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Branche erwartet Rekordjahr!

Branche erwartet Rekordjahr!
E. Stemmer

Auf der jährlichen Pressekonferenz gewährten Ulrich Brobeil vom DVSI, Joachim Stempfle von npd group Deutschland GmbH und Steffen Kahnt vom BVS den lang erwarteten Blick auf die Branchenzahlen.

Zusammenfassend könnte man die Inhalte mit dem Satz „Deutschland vertreibt sich spielend die (Corona-)Zeit“ umschreiben. Was bedeutet das genau? Die Branche erwartet ein Rekordjahr, Spielwaren zählen zu den „In“-Konsumgütern und während der e-Commerce boomt, kämpften stationäre Geschäfte mit dem Lockdown und aktuell mit Lieferengpässen.

Spielwaren – ein „Therapeutikum“ der Krise

Auch im zweiten Jahr der Pandemie fährt die Spielwarenbranche auf der Erfolgsspur. Bereits im Jahr 2020 gab es laut der npd Group Deutschland GmbH eine Umsatzsteigerung von 11% zum Vorjahr – ein Zugewinn, der voraussichtlich auch in diesem Jahr wiederholt werden kann, wenn auch nicht in der vollen Gänze. Der aufgelaufene Umsatz im Zeitraum Januar bis Oktober 2021 konnte über 141 Mio. Euro gesteigert werden, was einen Zugewinn von 8% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs entspricht. Steffen Kahnt rechnet mit einem Jahresumsatz von 3,8 Mrd. Euro, was einem Umsatzplus von etwa 4% entspricht.

Spielwarenkategorien, die deutliches Wachstum zeigten

Den größten Zugewinn konnten bisher, also in 2021, die folgenden Produktkategorien erreichen:

  • Building Sets
  • Games / Puzzles
  • Infant / Toddler / Preschool Toys
  • Explorative & Other Toys
  • Vehicles
  • Arts & Crafts
  • Outdoor & Sport Toys
  • Action Figures
  • Plush

An Volumen verloren hat dagegen die Kategorie Dolls, wobei der Rückgang nicht auf die Pandemie zurückzuführen ist.

Hersteller, die das größte Wachstum im deutschen Markt erreichten

Auch im aktuellen Jahr führt Lego mit weitem Abstand die Top 10 der am stärksten wachsenden Hersteller an. Für den Erfolg verantwortlich sind vor allem die Technic und Star Wars Produkte.

Mit über 20 Mio Euro Wachstum zeigt auch Mattel, dass sie Produkte bieten, die voll im Trend liegen und gerne gekauft werden. Besonders stark sind die Kernmarken Barbie, Hot Wheels und Fisher-Price.

Die Simba Dickie Group kann den Umsatz schwerpunktmäßig durch die Marken Majorette, EXIT Toys, also Outdoor-Produkte, und Jada Toys steigern.

Einen großen Boom erleben auch die Pokemon Trading Cards, die durch Amigo vertrieben werden.

Daneben zählen noch die inzwischen börsennotierten Tonies, KOSMOS, Ravensburger, Spin Master, Schleich und Nici zu den Unternehmen, die in diesem Jahr bisher am meisten Zugewinn erwirtschaften konnten.

Lieferengpässe und Preissteigerungen

So schön der Spielwarenboom ist, hat er dennoch zwei Gesichter. Ulrich Brobeil, Geschäftsführer des DVSI kommentiert die aktuelle Situation wie folgt: „Nach Jahren der Zurückhaltung hat fast die Hälfte der hiesigen Betriebe 2021 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Doch mehr Umsatz wird für viele Unternehmen nicht auch mehr Gewinn bedeuten. Die deutlich gestiegenen Aufwendungen für die Lieferketten drücken auf die Rentabilität. Preiserhöhungen werden nicht zu vermeiden sein.“

Das derzeit weltweit hängende Damoklesschwert macht natürlich auch nicht vor der Spielwarenbranche halt. Lieferengpässe und Preissteigerungen sorgen branchenübergreifend für Kopfschmerzen und graue Haare. Der Pressekonferenz beiwohnende Spielwarenhändler Wieland Sulzer aus Marburg beschreibt die Liefersituation als „teilweise katastrophal“. „Ich erhalte täglich neue Preislisten, die ab 01.01.22 gültig sind,“ so Sulzer und appelliert an die Hersteller partnerschaftlich mit ihren Händlern umzugehen: „Wir Händler haben Verständnis dafür, dass die Container-Preise gestiegen sind, aber es lässt uns verzweifeln, wenn wir von Herstellern mit einem 800 Produkte großen Sortiment nur 60 Artikel geliefert bekommen, die alle keine ‚Brot & Butter‘-Artikel sind, während Onliner die attraktiven und für den Umsatz so wichtigen Artikel auf Lager haben.“ 

Online-Handel ist der zentrale Umsatztreiber

Keine Überraschung ist, dass erneut der Online-Handel der zentrale Umsatztreiber der Branche ist. Nach wie vor steht Amazon mit weitem Vorsprung an der Spitze des Rankings, doch gemäß einer Umfrage des DVSI haben sich immerhin 25% der Konsumenten entschieden, das Online-Angebot des stationären Händlers in Anspruch zu nehmen.

Preis ist der wichtigste Aspekt der Kaufentscheidung

Gemäß der YouGov-Umfrage ist übrigens der Preis nach wie vor das wichtigste Argument für eine Kaufentscheidung. Berücksichtigt werden auch Aspekte wie Unterhaltungswert / Originalität, Qualität, Beliebtheit, Marke, Design & Aufmachung und Empfehlungen. Nachhaltigkeit spielt erst an achter Stelle eine Rolle bei der Kaufentscheidung.