- / Omnichannel-Stragtegien, wieder andere sind offen für Handel jeder Art – und gehen auch Konsumenten direkt an.

Die Handelslandschaft konzentriert sich, genau wie die Herstellerlandschaft. Ketten und Filialisten stecken ihre Grenzen weiter ab, kaufen zu, testen Innenstadt- und Boutique – Konzepte.

Und trotz Händlersterben aus den verschiedensten Gründen (Finanzen, Lage, Nachfolge, Konkurrenzdruck) gibt es Enthusiasten, die neu eröffnen. Wenn auch im bescheideneren Maße. Diese Situation fordert nicht zuletzt Einkaufsverbände heraus und weckt kreative Energien und Lösungen: „Direct to consumer“ oder „Dropshipping“ sind Buzzwords, aber auch „Depot“ als Konzept zur Markenplatzierung ist ein wachsendes Segment. Online Pure Players erobern Marktsegmente – sogar für vermeintlich beratungsintensive Produkte.

Die Branche ist in Bewegung. Und dennoch ist die zentrale Veranstaltung „Messe“ der Dreh- und Angelpunkt, an dem Neuheiten gezeigt, Testballons gestartet und Trends abgeleitet werden.