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E-Strollers: Bosch meets Emmaljunga

E-Strollers: Bosch meets Emmaljunga

Bereits letztes Jahr hat Bosch die Kooperation im Bereich Kinderwagen mit Emmaljunga vorgestellt.

Intelligente Technik, ein smarter elektrischer Antrieb, Akkutechnik von Bosch und die bewährten und hochwertigen Produkte von Emmaljunga bilden zusammen ein neues Kinderwagensystem.

Zur diesjährigen Kind und Jugend war nun das Serienmodell des XT90e zu sehen, und auch auf Herz und Nieren testbar. Das neue eStroller-System ist ein intelligentes Antriebssystem für Kinderwagen. Es besteht aus zwei Elektromotoren, die an der Hinterachse des Kinderwagens angebracht sind, einer elektromechanischen Bremse sowie einer Batterieeinheit mit herausnehmbarer Lithium-Ionen-Batterie und einer App. Die Komponenten sind sorgfältig aufeinander abgestimmt und setzen neue Standards in Sachen Komfort, Sicherheit und technische Qualität.

Das eStroller-System erleichtert das Schieben des Kinderwagens auf der Ebene oder bei Steigungen und bremst automatisch bergab oder beim Loslassen des Kinderwagens. Verbunden über Bluetooth können die Nutzer den eStroller per App bedienen, das heißt, die Antriebsunterstützung einstellen, die Alarmfunktion aktivieren oder Information über Batteriestatus und verbleibende Reichweite abrufen. Die Sicherheitsfunktionen sind auch ohne Smartphone-App aktiv.

Neuer Standard für die Industrie

Das Antriebssystem von Bosch ist so ausgelegt, dass es sich einfach auf unterschiedliche Kinderwagenmodelle übertragen lässt und variabel für Einzel- oder Geschwisterkinderwagen eingesetzt werden kann. Das Design der Systemachse kann dabei an das jeweilige Design des Kinderwagenmodells angepasst werden. So könnte sich das System von Bosch als neuer Standard für eKinderwagen etablieren. Emmaljunga plant neben dem NXT90e bereits weitere eKinderwagenmodelle mit dem Antriebssystem auszustatten.

Zudem wurde in Köln auch auf dem Stand der Schwesterfirma Teutonia ein entsprechendes Modell präsentiert.

Johannes Kähm, der das Projekt „e-strollers“ bei Bosch betreut, stellt Emmaljunga als exklusiven Innovationspartner vor. Bosch stellt hier die Hardwarekomponente als geschlossenes System, Emmaljunga kümmert sich um After Sales Services, wobei die Servicegeräte für Händler wiederum von Bosch geliefert werden.

Ein besonderer Clou dabei ist der verwendete Akku: Er entspricht handelsüblichen Geräte-Akkus der Bosch – Baumarktartikel, und kann somit auch dort bezogen werden.

Bosch-internes Startup

Der elektrisch betriebene Kinderwagen ist das Ergebnis eines hausinternen Inkubators bei Bosch. Dort wurden Projekte generiert, die für das Unternehmen verfolgenswert erschienen, und aus dem Oberthema „intelligente Antriebe für Mobilitätslösungen“ kristallisierte sich der Usecase „Kinderwagen“ heraus. „Wir sind ein internes Startup mit ca. 20 Personen als Kernteam“, verrät Kähm, „und so sind wir auf Partner in den jeweiligen Branchen angewiesen.“

Die Parameter für die Partnersuche waren Markt-Expertise und Produktionskenntnis, sodass Emmaljunga seit 2017 bei der Entwicklung mit an Bord war.

Dabei legte Bosch hohen Wert auf einen Partner, der den Wert einer Marke hoch aufhängt – und auch in den Produkten Qualität als oberste Prämisse hat.

Lernkurve vor Markteinführung

Nach der letztjährigen Vorstellung in Köln waren die Reaktionen eher gemäßigt, wie Kähm erzählt: „Naja, ein weiterer Antriebs-Versuch“ war da eher Regel als Ausnahme.

Das Learning bei Handelsschulungen war dabei: Die Funktion muss im Handel erlebbar sein. Und hierfür braucht es kreative Lösungen. Auf der Messe war einer der „Wow-Effekte“ zum Beispiel die schräge Ebene, bei der erlebbar war, wie der Kinderwagen auch hier mühelos geradeaus fährt. Leidgeplagte Eltern wissen das zu schätzen, auch wenn dieser Benefit zunächst schwer vermittelbar ist im Ladengeschäft.

Die Handelsfläche ist ohnehin eine Schlüsselstelle für Kähm: „Für unsere Entwicklung ist es der richtige Zeitpunkt“, wie er sagt. „Der Handel sucht nach Added Values, um Aufmerksamkeit zu generieren und hat mit unserem Produkt einen großen Benefit. Schließlich führt das beratungsintensive Produkt ausschließlich der Fachhandel.“

Natürlich ist auch die Awareness für eMobility generell hilfreich. „Die Zeit ist reif für neue Produkte“, wie Kähm sagt. Allerdings wächst mit dieser Awareness sicherlich bald auch der Wettbewerb.