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Handeln ohne Messen und mit Einschränkungen

Handeln ohne Messen und mit Einschränkungen
J. Meister

Wie bleibt man handlungsfähig in diesem Jahr, das alle zu Improvisation, Innovation und Fahren auf Sicht zwingt? Wir unterhielten uns mit dem Fachhändler Thilo Graventein, dessen Familie das Babyfachgeschäft „Baby Oelrichs“ in Leer betreibt.

Ab Montag ist das öffentliche Leben nun also wieder stark eingeschränkt, um die Infektionsrate zu drücken. Ein zweiter Lockdown. Kleiner als im Frühjahr, dennoch aber bedrohlich für einige Wirtschaftszweige.

Nach Möglichkeit sollen Kontakte vermieden werden, und KonsumentInnen werden dazu aufgerufen, auch Einkäufe aufs Nötigste zu beschränken.

Wer das verständlicherweise nicht gut findet, ist der Einzelhandel, allen voran der, der sich an alle Hygieneregeln hält, die Fläche mit viel Aufwand umgestaltet hat – und schon ohne Lockdown ein sehr herausforderndes Jahr durchlebt.

Weihnachtsgeschäft ohne Laufkundschaft

Nun starten wir also ins Weihnachtsgeschäft 2020. Voraussichtlich wird ein großer Teil des Umsatzes online generiert werden. Ein Trend, den Corona nicht verursacht, aber verstärkt hat. Mit dem Trend hin zum Onlinebusiness ging mit dem ersten Corona-Lockdown auch eine Digitalisierungswelle im Einzelhandel einher: Viele Fachhändler nutzten die Gelegenheit, um „digital nachzurüsten“. Onlineshops entstanden, Warenwirtschaftssysteme wurden eingeführt, Social Media – Accounts erstellt und bespielt, Bezahlmöglichkeiten erweitert.

Traditionell fachhandelsgetrieben ist nach wie vor die Baby – Hartwarenbranche. Obgleich auch hier Online Pureplayer und D2C – Geschäft ein wachsendes Segment ist.

Thilo Graventein ist Vertreter der „jungen Generation“ in der elterlichen Traditionshandlung „Oelrichs“. Das Familienunternehmen handelt mit Baby-Hartware, Baby- und Kleinkindmode sowie Spielware. Seit Anfang des Jahres auch online.

Podcast-Interview

Wir sprachen mit ihm über die aktuelle Situation – und darüber, wie der Handel nun sein Sortiment gestaltet:

 

LAN-Party, Private Shopping und Beratung via Whatsapp und Telefon

„Wir haben hier im Geschäft eine Art LAN-Party veranstaltet. Jeder aus dem Team, der mit Computern umgehen konnte, versammelte sich auf der kundenfreien Verkaufsfläche, und arbeitete an der Bestückung des Webshops mit“, berichtet Graventein von der Lockdown-Zeit.

Auch per Telefon, social media und Whatsapp kontaktierten Kunden den Händler: „Unsere Kundenkontakte waren nie so persönlich wie in der Zeit, in der der persönliche Kontakt unterbunden war“.

Waren für 2020 die Sortimente bereits auf vergangenen Messen geordert und zusammengestellt, gestaltet sich die Situation für 2021 anders: Messen finden nicht statt, Informationen über Novitäten müssen auf anderen Wegen zum Händler gelangen. Der Außendienst gewinnt wieder an Bedeutung. Und auch den Fachmedien kommt wieder vermehrt die Rolle als Informationsübermittler zu. Auch Graventein bestätigt das: „Wir sind angewiesen auf Reisende, auch wenn wir hier in Leer sehr dezentral sitzen. Zudem informieren wir uns über Zeitschriften und nehmen Tipps von Personal und Kunden auf, wenn diese neue Produkte und Marken entdecken“.

Diversere Sortimente

Natürlich hat jeder einzelne Händler andere Filterblasen, in denen er sich bewegt. Und so besteht die Chance, mangels zentraler Ansprache in naher Zukunft auch wieder diversifizierte Sortimente in Geschäften erleben zu können. „Doch wie viele Fachgeschäfte besuchen Kunden denn noch? Die Dichte ist mittlerweile zu gering“, gibt Graventein zu bedenken.

Alles auf Service: Baby Oelrichs fährt seit Corona mehrgleisig – off- und online

Neue Wege, Produktneuheiten zu erleben

Hausmessen lohnen oft nicht

Von den vielen Hausmessen, die nach Absage der Kind + Jugend bei den Herstellern direkt stattfanden, hält Graventein wenig. „Meist sind diese in Süddeutschland – da sind wir standortbedingt oft schon raus. Wegen ein paar wenigen Herstellern lohnt hier die Anreise nicht. Zumal das Nachordern von bekannten Produkten auch so gut geht. Leider haben die großen Hersteller es nicht geschafft, gemeinsam etwas virtuelles auf die Beine zu stellen. Das wäre hilfreich gewesen. Und einzelne virtuelle Veranstaltungen finden meist zu Ladenöffnungszeiten statt – das kommt uns ebenfalls nicht entgegen“, stellt Graventein fest.

Ob die weltweite Pandemie – Situation für 2021 wieder Messe-Normalbetrieb ermöglicht, steht in den Sternen. Zu hoffen ist es, jedoch wären alle Veranstalter gut beraten, die auch digitale Ideen in peto haben.

 

Showroom-Weeks für Spielware und Babyartikel

Im Messefrühjahr wird BRANDORA mit den Showroom – Weeks die Informationslücke schließen. Hersteller und Händler sind dazu eingeladen, diese virtuelle Showroom-Plattform mit Leben zu füllen, um Neuheiten von großen und kleinen Herstellern für den Handel sichtbar zu machen.

Die reichweitenstarken Newsletters des Branchendienstleisters garantieren eine große Aufmerksamkeit bei Stakeholdern in Spielware, Lizenzbusiness und Babyartikelbranche.

Kontaktieren Sie uns gerne für nähere Informationen.