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Amazon: 4,4 Stars

Amazon: 4,4 Stars

Der Onlinegigant testet den Weg auf die Fläche. In Soho eröffnet Amazon einen Gemischtwarenladen.

Ein Ort, an dem Kunden Produkte vorfinden, die sie lieben werden. Ein direktes Abbild derjenigen Produkte, die der prognostizierte Besucher ohnehin bereits gekauft hat, oder ins Auge fasst zu kaufen. Das ist der neueste stationäre Clou von Amazon.

Und ein wenig fühlt man sich an „The Shop“ erinnert, dem Webshop in Marc-Uwe Klings lustiger Dystopie „Qualityland“. Jener Shop nämlich weiss dank Algorithmen bereits vor dem Kunden selbst, was dieser sich wünscht – und liefert es ohne Bestellung frei Haus per Drohne.
Ganz so weit geht Amazon noch nicht – und dennoch scheinen die Unterschiede sehr klein, und vielleicht ausschließlich aufgrund von Gesetzgebung und Regularien überhaupt noch vorhanden.

Seit 26. September nämlich ist es so weit: Nach der Vorstellung der ersten kassenfreien Läden mit Amazon go und der Whole Foods – Übernahme ist „4 – Star“ der neueste Testballon des Handelsriesen, der gefühlt mit allen Konventionen des Handels bricht:

Der Name des Ladens leitet sich davon ab, dass hier neben neuen und trendigen Produkten vor allem Artikel gelistet werden, die auf der Plattform 4,4 Sterne und mehr als Durchschnittsbewertung erhalten haben.

Auch „Trending in NYC“ ist eine Listungskategorie – also Produkte, die im Umfeld des Ladenstandortes besonders oft bei Amazon gekauft wurden. Dies ist für Amazon natürlich aufgrund der gesammelten User-Daten ein Einfaches – und garantiert eine perfekte Sortiments – Passung.

Auch Artikel, die es besonders häufig auf Wunschlisten von Kunden, aber nicht in deren Warenkörbe geschafft haben, finden sich auf der Verkaufsfläche wieder. Mutmaßlich ein Test, wie diese Produkte auf der Fläche konvertieren.
Sogar die „Kunden kauften auch…“ – Funktion wird im stationären Ladenkonzept berücksichtigt und entsprechende Produkte finden in räumlicher Nähe auf der Fläche einen Platz.

Preisschilder an den Produkten geben Aufschluss über den regulären Listenpreis, aber auch der Amazon Prime-Preis wird angezeigt.
Dies ist sowohl für Prime – Bestandskunden eine spannende Information über exklusiv erscheinende Rabatte – und für andere Kunden ein wichtiger Anreiz, über eine Prime – Mitgliedschaft nachzudenken.
Ebenso finden sich auf einigen Preisschildern Kundenrezensionen vom Onlineportal wieder.

Ob man nun als Händler die immense Datenbasis von Amazon braucht, um derartige innovative Ideen auch auf der eigenen Fläche zu testen, ist zu bezweifeln: Einige Buchhändler machen mit Kundenrezensionen im Lesezeichenform bereits jetzt gute Erfahrungen – andere bewerben Rabatte für Kundenkarten – Inhaber offensiv.

In der Dichte derartiger Ansätze, die Amazon mit „4 – Star“ allerdings zeigt – selbstverständlich inklusive bequemen Checkout über das Onlineportal – haben sich bislang keine stationären Händler auf ihre Ladenfläche getraut.

Vielleicht macht es aber ja Schule, was der allseits gefürchtete Onliner hier treibt.

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