Image Image Image Image Image Image Image Image Image Image
Nach oben scrollen

Oben

Ein Foto ist eben nicht nur ein Bild

Ein Foto ist eben nicht nur ein Bild

BRANDORAtoB im Exptereninterview mit Tom Nassal, Geschäftsführer & Kreativedirektor von crosscreative.

Als 360-Grad Kreativagentur übernimmt crosscreative auch Fotoproduktionen. Mittlerweile kann sich jeder im Laden für überschaubares Geld eine Kamera kaufen, ein Tabeltop-Studio in der Firma ist mittlerweile Standard. Was rechtfertigt da noch aufwendige Fotoshootings von Profis?

Die Frage ist durchaus berechtigt. Hier hat sich in den letzten Jahren einiges getan und wir unterstützen unsere Kunden sogar im „selber fotografieren“, in dem wir bei der Planung von Inhouse-Studios und Coaching von Mitarbeitern helfen. 

Je nach Einsatz des Bildes muss ich allerdings parallel zum reinen „Knipsen“ auch die Bearbeitung im Nachgang berücksichtigen. Wird das Foto beispielsweise in einen Hintergrund montiert, so ist die Lichtgebung und die Perspektive entscheidend, ob das Bild später echt aussieht. Wir haben hier sehr vielfältige Möglichkeiten in fertige Bilder hinein zu fotografieren oder in 3D-Programmen die Bestandteile aneinander anzupassen. 

Ein weiteres Argument ist sicher die Reproduzierbarkeit von Ansichten. Wenn ich in einem Webshop nach BIG-Bobby-Cars suche, erhalte ich eine Ergebnisliste mit vielen Bildern. Mittlerweile sind die Perspektiven bei den Produkten fast immer gleich und die Produkte immer weich und sauber ausgeleuchtet. Dadurch sind die Produkte online vergleichbar als würden sie im Regal stehen. Hierfür verwenden wir ein Tracking System mit dem wir die Produkt-Perspektiven einheitlich darstellen können.

In dem Moment wo Menschen ins Spiel kommen wird der Einsatz von Profis elementar. Jeder von uns kennt Fotos von Kindern die höchst unzufrieden aussehen, retuschiert wirken oder irgendwie fehlfarbig wirken. Kinder sind toll, sie zu fotografieren ist ein großer Spaß, aber es ist auch ein Verantwortungsvoller Job die Kinder wirklich spielen zu lassen und dabei „echte“ und natürliche Fotos zu machen die nicht gestellt wirken. Auch hier gilt ja: die Aussage des Bildes wird auf mein Produkt projiziert. Wirkt das Kind also unzufrieden oder uninteressiert wird das Produkt bestimmt weniger geklickt als ein Bild in positiver Atmosphäre. Als Papa von drei Kindern binde ich die „Models“ in ein Spiel ein und mache eher beiläufig Fotos die dann genau auf den Punkt sind.

Täglich benötigen Webshops hunderte aussagekräftige Fotos von Produkten. Was ist speziell bei der Entwicklung von Fotos für Webshops zu beachten?

Das größte Problem sind sicher die Farben und die Beleuchtung des Produkts. Hier muß man sich im Klaren sein, daß sich die Farbtemperatur der Monitore und mobilen Displays unterscheiden. Eine Konvertierung der Farben sollte man auf keinen Fall einem automatisierten Prozess überlassen. Viele Shops bieten im Backend zwar Konvertierungsprozesse an, aber das Ergebnis kann natürlich sehr unterschiedlich ausfallen, RGB ist eben nicht RGB und aus einem matten Blau wird schnell mal ein Neongrün. 

Ein falsch beleuchtetes Produkt auf einem schlechten Display ist ebenfalls keine Augenweide. Oftmals verschwimmen die Kontraste und im schlimmsten Fall kann der Kunde sich das Produkt mit Lupenfunktion vergrößern und sieht – nichts! Man muss sich einfach immer fragen, was das Produktfoto tun soll – es soll sich selbst verkaufen, einen Besuch im Laden ersetzen oder ergänzen, eine Kaufentscheidung hervorrufen. Ein schlecht gemachtes Produktfoto wird allenfalls der Konkurrenz dienen.

In dem Moment wo das Produkt erklärungsbedürftig ist, kommt dem Produktbild ja noch eine weitere Funktion zu. Kann ich mit einem Blick erkennen was ich mit dem Produkt machen kann? Erkenne ich auf dem Bild / auf den Bildern was ich für mein Geld bekomme? Habe ich eine realistische Größenvorstellung? Hier kommt es beim Fotografieren darauf an das Produkt zu verstehen und es nicht nur abzubilden.

Farbverzerrung durch fehlerhafte Konvertierung

Für NICI haben Sie die neuen Glubschis und für SuperRTL Woozle Goozle fotografiert. Wo bestand hier die Herausforderung?

Flauschige und weiche Sachen zu fotografieren ist anspruchsvoll, vor allem im Hinblick auf die Freistellmasken. Bei uns sind Characters in der DNA, daher lieben wir es die Produkte zu inszenieren und mit Leben zu füllen. Ein Stofftier kann wie ein nasser Sack aussehen oder traurig wirken wenn man es einfach nur so hinstellt, mit einem Gefühl für die Grundidee kann man dem Produkt auf dem Bild leben einhauchen. Bei der von uns entwickelten NICI Glubschis-Kampagne ging es zudem um ein Gefühl das wir transportieren wollten, das mussten wir bei unserem Modell dann entsprechend auslösen.

NICI Glubschis Kampagne

Woozle Goozle – Making-of: Ein Stofftier wird fotografiert.

Wie entstanden die Weihnachtsstrecken in der ELTERN für BIG und Eichhorn?

Wir haben hier wirkliche „Spielsituationen“ geschaffen, haben Kinder zu einem schönen Nachmittag eingeladen und die Fotos eher „entstehen“ lassen. Zudem haben wir nicht in einem Studio aufgebaut sondern in einer echten Wohnatmosphäre geshootet. Beim einem Shooting hatten wir sogar noch einen Hund dabei, gar nicht primär als Motiv, sondern um den Kindern einen anderen Fokuspunkt zu geben und die Story charmanter zu machen. So entsteht nicht nur ein gutes Bild sondern auch wertvoller Social Media Content wenn man die Arbeit als solche dokumentiert.

 

Lesen Sie dazu auch: Kreativität als Resource auf brandora.de

Hier geht’s zu crosscreativeDieses Interview ist ein Advertorial.