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Fake Products: hipp & trendy? Eine Gefahr durch Influencer?

Fake Products: hipp & trendy? Eine Gefahr durch Influencer?
E. Stemmer

In den USA kämpfen derzeit Marken und Influencer mit Produktfälschungen – oftmals unwissentlich, manchmal aber auch nicht…

Laut Licensing International gab es in den letzten Monaten einen starken Anstieg an gefälschten Produkten, die durch die Einflussnahme von Influencern verkauft wurden, und es gibt keine Anzeichen dafür, dass dies nachlässt. 46% Prozent der von Red Points befragten IP-Experten identifizierten in diesem Jahr Social-Media-Anwendungen und Influcencer als größte Bedrohung für Marken.

Wie hoch der aktuelle Anteil an gefälschten und von Influencern gepushten Produkten in Deutschland ist uns zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels nicht bekannt.
In Deutschland wird jährlich der Plagiarius verliehen. Gewinner von 2019 war eine Fälschung des Spielzeugbaggers „Liebherr Radlader“ der im Original von Bruder Spielwaren auf den Markt gebracht wurde. Die Kopie ist etwas kleiner, Design, Technik und Proportionen wurden aber 1:1 übernommen. Der deutsche Vertreiber des Plagiats hat eine Unterlassungserklärung unterschrieben und Schadenersatz gezahlt.

Doch das Business mit der Beschaffung, der Promotion und dem Verkauf von Fälschungen geht in beide Richtungen.

Wissentlich oder unwissentlich – das ist die Frage

Auf der einen Seite fördern einige Influcener – ob wissentlich oder unwissentlich – Fälschungen. Amazon verklagte kürzlich die Influencer Kelly Fitzpatrick und Sabrina Kelly-Krejci und behauptete, sie hätten ihre TikTok- und Instagram-Konten benutzt, um gefälschte Gucci-, Dior- und andere Luxusprodukte bei Amazon zu verkaufen.

DHGate hat sich inzwischen teilweise den Ruf „erarbeitet“, dass dies die Plattform sei, an der Influencer gefälschte Waren einkaufen und diese dann über ihre TikTok-Videos bewerben.

Beispielsweise erhält die 20-jährige TikTok-Influencerin @TheBarbieAri, der mehr als 80.000 Anhänger hat, in der Regel 10.000 Aufrufe für die meisten Videos. Wenn für gefälschte Produkte geworben wird, steigt die Zahl der Aufrufe auf über 100.000. Dazu gehören seit kurzem beispielsweise ein Dior-Hut, dessen authentische Version ein Preisschild von 680 Dollar trägt, aber für 20 Dollar erhältlich war, und ein Chanel-Kartenhalter, der normalerweise für 300 Dollar zu einem Preis von 7 Dollar erhältlich ist.

Doch auch Influencer selbst sind von fake products betroffen

Einige Influencer, die ihre eigenen Marken aufgebaut haben, werden selbst von Fälschungen getroffen. Zum Beispiel Vy Qwaint und Chad Wild Clay, die die Spy Ninja YouTube-Serie mit 300-400 Millionen monatlichen Aufrufen moderieren, berichteten, dass die Fälscher 3.500 unlizenzierte Produkte verkaufen und von 20 verkauften Markenprodukten 19 gefälscht waren.

Original Chad Wild Clay Cropped Hoodies

Der Künstler Ross Tran, der 1,2 Millionen Anhänger auf Instagram hat, verlässt sich darauf, dass seine Fans gefälschte Rucksäcke mit seinen Designs, die auf den Philippinen und in anderen Ländern des asiatisch-pazifischen Raums auftauchen, erkennen und melden.

Original Merch von Ross Tran

Es ist ein ständiger Kampf zwischen Plattformen, Markeninhabern, Herstellern und Anwälten. Vom technologischen Standpunkt aus gesehen ist es „wie der Versuch, eine Nadel im Heuhaufen zu finden“, meint Nancy Merritt, Senior Manager für globale Beziehungen bei OpSec Security. „Wer Einfluss auf soziale Medien hat, muss alles durchforsten, was sie posten. Es geht meistens nicht nur um ein Produkt und eine Marke.“

Bei den meisten gefälschten Waren, die ihren Weg in die Feeds der Influencer finden, handelt es sich um Luxusartikel, wobei der Schwerpunkt auf Bekleidung und Accessoires liegt.
Das liegt auf der Hand, wenn man bedenkt, dass sich ein gewissen Käuferklientel gerne teure Produkte von Luxusmarken konsumiert, jedoch oftmals nicht das Budget zur Verfügung hat. So ist die Verlockung vor allem für für junge Marken-Fans groß, bei günstigen Marken-Produkten zuzugreifen. Man geht davon aus, dass viele gar nicht wissen, dass sie Fälschungen kaufen. Wobei auch einige Influcencer den Eindruck fördern, dass gefälschte Waren trendy und cool sind.

„Es handelt sich eigentlich um die zweite Generation dieser Probleme, denn sie begann, als das Internet aufkam und die Dinge überall auftauchten“, sagt Gregory Battersby, geschäftsführendes Mitglied der Battersby Law Group. „Aber soziale Medien sind der wilde, wilde Westen, und es ist sehr schwer, sie zu überwachen, weil die Rechtsverletzer sehr aggressiv und einfallsreich werden“.