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Kaufhäuser verlieren zunehmend an Bedeutung

Kaufhäuser verlieren zunehmend an Bedeutung
E. Stemmer

Galeria Kaufhof und Karstadt haben vor eineinhalb Jahren fusioniert, doch dem Unternehmen geht es nicht gut. Wegen der Corona-Krise muss der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof nun bis zu 80 seiner bundesweit 172 Standorte schließen.

Bereits vor der Corona-Pandemie hatten es deutsche Kaufhäuser nicht leicht. Vor allem im europäischen Vergleich, wie das Handelsblatt Anfang Mai diesen Jahres zu berichten weiß:

„Frankreichs Warenhäuser sind krisenerprobt. Zuerst zwangen die Gelbwesten die Geschäfte auf ihrer Pariser Protestroute, monatelang jeden Samstag zu schließen. Dann brachte die Metro wegen der Streiks gegen die Rentenreform kaum noch Kunden zu den Kaufhäusern im Zentrum.

Und jetzt kommt auch noch die Coronakrise. Die wichtigen chinesischen Kunden bleiben schon seit Februar weg, inzwischen kommen auch die Amerikaner und Kunden aus Saudi-Arabien nicht mehr. Seit dem 17. März herrscht in Frankreich Ausgangssperre. Alle Geschäfte außer Lebensmittelläden sind dicht. Das gleiche Bild in Großbritannien, wo die Menschen seit Ende März nicht mehr aus dem Haus gehen sollen. Selbst Harrods ist geschlossen – ein seltenes Ereignis. Das wohl berühmteste Warenhaus Londons war sogar im Zweiten Weltkrieg geöffnet. Nur nach einer Bombenattacke im Dezember 1983 konnten die Kunden nicht shoppen.

Das Harrods in London

Nun legt der Kampf gegen das Virus den Einzelhandel europaweit lahm. Doch während der deutsche Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof um die Existenz kämpft und unter den Schutzschirm geflüchtet ist, scheint die europäische Konkurrenz glimpflicher durch die Krise zu kommen. Und das, obwohl ihre Geschäfte länger geschlossen bleiben.

Der Grund: Sie standen vor der Krise schon deutlich besser da als Galeria. „Viele Department Stores im Ausland haben ihr Profil schon stärker geschärft“, sagt Felix Krüger von der Boston Consulting Group (BCG). „Sie bieten viel Abwechslung auf den Flächen, haben mehr Premium- oder Luxusprodukte im Angebot und locken mehr junge Kunden in ihre Häuser.““

Wie die Statista-Grafik auf Basis von Daten des Handelsverband Deutschland zeigt, lag der Marktanteil von Kauf- und Warenhäusern am deutschen Einzelhandel im Jahr 2018 nur noch bei 2,4 Prozent. Im Jahr 2000 hatte er noch 4,2 Prozent betragen. Im selben Zeitraum ist der Marktanteil des Online-Handels von 0,2 Prozent auf 4,7 Prozent gestiegen.

Statist-Grafik vom 25.05.2020

Die Auswirkungen der Corona-Krise werden diese Entwicklung wohl noch verschärfen, so dass mal wieder der Handel im Wandel sein wird.

Wir werden mit großer Spannung die Zukunft des Handels, vor allem für unsere Branche beobachten und sind sehr neugierig, wie in zehn Jahren die Handelslandschaft tatsächlich aussehen wird.