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Die Corona-Auswirkungen auf die Spielwarenbranche

Die Corona-Auswirkungen auf die Spielwarenbranche
E. Stemmer

Gestern veröffentlichte der DVSI die Ergebnisse eine Umfrage zur Auswirkung der Corona-Krise auf die Spielwarenindustrie, die in Zusammenarbeit mit der Cappel Management Consulting GmbH erstellt wurde.

Auswirkungen der Epidemie auf die Branche

Die weltweite Wirtschaft wurde durch die Corona-Krise „gebeutelt“. Auch in Deutschland geht es vielen Branchen schlecht. Laut der Umfrage sieht die Spielwarenbranche die Krise etwas entspannter. Aktuell geben 24% der Hersteller an, keine negativen Auswirkungen der Krise wahrzunehmen. Dennoch berichten auch hier 43% der Befragten von leicht negativen und 29% von stark negativen Folgen.

 

Dieses Bild ändert sich auch auf kurze Sicht von 2-3 Monaten und mittelfristig bis zum Jahresende nicht wesentlich. Im Kern bleibt festzuhalten: Die Corona-Krise wirkt sich auch auf die Spielwarenindustrie aus, hat aber im Vergleich zur deutschen Gesamtwirtschaft im Schnitt jedoch nur leicht negative Folgen.

 

 

Die größten negativen Auswirkungen erwarten die befragten Hersteller in Bezug auf ihre die Umsatz-und Gewinnentwicklung. Dagegen werden die Folgen für die Lieferfähigkeit weniger stark als befürchtet erlebt.

Maßnahmen und Vorkehrungen der Unternehmen

Trotz Krise wollen 65% der Firmen nichts bei Personalbestand und Neueinstellungen ändern. Auch wird die Internationalisierung der Geschäftsaktivitäten von 43% der Befragten nicht generell in Frage gestellt.

Während gesamtwirtschaftlich mit einer deutlich steigenden Anzahl an Firmeninsolvenzen gerechnet wird, gibt es in der Spielwarenindustrie keine diesbezüglichen Befürchtungen. Hier berichten 57% der Hersteller von keinen negativen Auswirkungen auf ihre Finanzierungssituation. Dennoch melden 23% der Befragten einen Eigenkapitalrückgang oder Liquiditätsengpässen, 11% ein schlechteres Firmenrating. So haben 52% der Betriebe öffentliche Mittel in Anspruch genommen. Auch wurde an Effizienzverbesserungen gearbeitet und die Digitalisierung vorangetrieben. Einsparungen wurden erzielt durch Kürzungen von Marketingbudget und Investitionen, sowie Einstellungsstopps. 

 

Betriebsgrößen und Produktgruppen im Fokus

Die Auswirkungen der Corona-Epidemie betreffen alle Hersteller. Besonders gut aufgestellt zeigen sich aktuell die Großunternehmen mit über 10 Mio. € Umsatz. Sie berichten von eher moderaten negativen Auswirkungen der Pandemie und erwarten, die Krise schon bald hinter sich zu lassen. Recht robust sind auch die mittelgroßen Unternehmen mit 0,5 bis 10 Mio. € Umsatz. Hier drückt jedoch die schwächere Umsatzentwicklung deutlich auf die Gewinnerwartungen. Am stärksten negativ von der Krise betroffen sind die kleinen Hersteller bis 500 T € Umsatz, die noch einen langen Weg vor sich sehen.

Als in der Krise besonders stabile Unternehmen zeigen sich die Bereiche Modelleisenbahn & Zubehör“, „Spiele, Bücher, Lernen, Experimente & Multimedia“ und mit Abstrichen „Modellbau/ Hobby“ sowie „Holzspielwaren/Kunsthandwerk“. Während die Umsätze und Gewinne hier nur leicht zurückgingen, blickt man bereits optimistisch ins 2. Halbjahr und sieht sich für die Zukunft überdurchschnittlich gut aufgestellt.

Größere aktuelle, kurz-und mittelfristige Probleme mit der Corona-Krise haben dagegen Hersteller aus den Bereichen „Baby-und Kleinkindartikel“, „Puppen/Plüsch“, „Technisches, edukatives und Aktionsspiel-zeug“ sowie Mehrbranchenunternehmen. Hier sind die Umsätze und die Gewinnerwartungen besonders stark eingebrochen, weshalb diese Firmen auch skeptisch sind, die erlittenen Rückgänge im 2. Halbjahr noch ausgleichen zu können. Dies schlägt auch auf die Bewertung der eigenen Zukunftsfähigkeit durch, die von diesen Unternehmen im Schnitt nur als befriedigend gesehen wird.

Ausblick auf die weitere Entwicklung

Trotz mehrwöchigen Lockdowns und nach wie vor bestehender Unsicherheiten über den weiteren Verlauf der Epidemie, überwiegt bei den Befragten nach wie vor eine leicht optimistische Grundhaltung. So sind 17% der Hersteller sehr und 22% leicht zuversichtlich, die aktuelle negative wirtschaftliche Entwicklung im 2. Halbjahr noch wettmachen zu können. Demgegenüber stehen 15% leichte und 13% starke Skeptiker, die nicht mehr daran glauben. 

Obwohl es so umfassende Einschränkungen in den letzten Wochen gab, arbeiten bereits 31% der befragten Betriebe wieder auf oder sogar über Normalniveau. Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft fällt auf, dass kein Spielwarenhersteller mit einer dauerhaften Krise rechnet und nur 4 % aktuell keine Einschätzung wagen, was Ausdruck einer relativ hohen Sicherheit und Grundzuversicht in die Zukunft ist.